Sonntag, 30. Juni 2024

2024 -ACT - 56.Tag - Von Schlitz nach Siegburg - FINALE

Finale – Nach nun 11.700 km und 56 Tagen auf Tour bin ich am 26.Juni 2024 wieder zu Hause angekommen. Die letzten 300 Kilometer fuhr ich auf einigen mir schon sehr bekannten Straßen, wobei ich merkte, dass ich gar nicht nach Hause kommen mag.

So suchte ich mir wieder die kleinen, versteckten Wege und hoffte, dass es noch etwas dauern würde. Aber bereits zum zeitigen Nachmittag war ich dann schon zu Hause.

Nun habe ich die letzten Tage damit verbracht, Freunde zu treffen und von allen wurde ich wieder herzlichst in die Arme genommen – das tat gut!

Auch das Auspacken, Wäsche waschen, Motorrad putzen – und das hat echt lange gedauert – brauchte noch einige Zeit. So komme ich erst heute dazu meine letzten Gedanken zu dieser Reise niederzuschreiben.

Insgesamt muss ich sagen war das wieder einmal ein großartiges Abenteuer. Ich habe viele Menschen kenngelernt und mit dem einem oder anderen werde ich in Kontakt bleiben, ich kam in Situationen, die mich zum Nachdenken anregten, kam an meine Grenzen und konnte sie doch recht oft richtig einschätzen und frühzeitig erkennen.

Was mir ja bereits zum Anfang der Reise auffiel war, dass sich mein Gefühl auf solch einer Reise etwas geändert hat. Ich war nicht mehr so aufgeregt, konnte viel schneller in meinen täglichen Rhythmus finden und auch das Alleinsein fiel mir nicht mehr so auf. Ich denke das liegt nun daran, dass ich in den letzten Jahren vieler solcher Reisen gemacht habe, entweder mal alleine oder auch mal mit einem guten Freund, oder ich auch das Leben als solches auf dem Motorrad, aus den Taschen leben, nun häufig gemacht habe. Das zeigt mir, es muss eine Steigerung her.

Den westlichen Teil von Europa habe ich nun bereist – ok, es fehlt noch Skandinavien – und so denke ich bereits darüber nach den östlichen Teil von Europa mehr zu bereisen, z.B. Länder wie Bulgarien, Rumänien, Ungarn bis hin nach Griechenland und Türkei oder Georgien.

Die Welt ist GROSS – daher auf zu neuen Ufern! 

In diesem Sinne verabschiede ich mich nun von euch, liebe Leser/innen und bedanke mich herzlichst für euer Interesse an meinem Blog und hoffe, es hat etwas Spaß gemacht diesen zu lesen.

Von den nächsten Touren in diesem Jahr werde ich dann wieder in einer Jahreszusammenfassung berichten und "on the road" über meine Facebook Seite https://www.facebook.com/sbroich


Euer reisender Stefan


Und hier wieder die Tour vom letztem Tag und ein paar Fotos:
https://www.relive.cc/view/v36AGBe8eZv






Dienstag, 25. Juni 2024

2024 -ACT - 55.Tag - Von Unterreichenbach nach Schlitz

Puh, das war heute warm und lang. Insgesamt dann doch 360 Kilometer bis ich in einem Motorrad-& Radfahrer-Hotel in der Nähe von Fulda ankam. Doch kann ich aufgrund meiner Zwiebeltaktik bei der Bekleidung mich auch für so ein warmes Wetter passend kleiden. Einfach nur die Protektoren-Weste und darüber ein Jersey, macht so eine Fahrt dann erträglich. Zumal es auch heute wieder auf kleineren Straßen ab und zu durch den noch kühlen Wald ging.

So fuhr ich einmal von Süd nach Nord durch den Spessart und genoss jede Kurve, schließlich hatte ich heute dafür auch beim Freundlichen bezahlt, die Punktekarte habe ich aber nicht genommen. Hier in Hessen ist der Blitzer-Marathon voll am Laufen. Insgesamt 3-mal mit Laserpistole und einmal ein mobiles Gerät sowie die Stationären. Also hier in Hessen auf Bundesstraßen oder auf Landstraßen zu fahren macht kein Spaß. Mich haben sie erwischt nach Beendigung eines Überholvorgangs.

Dann habe ich mich heute auch noch mal verzettelt, denn an einer Stelle war die Spessarthöhenstraße gesperrt. Ein anderer Motorradfahrer zeigte mir aber an, ich könne dennoch durchfahren. Gesagt, getan und ich kam an dem Aussichtspunkt an, an dem ích das letzte Mal in 2019 auf einer Tour nach Österreich war. Hier machte ich wieder eine längere Pause und als ich den Berg hinab fuhr auf der neuen Straße war am Ende alles voll mit Baustellenfahrzeugen. Den ganzen Weg zurück wollte ich nicht fahren, so suchte ich mir eine Abfahrt über einen Schotterweg vom Berg herunter. Das war zwar nicht erlaubt, aber mir kam kein einziger Radfahrer entgegen auf dem Schotterweg. Hat also keiner gesehen!

Morgen ist dann Endspurt. Hoffe das mich nicht eines der angesagten Gewitter erwischt. Gegen späten Nachmittag sollte ich dann zu Hause sein.  Ein wenig aufgeregt bin ich schon, wer weiß was da auf mich wartet, hoffentlich keine Knöllchen aus Spanien!

Und hier wieder die Tour vom heutigen Tag und ein paar Fotos:
https://www.relive.cc/view/vPOpD9QDkRO






Montag, 24. Juni 2024

2024 -ACT - 54.Tag - Von Bad Krozingen nach Unterreichenbach

Was für ein Traumwetter, blauer Himmel und erst zum Nachmittag kamen ein paar Wolken auf. Daher war ich immer froh, wenn mich mein Navi auf kleinen Straßen durch den Schwarzwald schickte.

Obwohl es heute ca. 300 Kilometer waren, gingen diese recht zügig vorbei. Auch habe ich heute mal wieder nach langer Zeit eine Brotmahlzeit an einer Schutzhütte gemacht, abgelegen von der Straße, kaum einsehbar, für manch einen eine gute Zeltplatz Wahl.

So kam ich im Süd-Schwarzwald an Orte, die mir irgendwie noch bekannt vorkamen. Ja, und dann stand ich auf einmal vor dem Gasthof "zum Hirsch" und sah gegenüber die Bushaltestelle. Und da erinnerte ich mich, hier war ich mit meinem Bruder vor einigen Jahren auf unserer ersten gemeinsamen Motorrad Tour. Und gleich schaute ich auf mein Handy, und wieder zeigte es keinen Empfang an. Ich erinnerte mich, dass bereits damals der Mobilfunkempfang nur mit dem gleichzeitigen Anfassen des Metallpfahls von der Bushaltestelle möglich war.
Armes Deutschland, leider werden hier die "Weißen Löcher" durch die Provider nicht beseitig, weil es ja dann nicht genügend Geld dafür gibt. Da musste ich sofort an Spanien denken, selbst im tiefsten Hinterland, in wenig besiedelten bis hin zu gar keiner, hat man dort bereits 5G Empfang. Da merkt man, wenn eine Regierung auch mal den Providern die Daumenschrauben ansetzt was alles möglich ist!

Ich bin heute Abend in einem Waldhotel am Rande eines kleinen Dorfes, natürlich gibt es hier kein Mobil-Empfang

Jetzt noch zwei Mal 300 Kilometer und dann bin ich zu Hause!
https://www.relive.cc/view/v8qk5yxBMKO










Sonntag, 23. Juni 2024

2024 -ACT - 53.Tag - Von Besancon nach Bad Krozingen

Heute war es nun endlich mal trocken auf der Fahrt nach den letzten vier Regentagen. Von Besancon ging es wieder über schöne kleine ländliche Straßen und dabei stellte ich fest, dass ich in der Nähe einer Teilstrecke des französischen TET's war. So kombinierte ich die Route mit dem TET und hatte noch etwas Off-Road Spaß.

Westlich von den Süd-Vogesen ging es dann einmal quer über die Vogesen nach Osten, zuerst durch eine wunderschöne Seenlandschaft und dann doch noch mal per erlaubter Off-Road Piste über einen Pass. Die Strecke nach den Vogesen war dann schnell erledigt, einmal quer durch das Rheintal. Dabei ging die Temperatur mal wieder über 20 Grad.

Nun bin ich wieder in Deutschland und das erste was mir auffiel war, ich kann wieder alles lesen und verstehen, mich mit dem Rezeptionisten wieder unterhalten. Schon irgendwie ein seltsames Gefühl nach 50 Tagen mit vier verschiedenen Sprachen in den letzten Wochen (F/I/PT/ES).
Und ich hatte gleich nach der Grenze den ersten Blitzer am Straßenrand, willkommen in Deutschland!

Jetzt sind es noch ca. 900 Kilometer bis nach Hause, ich denke am kommenden Mittwochabend werde  ich zu Hause ankommen. Die Wetterprognosen sind jedenfalls genial, nur Sonne! Und ich  fahre ab morgen wieder nur noch mit aktiver Blitzer-Warner-App. 

Und mir gehen jetzt schon Gedanken durch den Kopf, was ich dann als erstes tun werde. Den Garten mähen, falls nicht ein guter Engel das schon erledigt hat, die Gartenmöbel rausstellen, Unkraut von der Terrasse entfernen , einkaufen, Moped putzen und ein paar Kleinigkeiten reparieren. Ich glaube das war es, reicht auch erst mal. Sonst ist ja die ganze Erholung gleich wieder hin.

Und hier wieder die Tour vom heutigen Tag und ein paar Fotos:
https://www.relive.cc/view/v8qk5yxBMKO

















Samstag, 22. Juni 2024

2024 -ACT - 52.Tag - Von Albertville nach Besancon

Für heute hatte ich mir einen Plan zurecht gelegt, dem Regen möglichst zu entgehen. Meine Wetter App zeigte mir zwei Gewitterfronten an, die Zeitlich um ca. 2-3 Stunden versetzt von West nach Ost durchziehen sollten. So brach ich recht zeitig heute um 09:00 Uhr auf, Vollgetankt machte ich mich in Richtung Norden auf und versuchte rechtzeitig die Regenlücke zu erreichen. So musste ich mich im Süden um Chambery herum noch über ein paar kleine Pässe bewegen, mal wieder im Nebel, aber kam rechtzeitig im Süden der Haut-Jura nach dem ersten Gewitter an. Dann musste ich mich sputen, immerhin waren es nun noch ca. 250 Kilometer bis zum Ziel. Die Fahrt verlief zwar zum größten Teil über kleine Straßen, aber ich kam gut voran. So erreichte ich Besancon kurz vor der zweiten Gewitterfront.

Morgen geht es dann nach Deutschland und somit beginnt dann meine Heimreise. Ich umfahre die Schweiz, hier mag ich nicht so gerne mit dem Motorrad durchfahren aufgrund der engen und strengen Kontrollen, und südlich von Freiburg in Bad Krozingen ist dann bereits mein nächstes Hotel gebucht.

Irgendwie bin ich noch nicht so richtig in Stimmung nach Hause zu fahren. Ich werde die kommenden Tage noch genießen zu Mal auch ab Montag für gesamt Deutschland schönes Wetter angesagt ist.

Ich denke ab Freiburg werde ich noch ca. 3-4 Fahrtage haben, also immer schön langsam und über kleine Straßen ein paar neue Gegenden in Deutschland entdecken.

Und hier wieder die Tour vom heutigen Tag und ein paar Fotos:
https://www.relive.cc/view/vmqX38Gw9o6














Kühe können sehr neugierig sein wenn man Motor ausstellt und Helm abnimmt!


Freitag, 21. Juni 2024

2024 -ACT - 51.Tag - Von Oulx nach Albertville

Das war heute eine nasse Angelegenheit. Nach den Frühstück blieb ich noch im Zimmer und wartete darauf, dass der Starkregen endlich mal endet. Gegen 10:30 Uhr war es dann so weit, es konnte loslegen und bis zu meinem ersten Pass blieb es auch noch trocken. Ab dann kam immer wieder ein starker Regen herunter, bis mir die Wetter-App anzeigte, ich würde  in kürze in ein kräftiges Gewitter hinein fahren. Also suchte ich mir rechtzeitig eine Gaststätte, und ich hatte Glück. In einem kleinen Dorf war noch eine Auberge offen. Da ich nun ca. 1,5 Stunden warten musste bis das Gewitter vorbei gezogen war, nahm ich ein "Petit de Jour", also eine kleine Mittagsmahlzeit.

 Als es dann wieder weiterging, überraschte mich wieder mein Navi, welch kleine Straßen es finden konnte, teilweise echt spannend – eine alte Passstraße auf der vom vorherigen Gewitter schon einige Steine lagen. Auch je näher ich Albertville kam, desto mehr sah ich die Verwüstung des vorangegangen Gewitters. Es lagen ganze dicke Äste auf der Straße. Nur gut, dass ich das Gewitter ausgesessen habe.

Jedenfalls kam heute in den Flüssen eine recht graue Wassermenge mit reichlich Gewalt die Hänge herunter. Zu dem ganzen Schmelzwasser kommt nun noch die ganze Regenmenge hinzu. 

Angekommen an meiner heutigen Unterkunft, musste ich mich sputen mein Gepäck abzuladen, denn das nächste Gewitter stand schon wieder bevor.
Heute Abend setze ich wieder keinen Fuß vor die Tür, so wie auch gestern als ich den ganzen Tag eigentlich nur im Bett lag weil es draußen nur regnete. Zum Glück gab es gegenüber dem Hotel eine gute Pizzeria!

Morgen möchte ich Besacon im Norden der Haut-Jura erreichen. Die Wetterprognosen sind wieder sehr nass. Wenn es mir zu viel wird, mache ich eben irgendwo davor schon Schluss, ich habe noch genügend Tage bis ich nach Hause muss.

Und hier wieder die Tour vom heutigen Tag und ein paar Fotos:
https://www.relive.cc/view/v7O9GMDEzLq