Freitag, 31. Mai 2024

2024 -ACT - 30.Tag - Nordrunde Asturien

Ein Tag Pause tat wieder mal gut, ich merke doch noch den rechten Fuß. Nachdem ich nun die Picos vollends erkundet hatte, machte ich mich auf in den Norden von Asturien, sprich zwischen den Picos und dem Atlantik. Ich ließ mir Zeit am Morgen, frühstückte ausgiebig und dann wieder bei schönsten Wetter ging es durch die Vorgebirgskette gen Norden an die Küste. Wieder mal über herrliche kleine Straßen. Ich weiß echt nicht woher das die App "Kurviger.de" immer findet, aber selbst die Beschaffenheit der Strecke ob nun Asphalt oder Schotter bzw. Off-Road stimmt zu 99 Prozent. Selbst als mich das Navi noch mal von einer kleinen Straße auf eine steil abführende Straße schickte, die nur diesen geriffelten Beton aufwies, war das kein Off-Road. Einzig auf die feuchten Stellen, die teilweise mit Moos überwachsen sind, musste ich aufpassen - das ist wie Schmierseife. Am Ende dieser Strecke stand ich dann vor einer alten, kleinen Brücke und ich fragte mich wer wohl hier zu Letzt  rübergefahren ist. Aber Augen zu und durch, sie hat gehalten.

Dann, als ich bereits an der Küste war und nun das Bay-Watching anfing, schickte mich das Navi einmal kurz wieder zu den Bergen und ich dachte meine Augen trügen mich: Da war eine offizielle kleine Nebenstraße, die durch eine Tropfsteinhöhle führte. Ich konnte es gar nicht glauben, so bin ich sie insgesamt 4 Mal durchgefahren, immer wieder mit unterschiedlichen Videoeinstellungen. Ich bin schon ganz gespannt auf das Sichten des Videomaterials.

Die Buchten hier erinnern mich wieder stark an Schottland oder Irland. Türkisfarbenes Wasser in Buchten umringt von Klippen. An einer dieser Stellen machte ich dann auch meine Brotzeit.

Einer der schönsten Orte war aber Ribadesella. Ein kleines Küstenstädten und vor ihrer Bucht war ein Felsen mir einer Kirche hoch oben. Mein Navi sagte, ja da gibt es eine Route hoch. So fuhr ich in die kleinen Gassen und irgendwie kam das mir komisch vor. Denn es war eigentlich mehr ein Fußweg, ausgelegt mit großen Steinplatten. Aber beim Hineinfahren hatte ich kein Verbotsschild gesehen. Auch die Passanten auf dem Weg, zum Glück gab es davon nicht viele, machten mir bereitwillig Platz, keiner schimpfte und ich bedankte mich bei jedem. Oben angekommen war es die Anstrengung wert, eine herrliche Aussicht auf das Meer und die Stadt (Nur so am Rande, bei der Abfahrt sah ich dann das Verbostschild, nur für Anlieger und Motorräder sind explizit ausgeschlossen. Nun denn wir werden sehen.) Das musste ich meinen Eltern berichten und so zückte ich das Handy und über Facetime sprach ich mit meinem Dad – irgendwie toll, er hat bisher keinen Anruf verpasst. Ich denke mal, sein iPad ist derzeit sein treuester Begleiter.

Was ich aber noch damit sagen will, hier in Spanien habe ich bisher noch keinerlei Funklöcher erlebt. Egal ob nun in den tiefsten Bergen, Schluchten oder an der Küste – Hochachtung vor dieser Leistung.

Was ich aber noch erwähnen möchte ist, dass ich am heutigen Tag, als ich durch die Berge fuhr, des Öfteren an ein rotes Schild vorbei kam, da mir sagte – soweit reichen bereits meine Spanischkenntnisse – das ab morgen den 01.Juni die Strecke gesperrt ist für ein Radrennen. Na, da habe ich ja noch mal Glück gehabt.

Ich war zeitig von der Tour zurück und ich verspürte keine Drang heute Abend essen zu gehen. So war noch mal ein Stopp am Supermarkt angesagt und ich schaute lieber der DFB Frauenmannschaft zu wie sie ihr 4:1 gegen Polen errungen. Ich hab es nicht so mit dem späten Essen erst ab 20.30.

Ach ja, heute ist Halbzeit bei mir. Die ersten 30 Tage sind rum und auf dem Tacho stehen bereits ca. 7.000 km! Gestern Abend habe ich mit meinem Schweizer Freund Tom telefoniert, und wir beide können es nun kaum noch erwarten, dass wir uns sehen und für uns das gemeinsame Abenteuer der Off-Road Befahrung der Pyrenäen beginnt!

Und hier wieder die Tour vom heutigen Tag und ein paar Fotos:



























Mittwoch, 29. Mai 2024

2024 -ACT - 28.Tag - West-Umfahrung der Pic de Europe

Es war wieder schönstes Wetter angesagt und da am Donnerstag ein Regengebiet hier durchzieht, war die West-Umfahrung nun bereits für heute geplant. HaJo meldete gestern Abend sein Interesse an mit zu fahren. So holte ich ihn um 09.30 an seinem Hotel im Nachbardorf ab und nach einem kleinen Test seines Fahrkönnens auf sehr, sehr kleinen Straßen durch die Hügel am Fuße der Berge zur nächsten Tankstelle wurde erprobt in weit er für meine Tourenwahl geeignet ist. Und siehe da, ein alter Hase, der es versteht sein schweres Geräte sicher über kleinste Serpentinen und Kurven zu lenken und dabei das Tempo mitging. Auch ist er jemand, der gerne mal anhält, um ein paar Fotos zu schießen, sehr gut!

So ging es erstmal am nord-westlichen Rand auf eine Aussicht, die hoch über der Region zum Atlantik liegt. Doch zuerst musste ich feststellen, das diese Seite doch stark vom Tourismus geprägt ist durch Hotels und dann sehr viele Parkplätze. Und dann wurde es mir klar warum, denn zur rechten Seite lag die "Santa Cueva in Covadonga", ein Pilgerziel mit Kapelle in einer Höhle. Die Parkplätze waren alle leer, und auch die Straße nach oben. Wir fuhren erstmal in einem Rutsch ganz nach oben und schon da stellten sich wieder unglaubliche Eindrücke und Ausblicke vor unsere Augen. Nach einer etwas beherzten Überholattacke eines Reisebusses auf der schmalen Bergstraße erreichten wir den Gipfel. Auch hier sind die Kühe die Ruhe selber, irgendwie haben die alle so einen Blick als wären sie gerade von einer Mediation aus einem Kloster zurück. Egal was da kommt, egal wie groß oder klein, sie bleiben auf der Straße stehen oder posieren für ein Selfie. Jetzt weiß ich warum hier der Käse so gut ist, die Milch kommt von stressfreien Kühen!

Zurück ging es dann erst mal wieder bergab auf die Nationalstraße der westlichen Umfahrung. Wer nun aber denkt, die wäre mehrspurig ausgebaut, der fehlt. Eng und schmal geht es immer wieder durch Schluchten an einem Wasserlauf entlang, die Kehren hörten nicht auf bis wir dann am südlichen Punkt ankamen, um wieder eine Stichstraße in die Berge zu nehmen. Hier ging es tief in die Berge und am Ende wartete eine nette Bar "Lola" auf uns. Auf dem Rückweg packte HaJo noch seine Drohne aus und machte in weiter Entfernung über den Bergkämmen einige Fotos. Als er mich fragte, ob ich auch mal fliegen möchte, lehnte ich dankend ab. Mir ist das noch zu heikel, habe noch nicht so ein Vertrauen in die Technik, das da nicht doch durch ein Windstoß oder ein Hindernis die Drohne zerstört wird, HaJo war da ganz entspannt!

Da wir die Ost-Umfahrung nun nicht noch einmal fahren wollten, auf der ja einige Baustellen derzeit sind, nahmen wir die gleiche Strecke zurück und noch eine letzte Stichstraße in die Berge hinein, auf die aber keinerlei Schild hinwies. Schnell wurde es klar, hier kommt bis auf die Bauern oder einheimische Wanderer keiner sonst vorbei. Am Ende war dann auch keine tolle Aussicht, sondern wir standen an einem Flusslauf und neben uns hörten wir das kleine Wasserkraftwerk arbeiten.
Somit hatte ich einmal komplett das Gebiet der "Pic de Europe" umfahren, durchfahren und alle Möglichkeiten in die Berge einzutauchen.

Angekommen zu später Stunde am Hotel von HaJo, gab es erst mal ein Fahrbier und anschließend ein gutes Essen, das nach 4 Tagen nur Nudeln auch mal notwendig war. Es war ein kurzweiliger Abend zusammen, wir lernten uns immer mehr kennen und ich habe das Gefühl, das wir auch in unserer Heimat das eine oder andere Ründchen zusammen drehen werden. 

So war es bereits dunkel als ich mich für die letzten 13km zur meiner Unterkunft aufbrach. Und diese Strecke im Dunkeln zu fahren ist eine Erfahrung. Ich war glücklich mein Kurvenlicht zu haben, so konnten die engen Kurven doch ganz gut ausgeleuchtet werden. Angekommen fiel ich nur noch ins Bett.

Heute ist mal wieder ein Tag Pause angesagt. Morgen, am Freitag, soll das Wetter wieder besser werden und meine Planung sieht noch mal einen Abstecher zum Atlantik vor, eventuell kommt HaJo noch mal mit.

Und hier wieder die Tour vom gestrigen Tag und ein paar Fotos: