Ein Tag Pause tat wieder mal gut, ich merke doch noch den rechten Fuß. Nachdem ich nun die Picos vollends erkundet hatte, machte ich mich auf in den Norden von Asturien, sprich zwischen den Picos und dem Atlantik. Ich ließ mir Zeit am Morgen, frühstückte ausgiebig und dann wieder bei schönsten Wetter ging es durch die Vorgebirgskette gen Norden an die Küste. Wieder mal über herrliche kleine Straßen. Ich weiß echt nicht woher das die App "Kurviger.de" immer findet, aber selbst die Beschaffenheit der Strecke ob nun Asphalt oder Schotter bzw. Off-Road stimmt zu 99 Prozent. Selbst als mich das Navi noch mal von einer kleinen Straße auf eine steil abführende Straße schickte, die nur diesen geriffelten Beton aufwies, war das kein Off-Road. Einzig auf die feuchten Stellen, die teilweise mit Moos überwachsen sind, musste ich aufpassen - das ist wie Schmierseife. Am Ende dieser Strecke stand ich dann vor einer alten, kleinen Brücke und ich fragte mich wer wohl hier zu Letzt rübergefahren ist. Aber Augen zu und durch, sie hat gehalten.
Dann, als ich bereits an der Küste war und nun das Bay-Watching anfing, schickte mich das Navi einmal kurz wieder zu den Bergen und ich dachte meine Augen trügen mich: Da war eine offizielle kleine Nebenstraße, die durch eine Tropfsteinhöhle führte. Ich konnte es gar nicht glauben, so bin ich sie insgesamt 4 Mal durchgefahren, immer wieder mit unterschiedlichen Videoeinstellungen. Ich bin schon ganz gespannt auf das Sichten des Videomaterials.
Die Buchten hier erinnern mich wieder stark an Schottland oder Irland. Türkisfarbenes Wasser in Buchten umringt von Klippen. An einer dieser Stellen machte ich dann auch meine Brotzeit.
Einer der schönsten Orte war aber Ribadesella. Ein kleines Küstenstädten und vor ihrer Bucht war ein Felsen mir einer Kirche hoch oben. Mein Navi sagte, ja da gibt es eine Route hoch. So fuhr ich in die kleinen Gassen und irgendwie kam das mir komisch vor. Denn es war eigentlich mehr ein Fußweg, ausgelegt mit großen Steinplatten. Aber beim Hineinfahren hatte ich kein Verbotsschild gesehen. Auch die Passanten auf dem Weg, zum Glück gab es davon nicht viele, machten mir bereitwillig Platz, keiner schimpfte und ich bedankte mich bei jedem. Oben angekommen war es die Anstrengung wert, eine herrliche Aussicht auf das Meer und die Stadt (Nur so am Rande, bei der Abfahrt sah ich dann das Verbostschild, nur für Anlieger und Motorräder sind explizit ausgeschlossen. Nun denn wir werden sehen.) Das musste ich meinen Eltern berichten und so zückte ich das Handy und über Facetime sprach ich mit meinem Dad – irgendwie toll, er hat bisher keinen Anruf verpasst. Ich denke mal, sein iPad ist derzeit sein treuester Begleiter.
Was ich aber noch damit sagen will, hier in Spanien habe ich bisher noch keinerlei Funklöcher erlebt. Egal ob nun in den tiefsten Bergen, Schluchten oder an der Küste – Hochachtung vor dieser Leistung.
Was ich aber noch erwähnen möchte ist, dass ich am heutigen Tag, als ich durch die Berge fuhr, des Öfteren an ein rotes Schild vorbei kam, da mir sagte – soweit reichen bereits meine Spanischkenntnisse – das ab morgen den 01.Juni die Strecke gesperrt ist für ein Radrennen. Na, da habe ich ja noch mal Glück gehabt.
Ich war zeitig von der Tour zurück und ich verspürte keine Drang heute Abend essen zu gehen. So war noch mal ein Stopp am Supermarkt angesagt und ich schaute lieber der DFB Frauenmannschaft zu wie sie ihr 4:1 gegen Polen errungen. Ich hab es nicht so mit dem späten Essen erst ab 20.30.
Ach ja, heute ist Halbzeit bei mir. Die ersten 30 Tage sind rum und auf dem Tacho stehen bereits ca. 7.000 km! Gestern Abend habe ich mit meinem Schweizer Freund Tom telefoniert, und wir beide können es nun kaum noch erwarten, dass wir uns sehen und für uns das gemeinsame Abenteuer der Off-Road Befahrung der Pyrenäen beginnt!
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