Montag, 30. Mai 2022

2022 - Ab zu den Schafen - Day 30

Moment mal, sagte ich zu mir heute Morgen – ich bin ja schon 4 Wochen unterwegs und somit habe ich Halbzeit! Wie die Zeit vergeht, ich merke das nicht mehr, auch muss ich mich anstrengen den Wochentag zu bestimmen. Nach der langen Zeit habe ich mich nun an mein Vagabundenleben gewöhnt. Sprich, es ist für schon ganz normal aus Taschen zu leben, den Tag mit einem Frühstück zu beginnen und nach meinem Befinden zu handeln. Ob ich dabei die Tour dann so mache wie geplant oder wie heute einfach verändere weil es im Norden der Halbinsel, wo ich heute eine Rundtour abfuhr, einfach links liegen lasse wegen schlechtem Wetter.

Es ging heute nord-westlich von Westport auf die Halbinsel Achill Island. Bis ans Ende wollte ich fahren und wusste nicht was mich erwartet. Und was soll ich sagen, nach einer steilen bergauf Fahrt ging es runter in eine wunderschöne Bucht. Nur hatte sich leider das Wetter zum Schlechten geändert und so saß ich mit einem heißen Kaffee vom Café-Wagen an der Bucht und ließ mir den Wind in den Nacken blasen. Wie ich so da saß, dachte ich, das Pärchen kennst du doch? Und richtig, es war das Pärchen aus dem Westerwald, die ich noch vor 2 Tagen weiter nördlich kennengelernt hatte.

Bärbel und Andreas sind mit ihrem Gespann unterwegs, WoMo mit Anhänger für das eigene Motorrad. Kaum hatten wir uns begrüßt schon schüttete es aus voller Kraft und wir stellten uns unter am Café-Wagen und plauderten. Jedenfalls wäre das echt ein Gaudi, sollten wir uns ein drittes Mal treffen. Die Chancen stehen dafür nicht schlecht. Sie sind auch in Richtung Süden unterwegs und unternehmen mit ihrem Motorrad immer wieder Ausflüge. Daher könnten wir uns an einem der nächsten Viewpoints am Café-Wagen wieder treffen.

Zurück kam immer mehr Regen auf und so fuhr ich direkt ins Zentrum von Westport und beschloss das Dinner vorzuziehen. In einem gemütlichen Pub fand ich um diese Uhrzeit noch gut einen Platz. Bedienung war super nett und auch das Essen war außerordentlich gut.

Morgen geht es dann weiter in Richtung Süden, nach Galway. Ich komme so langsam meinem eigentlichen Urlaubsort in Killarney / Kenmare immer näher. Dort werde ich ja 10 Tage verbringen, ausfüllen mit Wanderungen im Nationalpark, Reifenwechsel in Cork und die Ringe auf den Halbinseln abfahren. Und wenn alles klappt werde ich das letzte Wochenende dort mit dem Stephen auf Tour sein. Das ist der Ire, den ich auf der Fähre von Schottland nach Irland kennengelernt habe. Er hat sich bei mir gemeldet und würde gerne das Wochenende mit mir zusammen verbringen. Das Wetter soll jedenfalls traumhaft werden, so um die 20 Grad mit viel, viel Sonne. Drückt mir mal die Daumen, dass das auch so kommt!

Und hier mal wider die Bilder vom Tag und die Tour: https://www.relive.cc/view/vmqXNW1XjoO

 


Bei Ebbe liegen hier die Boote auf dem Grund

... oder ganz draußen

 





Was in Schottland der Stechginster war, ist hier in Irland der Rhododendron

Bucht am Ende von Achill Island


Oben auf dem höchsten Berg vom Island


... und die dunklen Wolken sind zum Greifen nach


2022 - Ab zu den Schafen - Day 29

Irgendwie war heute der Tag mit Toilettensuche – lag es an dem Kaffee heute Morgen oder doch am ausgiebigen Lunch heute Mittag? Jedenfalls macht man so auch seine Bekanntschaften. Irgendwo, abseits jeglicher Touristenroute, auf dem Weg nach Westport, meinem Ziel für heute, entdeckte ich einen grossen See. Da heute doch ein starker Nord-Westwind bis ins Land hinein wehte, war das Wasser auf dem See recht aufgewühlt. Ich fuhr also von der Nebenstrecke ab und dachte, irgendwie wird das hier klappen. Meine Augen waren fixiert auf eine Möglichkeit und was sahen sie: ein Toilettenhaus. Wau, und das mitten im Nirgendwo. Nein, so war das nicht ganz, denn beim zweiten Blick fiel mir auf, hier ist ein Anglerclub ansässig und ein Wagen mit einem deutschem Kennzeichen - aus Dürresheim am Rhein – stand an der Anlegestelle. Ein älterer, braun gebrannter Man machte sich gerade ein einem großen Ruderboot zu schaffen. Ich sprach ihn an und die hessische Sprachart kam sofort durch. Auch war er erst mal sehr wortkarg, dachte er doch wo ein Motorradfahrer ist sind noch weitere und beachtete mich nicht sonderlich.

Aber als er merkte, dass ich alleine nur das stille Örtchen aufsuchte, wurde er redseliger.

Und so kamen wir in ein Gespräch und er erklärte  mir, das er hier oben in Irland zwei der großen Ruderboote hat und immer wieder hierher kommt zum Lachsfischen. Und da sie gerne nur bei windigen Wetter und unruhigem Gewässer nach einer Fliege schnappen, konnte er mir auch seinen Fang zeigen. Was für ein großer Lachs, also mind. 60 cm lang und richtig fett. Den muss man erst mal aus dem Wasser bekommen. Er meinte auch, das sind die ersten Lachse die nun kommen und die sind nun am größten. Jedenfalls wurde es noch eine sehr schöne Unterhaltung bis ich mich winkend davon machte.

Unterwegs hatte ich noch weitere Kontakte, zum einen traf ich eine Gruppe italienischer Motorradfahrer. Zwei Pärchen mit drei Maschinen. Also fuhr eine Frau auch Motorrad, was sie mir beim Kennenlernen sofort zu verstehen gab. Jedenfalls kamen sie aus der der Nähe von Udine und sind für 14 Tage auf Tour in Irland inklusive Durchquerung von Frankreich. Mein Respekt, solch eine Tour für 14 Tage. Ihr Tagespensum liegt aber auch bei ca. 400-700 km- das wäre mir eindeutig zu viel. Die zweite Begegnung hatte ich beim Lunch, den ich mir mit einem schönen Ausblick und  Hundenähe teilte (siehe Foto unten). Ein Ire kam auf mich zu und setzte sich zu mir an den Tisch und fragte woher ich komme und so. Jedenfalls gab er mir eine Menge an Tipps für meine morgig geplante Tour auf dem Achill Island, liegt ganz in der Nähe von Westport. Er war jedenfalls unterwegs auf einer Challenge des Jahres 2022, in der man innerhalb der Saison bestimmte Strände oder andere Punkte in Irland anfahren muss mit dem Motorrad und als Beweis ein Foto postet. So was ähnliches kenne ich auch aus einer Facebook Gruppe, hier waren es neulich Bilder mit Raps im Hintergrund.

So war der Tag durch diese Begegnungen doch sehr kurzweilig, zumal das Wetter heute traumhaft war. Auch folgte ich nicht stur der WWW Route sondern bog immer mal wieder links oder rechts auf Nebenstrecken ab, die mich zwischen Küste und den grünen Bergen hindurchführten. Dieser Wechsel macht mir besonders viel Spaß. Und wenn ich mal ein paar Kilometer wieder schneller vorankommen wollte, fuhr ich für ein paar Augenblicke auf eine Schnellstraße.

So kam ich noch bei schönstem Sonnenschein in meinem B&B in Westport an. Es liegt etwas erhöht über der Stadt und ich habe aus meinem Fenster den Ausblick auf meine grünen Berge.

Die Gastgeberin, eine junge Irin, empfing mich und überschüttete mich erst mal mit Informationen. Wie komme ich am besten in die Stadt, wo bekomme ich was zu essen inklusive Live-Musik, welche Punkte hier in Westport sollte ich mir anschauen und wie ist der beste Weg entlang der Küste. Halleluja, war das viel. Ich konnte gar nichts erwidern, da ich mich nur auf ihre Worte konzentrierte. Ich meinte nur zum Abschluss, dass das nun recht viele Informationen waren, worauf sie nur erwiderte, dass das von den Deutschen erwartet wird. Nun gut, wenn sie der Meinung ist, ich wollte nicht widersprechen und nahm erst mal alle Informationen dankbar an.

Als Abendessen gab es dann für mich heute nur noch zwei Guinness, mehr war leider nicht drin. Aber ich wusste nicht wie das treibt. Und so beende ich heute meinen Report mit der Glückseligkeit ein Toilette Häuschen auf dem Rückweg zum B&B gefunden zu haben.

Die Bilder und Tour vom Tag: https://www.relive.cc/view/vevYoZNgZy6 


Die grünen Berge



Meine Fotomodelle für heute




Mein neuer Arbeitsplatz am Meer



Bekannter irischer Poet


Meine Gesellschaft zum Lunch

SPO in Irland


Das war sicherlich mal ein Vulkan

Der Angler See