Sonntag, 31. Mai 2026

2026 - Balkan - Tag 18 - Angekommen in Athen

Ohne Frühstück ging es heute zeitig los, irgendwie wollte ich aus dieser schmudeligen Wohnung raus. Bereits um 08:00 war ich daher schon auf der Strasse. Da heute Sonntag ist, waren die Strassen noch recht leer und so kam ich nach einem kurzem Tankstop schnell an die Westküste. Was mir bereits hier auffiel, waren die vielen verbrannten Überreste von Bäumen, dies sollte sich auch bis kurz vor Athen nicht ändern. Das müssen die Überreste des verheerenden Waldbrands aus 2025 sein, auch fielen mir die vielen zerstörten Häuser auf. Aber von den so umworbenen Sandstränden kam keiner in meine Sicht, eher Kieselstrand. So gegen 10:00 holte ich dann mein Frühstück nach, in einer Strandbar und hier war ich der einzigste Gast - ich konnte mir den Platz aussuchen.

Weiter ging es dann einmal quer über die Insel an die Ostküste. Dabei erheben sich die Berge auf ca. 1000m Höhe, und das heißt Kurvenspass - aber mit Vorsicht, denn die Straßen sind nicht gerade sauber und die Griechen schneiden gerne die Kurven. Angekommen an der Ostküste war ich nun gespannt auf die Steilklippen. Aber zuerst fuhr ich zu einer abgelegenen Bucht, in der Hoffnung dort einen schönen Strand zu finden. Leider entpuppte sich das als Fehleranzeige, denn ausser viel Plastikmüll und einer alten Baracke war da nichts. Der Müll wird hier aus dem Meer angeschwemmt und wenn den keiner wegräumt, sehen die Buchten aus wie Müllkippen. Schade, aber das ist für mich wieder mal der Hinweis, das der Planet in Plastik erstickt.

Zurück auf dem Track über die Steilklippen, ging es anfänglich noch über eine schmale Straße entlang, die sich dann zu einer Schotterpiste mit der Breite eines Autos entwickelte. Gegenverkehr ist hier schlecht, und so kam es auch, zwei Autos vor mir - ich fragte mich wie kann man hier nur mit einem einem normalen Straßenauto entlang fahren - begegneten sie sich, und das bergauf fahrende Auto musste mehrere 100m zurücksetzen. Ich konnte mich an beiden vorbei quetschen. Das war eine schöne Abwechslung, die dann in einer Bucht mit dunklem Sand endete und ich hier eine versteckte Strandbar fand. Zurück ging es dann wieder über die Bergkette auf die Westseite und bei Chalkida setzte ich über die Brücke auf das Festland über. Ab da ging es auf kleinen Straßen durch die Landschaft rund um Athen, und die ist nicht berauschend. Viel Staub, viel Industrie und sehr schmutzig und kahl. Insgesamt macht mir die Gegend um Athen doch eher den Eindruck hier alles abzubauen was geht und die Natur nicht gerade zu begünstigen. 

Nun bin ich in einem Hotel im Norden von Athen untergekommen, hat sogar einen Pool, nur der ist heute gesperrt da eine Hochzeit gefeiert wird. Das wird hoffentlich keine lange und laute Nacht.

Morgen Früh geht es erst mal zum Reifenhändler und anschliessend will ich Athen mit dem Motorrad erkunden. Zum späten Nachmittag will ich dann auf die Akropolis, aber vor 16:00 Uhr hat das dann keinen Sinn. Aber von meinem Hotel aus sehe ich drei Berge, die den Norden von Athen umkreisen - auf einem führt eine Strasse rauf. Mal sehen ob die noch morgen unter meine Räder kommt. 

Es ist jetzt 22:15 und die Live-Musik - griechische Tanzmusik - startet am Pool und die Lautstärke erhöht sich schlagartig - na das wird was! Wenn nicht gehe ich runter, den Sirtaki Tanz kann ich noch. Müsste mir nur noch vorab eine gescheiten Anzug und Hemd besorgen - kann ja mal in der Herren Toilette mal Ausschau halten :-)

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Samstag, 30. Mai 2026

2026 - Balkan - Tag 17 - Auf zur Insel Euböa

Es viel mir nicht leicht das Studio "My Rooms" heute morgen zu verlassen. Selten so einen Komfort für so wenig Geld erlebt. Aber ich will ja südwärts, also Sachen packen und los ging es. Zuerst an der Küste entlang, was für herrliche Ausblicke und die Morgenluft war noch angenehm kühl. 

Ziel war es für heute, die Fähre bei Glyfa um 16:00 zu erreichen. So bog ich nach der Küstenfahrt ins Landesinnere ein und mein Navi schickte mich auf einen merkwürdigen Weg. Zuerst eine kleine Bachdurchfahrt, dann an einem Bauernhof vorbei, bevor es dann in den Oliven Hainen plötzlich immer steiler bergauf ging. Hier war seit Ewigkeiten keiner lang gefahren. So vergass ich die goldene Regel, erst schauen, dann fahren und schon befand ich mich auf einem steilen Anstieg, die Dornen der Gebüsche wollten mich aufhalten und nur auf der rechten Seite des Weges war eine Spur, links eine tiefe Auswaschung. War ich die letzten Tage in solch einem Gelände ohne Gepäck unterwegs, so musste ich leider feststellen wie sich 35kg Zuladung hier anfüllten. Ich hatte nicht genug Speed um ganz oben anzukommen und blieb auf halber Strecke stehen, und mit voll durchgezogener Vorderrad Bremse zog mich das Gewicht nach unten. Und es passierte was passieren muss, ich landete in der linken tiefen Spur und hatte kein Halt mehr, das Motorrad legte sich kopfüber in die Rinne. Also Gepäck runter soweit möglich und das Motorrad um 180 Grad nach untern drehen, so dass die Räder in der Rinne waren und ich weniger Kraft aufwenden musste die Maschine aufzurichten. Es war eine schweisstreibende Arbeit und nach einer gefühlten Ewigkeit kam ich an der Strasse wieder an. Nach diesem Erlebnis traute ich meinen Navi nicht mehr und suchte mir die Wege selber in Richtung der Fährstelle.

Ich bekam die Fähre bereits um 15:00 Uhr und eine halbe Stunde später war ich schon übergesetzt. Gleich am Hafen hatte ich mir ein Zimmer genommen. Die Begrüßung durch einen älteren Herren war merkwürdig, zuerst zeigte er mir den Stellplatz für das Motorrad und anschliessend war er verschwunden. Bis dann endlich der eigentliche Vermieter aus dem Nachbargebäude kam und mir mein Zimmer zeigte. Es ist wohl eher eine Privatwohnung, zum Gegensatz zu meinen Erfahrungen aus den letzten Übernachtungen eher unterste Kategorie. Aber es ist ja nur für eine Nacht. Dafür ging ich noch eine Runde durch den Ort spazieren und musste feststellen, auch hier nagt der Zahn der Zeit. Viele Häuser sind verwildert, Bauruinen zeugen von einer Idee auch hier Tourismus aufzubauen, was aber wohl nicht funktioniert hat. Aber dennoch fand ich nach einem kleinem Nickerchen - das erste Mal auf dieser Reise - eine kleine Taverne, in der es sehr gutes Abendessen gab.

Morgen werde ich ich versuchen die Insel auf beiden Seiten zu erkunden.Die Westseite, eher Familien freundlich wegen der Sandstrände und auch die Ostseite, eher rauher mit steilen Klippen. Ziel ist es jedenfalls so nah an Athen zu kommen, so dass ich am Montag den Reifenwechsel durchführen kann.

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Freitag, 29. Mai 2026

2026 - Balkan - Tag 16 - Auf dem Olymp

Nach einer sehr erholsamen Nacht und einem kleinen Frühstück - Zwieback und Marmelade - ging es früh los zum Olymp. Es gibt zwei Auffahrten, einmal vom Osten und einmal vom Westen, wobei die vom Westen wesentlich höher geht auf ca. 2.500m. So fuhr ich in der frischen Morgenluft wieder gen Westen, also die gleiche Strecke wie ich am Vortag gekommen war. Nach einer Stunde war ich angekommen, und fand den Trial zum Einstieg für den Aufstieg zum Olymp, max. Höhe 2.950m.

Zuerst ging es über landwirtschaftliche Wege, vertrieb die Kühe, die auf dem Weg lagen und jagte die Pferde, bis sie rechts oder links einen Weg in den Hang fanden. Aus weiter Ferne sah ich den Aufstieg, der von unten recht steil aussah, sich wie ein Strich durch den Bergkamm nach oben zog.

Als ich dort ankam, ging es aber. Die Strecke war gut befahrbar, nur sehr weit nach aussen sollte ich nicht kommen, denn hier ging es weit hinunter. Die ersten Schneefelder tauchten auf, ich konnte noch am Rand vorbei fahren. Aber kurz vor dem Ziel auf ca, 2.300m war dann Schluss. Ein großes Schneefeld versperrte mir den Weg. So musste ich das Motorrad 100m zurück schieben, um dann drehen zu können. Alles ging gut und kein Ausrutscher, der mich nach unten hätte befördern können. So war ich kurz vor dem Ziel und musste doch dem Gipfel ade sagen. Runter nahm ich die selbe Strecke und bog dann, aber angekommen auf der Strasse, noch mal diese weiter Berg hoch ab. Aber auch hier war ein Ende an einem Militärposten - im Hintergrund sah ich die Skianlage. Ist wohl eine Kaserne der Gebirgsjäger.

So wurde mir dann auch klar, warum ich den ganzen Weg nach oben kein einziges anderes Fahrzeug sah, denn hier oben ist ausser Militär nichts. Ab zum nächsten Bergdorf und eine Kleinigkeit, griechischer Salat, als Belohnung für mich.

Anschliessend ging es nur noch in Richtung Küste, wobei ich mir den Spass nicht nehmen liess, abseits der Hauptroute ein paar Trials zu erkunden. Tanken, Geld abheben, und das Motorrad vom Dreck befreien lassen, liessen die letzten Stunden zum Abend hin schnell vergehen. 

Zum Abendessen ging es noch mal in die Taverne von gestern, die Wirtin hatte mir ein traditionelles, selbst gekochtes Abendessen versprochen - und was war es: Musakka.

Morgen geht es dann in Richtung Süden weiter auf die Insel Euböa, am Montag möchte ich in Athen sein. Denn hier habe ich bereits mit einem Reifenhändler gesprochen und er hat für mich einen neuen Hinterradreifen. Zwar ist der jetzige noch nicht abgenutzt, aber aufgrund des Flickens möchte ich den nicht bis an seine Grenzen fahren. Denn nach Athen soll es dann auf den TET  mit Off-road weitergehen. 

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Donnerstag, 28. Mai 2026

2026 - Balkan - Tag 15 - Auf geht's zum Olymp

Heute war es soweit, unsere Wege trennten sich. Jens und Gerhard brachen gegen Norden in Richtung Split auf und für mich ging meine Reise weiter in Richtung Griechenland. Aber zuerst musste ich meinen Schaden am Kupplungszug beheben lassen. Noch vor meinem Aufbruch konnte ich die Motorradwerkstatt erreichen, nur per Telefon war es schwer. So schrieb ich eine E-Mail und kurz danach kam die Antwort, das sie mir eine temporäre Lösung anbieten könnten. Da aber die Mittagspausen in Griechenland doch sehr lang sind, musste ich mich sputen noch rechtzeitig vor deren Pause einzutreffen - ab 14:00 Uhr war erst mal für 3 Stunden Pause. Nun war mir gar nicht bewusst, dass die Uhr in Griechenland eine Stunde vor geht, um so mehr musste ich also mich beeilen die 180km dorthin zu schaffen. So ging es nach der Verabschiedung, die kurz und schmerzlos war - ich hatte darum gebeten - über das albanische Hinterland entlang der Grenze. Ich ermahnte mich immer wieder so wenig die Kupplung zu ziehen und um so mehr den Quickshifter zu benutzen, gar nicht so einfach bei den ganzen Kurven.

Aber ich schaffte es an die Grenze zu Griechenland und von da an ging es nur noch per Autobahn die restlichen 100km. So kam ich pünktlich um 13:30 an der Werkstatt an, ein prüfender Blick vom Mechaniker und einen Kaffe später war der Ersatz installiert. Jedenfalls mehr als eine Notlösung, damit komme ich bis nach Hause - auch gaben sie mir noch einen zweiten Zug als Ersatz mit. Und nach Murphy's Law wird hieran nichts mehr passieren.

Es war dann sehr warm geworden. Im Landesinneren gingen die Temperaturen auf ca. 34 Grad und so genoss ich den Fahrtwind auf den gut ausgebauten Strassen. Ja, bis mein Navi sagte ich solle doch hier links abbiegen und führte mich auf eine Schotterpiste, auf der mir mehr und mehr LKW's entgegenkamen - das Navi führte mich in einen Steinbruch. Also umkehren und den LKW's hinterher - eine heftige Staubschicht sammelte sich auf meinem ganzen Körper. Sah ich schon beim Einbiegen auf die Schotterpiste den heran nahenden Regen, so musste ich mich beeilen dem nun zu entkommen. Denn Regen und Staub auf der Strasse sind keine gute Kombination.

Ich schaffte es, ich entkam dem Regen und vor mir war der blaue Himmel und ich roch bereits das Meer. Aufgeregt wie ein kleines Kind zu Weihnachten erwartete ich nun hinter jeder Kurve das Meer zu sehen. Aber ich musste erst mal 29 Haarnadelkurven herunter fahren bevor ich einen Blick darauf erspähen konnte.

Schon zu Mittag, bei der Reparatur, hatte ich mir eine Unterkunft direkt am Strand heraus gesucht. Ein Studio, groß genug für mich, und neu ausgestattet - was will man mehr. Schon kurz vor der Ankunft hier überlegte ich, ob ich noch auf den Olymp fahre, das ist eine Off-Road Passage auf ca. 2.500m Höhe - nur das schaffte ich heute nicht mehr. Daher entschloss ich mich, nach dem Kennenlernen der Unterkunft, einen Tag dran zu hängen und werde morgen in der Früh mich auf den Berg begeben - und das ohne Gepäck, wie herrlich! 

Insgesamt waren es dann heute doch stattliche 352km - ich merke es am Popo-Meter.

Hier im Ort ist nichts los, ich war dann der einzigste Gast in der Taverne und konnte mich dann lange mit dem Kellner unterhalten. Und es gab endlich das von mir so gern gesehene griechische Abendmahl, bestehend aus einem Bauernsalat, Schafskäse und einem gebratenen Fisch - ein Ouzo zum Abschluss durfte natürlich auch nicht fehlen - Yamas!

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Mittwoch, 27. Mai 2026

2026 - Balkan - Tag 14 - Letzter Tag mit Jens und Gerhard

Nun war der letzte Tag mit Jens und Gerhard gekommen und wir wollten noch mal so richtig was erleben. Die Sonne schien, das Frühstück am Campingplatz war typisch albanisch - Spiegelei mit Gurke und herzhaften Krapfen mit Marmelade. Und dann ging es auch schon los. Wir hatten beschlossen den Hard++ Track der Hell-Albania umgekehrt zu fahren. So fuhren wir nach Leskovik, tankten einmal auf und schon ging es hinein ins wilde Vergnügen. Aus dem Vergnügen wurde recht schnell eine meiner anstrengensten Etappen, die ich jemals gefahren bin. Es waren nur 35km im Hinterland auf den anliegenden Bergen aber nach 20km brauchte ich echt eine Pause. Ich dampfte und ich fühlte mich als würde gleich mein Kopf platzen. Es ging steil bergauf über sehr lose Steine, teilweise musste man von einem Stein zum andern sich vorkämpfen, dann wieder in Waldstücke wo uns tiefe Schlammpassagen und deren Wasserlöcher auf uns warteten. Zeit nach links oder rechts zu schauen gab es nicht, die Motorräder wurden echt hart ran genommen. So war dann auch bald bei Jens erst mal Schluss, denn das Kühlwasser aus dem Ausgleichsbehälter schoss in einer Fontäne hinaus und an seinen Unterarm. Grund war, dass der Ventilator nicht ansprang. Wir suchten also irgendwo in der Wildnis nach dem Fehler und zum Glück hatte Jens eine Ersatzsicherung mit. Ausgetauscht und der Ventilator fing an sich zu drehen mit einem lautem Geräusch bis auf einmal ein Stein heraus flog und eine Staubschicht hinterher. So konnten wir dann doch noch unsere Fahrt fortsetzen und waren dann froh nach ca. 5 Stunden die 35km geschafft zu haben.

Die erste Taverne war dann unsere und wir löschten unseren Durst, der Gastwirt kam garnicht hinterher so schnell wir immer weiter bestellten. Wir mussten so erschöpft ausgesehen haben, dass er uns immer wieder aus seiner Küche hausgemachten Kuchen brachte.

Anschliessend ging es dann wieder zurück über Strasse zu unserem Campingplatz. Noch ein Stop am Waschautomaten, denn unsere Motorräder waren voll mit Schlamm bedeckt. Es kam dann auch noch ein Gewitter auf, die Blitze zuckten rechts und links von uns, das Donnern war heftig, aber wir genossen den kühlen Regen auf unserer Haut bei der Rückfahrt.

Angekommen am Campingplatz wurden dann die Motorräder gepflegt und leider musste ich dann feststellen, dass mein Kupplungsseil am Kupplungsgriff schon halb gerissen ist. Daher werde ich morgen auf dem schnellsten Wege nach Griechenland fahren zum nächst größerem Motorradhändler in der Hoffnung, das er einen Ersatz für mich hat. Denn so kann ich nicht weiterfahren. Also Daumen drücken, dass das Kupplungsseil die nächsten 180km durchhält.

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