Es war wieder schönstes Wetter angesagt und da am Donnerstag ein Regengebiet hier durchzieht, war die West-Umfahrung nun bereits für heute geplant. HaJo meldete gestern Abend sein Interesse an mit zu fahren. So holte ich ihn um 09.30 an seinem Hotel im Nachbardorf ab und nach einem kleinen Test seines Fahrkönnens auf sehr, sehr kleinen Straßen durch die Hügel am Fuße der Berge zur nächsten Tankstelle wurde erprobt in weit er für meine Tourenwahl geeignet ist. Und siehe da, ein alter Hase, der es versteht sein schweres Geräte sicher über kleinste Serpentinen und Kurven zu lenken und dabei das Tempo mitging. Auch ist er jemand, der gerne mal anhält, um ein paar Fotos zu schießen, sehr gut!
So ging es erstmal am nord-westlichen Rand auf eine Aussicht, die hoch über der Region zum Atlantik liegt. Doch zuerst musste ich feststellen, das diese Seite doch stark vom Tourismus geprägt ist durch Hotels und dann sehr viele Parkplätze. Und dann wurde es mir klar warum, denn zur rechten Seite lag die "Santa Cueva in Covadonga", ein Pilgerziel mit Kapelle in einer Höhle. Die Parkplätze waren alle leer, und auch die Straße nach oben. Wir fuhren erstmal in einem Rutsch ganz nach oben und schon da stellten sich wieder unglaubliche Eindrücke und Ausblicke vor unsere Augen. Nach einer etwas beherzten Überholattacke eines Reisebusses auf der schmalen Bergstraße erreichten wir den Gipfel. Auch hier sind die Kühe die Ruhe selber, irgendwie haben die alle so einen Blick als wären sie gerade von einer Mediation aus einem Kloster zurück. Egal was da kommt, egal wie groß oder klein, sie bleiben auf der Straße stehen oder posieren für ein Selfie. Jetzt weiß ich warum hier der Käse so gut ist, die Milch kommt von stressfreien Kühen!
Zurück ging es dann erst mal wieder bergab auf die Nationalstraße der westlichen Umfahrung. Wer nun aber denkt, die wäre mehrspurig ausgebaut, der fehlt. Eng und schmal geht es immer wieder durch Schluchten an einem Wasserlauf entlang, die Kehren hörten nicht auf bis wir dann am südlichen Punkt ankamen, um wieder eine Stichstraße in die Berge zu nehmen. Hier ging es tief in die Berge und am Ende wartete eine nette Bar "Lola" auf uns. Auf dem Rückweg packte HaJo noch seine Drohne aus und machte in weiter Entfernung über den Bergkämmen einige Fotos. Als er mich fragte, ob ich auch mal fliegen möchte, lehnte ich dankend ab. Mir ist das noch zu heikel, habe noch nicht so ein Vertrauen in die Technik, das da nicht doch durch ein Windstoß oder ein Hindernis die Drohne zerstört wird, HaJo war da ganz entspannt!
Da wir die Ost-Umfahrung nun nicht noch einmal fahren wollten, auf der ja einige Baustellen derzeit sind, nahmen wir die gleiche Strecke zurück und noch eine letzte Stichstraße in die Berge hinein, auf die aber keinerlei Schild hinwies. Schnell wurde es klar, hier kommt bis auf die Bauern oder einheimische Wanderer keiner sonst vorbei. Am Ende war dann auch keine tolle Aussicht, sondern wir standen an einem Flusslauf und neben uns hörten wir das kleine Wasserkraftwerk arbeiten.
Somit hatte ich einmal komplett das Gebiet der "Pic de Europe" umfahren, durchfahren und alle Möglichkeiten in die Berge einzutauchen.
Angekommen zu später Stunde am Hotel von HaJo, gab es erst mal ein Fahrbier und anschließend ein gutes Essen, das nach 4 Tagen nur Nudeln auch mal notwendig war. Es war ein kurzweiliger Abend zusammen, wir lernten uns immer mehr kennen und ich habe das Gefühl, das wir auch in unserer Heimat das eine oder andere Ründchen zusammen drehen werden.
So war es bereits dunkel als ich mich für die letzten 13km zur meiner Unterkunft aufbrach. Und diese Strecke im Dunkeln zu fahren ist eine Erfahrung. Ich war glücklich mein Kurvenlicht zu haben, so konnten die engen Kurven doch ganz gut ausgeleuchtet werden. Angekommen fiel ich nur noch ins Bett.
Heute ist mal wieder ein Tag Pause angesagt. Morgen, am Freitag, soll das Wetter wieder besser werden und meine Planung sieht noch mal einen Abstecher zum Atlantik vor, eventuell kommt HaJo noch mal mit.
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