Heute war es soweit, unsere Wege trennten sich. Jens und Gerhard brachen gegen Norden in Richtung Split auf und für mich ging meine Reise weiter in Richtung Griechenland. Aber zuerst musste ich meinen Schaden am Kupplungszug beheben lassen. Noch vor meinem Aufbruch konnte ich die Motorradwerkstatt erreichen, nur per Telefon war es schwer. So schrieb ich eine E-Mail und kurz danach kam die Antwort, das sie mir eine temporäre Lösung anbieten könnten. Da aber die Mittagspausen in Griechenland doch sehr lang sind, musste ich mich sputen noch rechtzeitig vor deren Pause einzutreffen - ab 14:00 Uhr war erst mal für 3 Stunden Pause. Nun war mir gar nicht bewusst, dass die Uhr in Griechenland eine Stunde vor geht, um so mehr musste ich also mich beeilen die 180km dorthin zu schaffen. So ging es nach der Verabschiedung, die kurz und schmerzlos war - ich hatte darum gebeten - über das albanische Hinterland entlang der Grenze. Ich ermahnte mich immer wieder so wenig die Kupplung zu ziehen und um so mehr den Quickshifter zu benutzen, gar nicht so einfach bei den ganzen Kurven.
Aber ich schaffte es an die Grenze zu Griechenland und von da an ging es nur noch per Autobahn die restlichen 100km. So kam ich pünktlich um 13:30 an der Werkstatt an, ein prüfender Blick vom Mechaniker und einen Kaffe später war der Ersatz installiert. Jedenfalls mehr als eine Notlösung, damit komme ich bis nach Hause - auch gaben sie mir noch einen zweiten Zug als Ersatz mit. Und nach Murphy's Law wird hieran nichts mehr passieren.
Es war dann sehr warm geworden. Im Landesinneren gingen die Temperaturen auf ca. 34 Grad und so genoss ich den Fahrtwind auf den gut ausgebauten Strassen. Ja, bis mein Navi sagte ich solle doch hier links abbiegen und führte mich auf eine Schotterpiste, auf der mir mehr und mehr LKW's entgegenkamen - das Navi führte mich in einen Steinbruch. Also umkehren und den LKW's hinterher - eine heftige Staubschicht sammelte sich auf meinem ganzen Körper. Sah ich schon beim Einbiegen auf die Schotterpiste den heran nahenden Regen, so musste ich mich beeilen dem nun zu entkommen. Denn Regen und Staub auf der Strasse sind keine gute Kombination.
Ich schaffte es, ich entkam dem Regen und vor mir war der blaue Himmel und ich roch bereits das Meer. Aufgeregt wie ein kleines Kind zu Weihnachten erwartete ich nun hinter jeder Kurve das Meer zu sehen. Aber ich musste erst mal 29 Haarnadelkurven herunter fahren bevor ich einen Blick darauf erspähen konnte.
Schon zu Mittag, bei der Reparatur, hatte ich mir eine Unterkunft direkt am Strand heraus gesucht. Ein Studio, groß genug für mich, und neu ausgestattet - was will man mehr. Schon kurz vor der Ankunft hier überlegte ich, ob ich noch auf den Olymp fahre, das ist eine Off-Road Passage auf ca. 2.500m Höhe - nur das schaffte ich heute nicht mehr. Daher entschloss ich mich, nach dem Kennenlernen der Unterkunft, einen Tag dran zu hängen und werde morgen in der Früh mich auf den Berg begeben - und das ohne Gepäck, wie herrlich!
Insgesamt waren es dann heute doch stattliche 352km - ich merke es am Popo-Meter.
Hier im Ort ist nichts los, ich war dann der einzigste Gast in der Taverne und konnte mich dann lange mit dem Kellner unterhalten. Und es gab endlich das von mir so gern gesehene griechische Abendmahl, bestehend aus einem Bauernsalat, Schafskäse und einem gebratenen Fisch - ein Ouzo zum Abschluss durfte natürlich auch nicht fehlen - Yamas!
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