Nun war es soweit, meine erste
"hard" Enduro Erprobung stand nun Ende Februar 2022 an. Es ging mal
wieder in die Türkei nach Alanya. Es waren insgesamt 6 Tagestouren geplant,
immer ausgehend von unserem Basis-Hotel, an dem wir jeden Tag pünktlich von unserem
Guide Erol abgeholt wurden mit dem Mini-Bus für die Anfahrt zur Entouro Garage.
Dann wurde umgezogen, sprich die Schutzausrüstung angelegt –
Brustpanzer, Ellenbogen- und Schulterpolster, Knieprotektoren….
Jedenfalls fühlte ich mich wie Ritter Rost und meinte am
ersten Tag, wie soll ich mich hiermit auf dem kleinem Cross-Motorrad bewegen
können.
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Und so sieht dann die Rüstung aus
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Als Leihmaschinen hatten wir eine KTM 450 EXC, Einzylinder 4-Takter
mit ordentlicher Kraft – aber ohne Spiegel, Licht oder Blinker. Nach dem ersten
Tag wusste ich warum: Das alles kann nur kaputt gehen – und auf den türkischen Landstraßen
wird so etwas überbewertet. Aber auf denen haben wir uns bis auf die Hin- bzw.
Rückfahrt sowie so nicht aufgehalten. Der größte Teil unserer Tagestouren
gingen quer über Schotter- und Steinpisten, entweder hoch über der Küste über
die Brandschneisen oder quer durch den Wald auf Trials, sogenannte Ziegenwege.
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| KTM 450 EXC |
Ich fühlte mich auch immer wieder wie eine Ziege, steil am
Hang fahrend, mit einem Fuß auf der Fußraste und mit dem andern Fuß Halt
suchend unter bzw. neben mir, aber immer schön aufpassen, dass man nicht mit
dem Fuß an einem Stein oder Baum hängen bleibt.
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Wo ist hier der Weg?
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Ganz krass waren dann die
Übungen auf losem Untergrund steile Rampen raufzukommen. Hier habe ich mich
erst mal die ersten Tage zurückgehalten, denn ich wollte ja noch ein paar Tage
fahren. Andere aus der Gruppe waren bereits mehrfach wenn nicht sogar schon
Jahrzehnte mit so einem Gefährt unterwegs und daher gruppierte ich mich auch in
die Cappuchino Gruppe und nicht in die Espresso Gruppe ein. Vorteil war, ich
war mit dem Guide und einem weiteren Schweizer alleine.
Und hier mal ein Beispiel vom Versuch solch eine Rampe raufzukommen:
Natürlich bleiben dann keine Schäden aus, mal ein
Reifenschlauch geplatzt oder auch ein Loch im Kühler – aber für alles hatte
unser Guide das passende Werkzeug.
Jetzt mal zu dem Wetter. Die Aussichten waren ja schon eine
Woche zuvor nicht so rosig, aber was wir dann ab dem 2. - 4.Tag erlebten, hatte
ich nicht erwartet. Bis zu 50 Liter kamen in den Bergen herunter, zum Glück
immer erst ab Mittag/Spätmittag, so dass wir jeden Tag die Mittagpause
eigentlich erst gegen 15:00 machten und danach nur wenige Off-Road Passagen und
schnellst möglich wieder zur Garage unterwegs waren. Dennoch wurde es gerade in
den Bergen empfindlich kalt, dazu die Nässe und als Mittags-Location hatten wir
Berghütten, einfache abgespannte Überdachungen, aber in jedem "Zelt"
bollerte der Ofen und der war unser bester Freund. Die nassen Sachen versuchten
wir dann über die Mittagspause zu trocknen, mehr schlecht als recht - aber das
Essen war fantastisch.
Die letzten zwei Tage hatten wir dann wieder Glück. Der
Regen verzog sich, die Sonne kam raus und dann war es wieder gleich so warm,
dass die Strecken staubig wurden und man als letzter genug Staub schlucken
durfte.
Insgesamt muss ich sagen, das war eine sehr aufregende und
sportliche Erfahrung für mich. Oft genug bin ich gestürzt, blaue Flecken an
meinen Beinen, Verstauchung im Knie und leicht angeschwollen Handgelenke - aber
der Spaß, der Adrenalin-Ausstoß, dafür hat es sich gelohnt. Und nirgendwo
anders habe ich bisher erfahren, kann man so Enduro fahren wir in der Türkei.
Dazu noch die große Gastfreundschaft macht das alles sehr rund.
Also, ich freue mich bereits jetzt schon wieder auf meine nächste
Enduro Tour im Ost-Taurus zu Anfang Oktober. Das wird dann aber eine Enduro-Wanderung
und keine "hard" Enduro Tour.
Aber zuerst startet
meine 2-monatige Motorradtour nach Schottland / Irland - und hier wird es
wesentlich ruhiger zugehen.
Also, bis bald - ich werde wieder berichten. Bleibt gesund und habt viel Spass beim Lesen meiner Seiten.
Beste Grüße
Euer Stefan