Irgendwie war heute der Tag mit Toilettensuche – lag es an dem Kaffee heute Morgen oder doch am ausgiebigen Lunch heute Mittag? Jedenfalls macht man so auch seine Bekanntschaften. Irgendwo, abseits jeglicher Touristenroute, auf dem Weg nach Westport, meinem Ziel für heute, entdeckte ich einen grossen See. Da heute doch ein starker Nord-Westwind bis ins Land hinein wehte, war das Wasser auf dem See recht aufgewühlt. Ich fuhr also von der Nebenstrecke ab und dachte, irgendwie wird das hier klappen. Meine Augen waren fixiert auf eine Möglichkeit und was sahen sie: ein Toilettenhaus. Wau, und das mitten im Nirgendwo. Nein, so war das nicht ganz, denn beim zweiten Blick fiel mir auf, hier ist ein Anglerclub ansässig und ein Wagen mit einem deutschem Kennzeichen - aus Dürresheim am Rhein – stand an der Anlegestelle. Ein älterer, braun gebrannter Man machte sich gerade ein einem großen Ruderboot zu schaffen. Ich sprach ihn an und die hessische Sprachart kam sofort durch. Auch war er erst mal sehr wortkarg, dachte er doch wo ein Motorradfahrer ist sind noch weitere und beachtete mich nicht sonderlich.
Aber als er merkte, dass ich alleine nur das stille Örtchen aufsuchte, wurde er redseliger.
Und so kamen wir in ein Gespräch und er erklärte mir, das er hier oben in Irland zwei der großen Ruderboote hat und immer wieder hierher kommt zum Lachsfischen. Und da sie gerne nur bei windigen Wetter und unruhigem Gewässer nach einer Fliege schnappen, konnte er mir auch seinen Fang zeigen. Was für ein großer Lachs, also mind. 60 cm lang und richtig fett. Den muss man erst mal aus dem Wasser bekommen. Er meinte auch, das sind die ersten Lachse die nun kommen und die sind nun am größten. Jedenfalls wurde es noch eine sehr schöne Unterhaltung bis ich mich winkend davon machte.
Unterwegs hatte ich noch weitere Kontakte, zum einen traf ich eine Gruppe italienischer Motorradfahrer. Zwei Pärchen mit drei Maschinen. Also fuhr eine Frau auch Motorrad, was sie mir beim Kennenlernen sofort zu verstehen gab. Jedenfalls kamen sie aus der der Nähe von Udine und sind für 14 Tage auf Tour in Irland inklusive Durchquerung von Frankreich. Mein Respekt, solch eine Tour für 14 Tage. Ihr Tagespensum liegt aber auch bei ca. 400-700 km- das wäre mir eindeutig zu viel. Die zweite Begegnung hatte ich beim Lunch, den ich mir mit einem schönen Ausblick und Hundenähe teilte (siehe Foto unten). Ein Ire kam auf mich zu und setzte sich zu mir an den Tisch und fragte woher ich komme und so. Jedenfalls gab er mir eine Menge an Tipps für meine morgig geplante Tour auf dem Achill Island, liegt ganz in der Nähe von Westport. Er war jedenfalls unterwegs auf einer Challenge des Jahres 2022, in der man innerhalb der Saison bestimmte Strände oder andere Punkte in Irland anfahren muss mit dem Motorrad und als Beweis ein Foto postet. So was ähnliches kenne ich auch aus einer Facebook Gruppe, hier waren es neulich Bilder mit Raps im Hintergrund.
So war der Tag durch diese Begegnungen doch sehr kurzweilig, zumal das Wetter heute traumhaft war. Auch folgte ich nicht stur der WWW Route sondern bog immer mal wieder links oder rechts auf Nebenstrecken ab, die mich zwischen Küste und den grünen Bergen hindurchführten. Dieser Wechsel macht mir besonders viel Spaß. Und wenn ich mal ein paar Kilometer wieder schneller vorankommen wollte, fuhr ich für ein paar Augenblicke auf eine Schnellstraße.
So kam ich noch bei schönstem Sonnenschein in meinem B&B in Westport an. Es liegt etwas erhöht über der Stadt und ich habe aus meinem Fenster den Ausblick auf meine grünen Berge.
Die Gastgeberin, eine junge Irin, empfing mich und überschüttete mich erst mal mit Informationen. Wie komme ich am besten in die Stadt, wo bekomme ich was zu essen inklusive Live-Musik, welche Punkte hier in Westport sollte ich mir anschauen und wie ist der beste Weg entlang der Küste. Halleluja, war das viel. Ich konnte gar nichts erwidern, da ich mich nur auf ihre Worte konzentrierte. Ich meinte nur zum Abschluss, dass das nun recht viele Informationen waren, worauf sie nur erwiderte, dass das von den Deutschen erwartet wird. Nun gut, wenn sie der Meinung ist, ich wollte nicht widersprechen und nahm erst mal alle Informationen dankbar an.
Als Abendessen gab es dann für mich heute nur noch zwei Guinness, mehr war leider nicht drin. Aber ich wusste nicht wie das treibt. Und so beende ich heute meinen Report mit der Glückseligkeit ein Toilette Häuschen auf dem Rückweg zum B&B gefunden zu haben.
Die Bilder und Tour vom Tag: https://www.relive.cc/view/vevYoZNgZy6
| Die grünen Berge |
| Meine Fotomodelle für heute |
| Mein neuer Arbeitsplatz am Meer |
| Bekannter irischer Poet |
| Meine Gesellschaft zum Lunch |
| SPO in Irland |
| Das war sicherlich mal ein Vulkan |
| Der Angler See |
Also deinen neuen Arbeitdplatz am See würde ich auch gerne nehmen😃
AntwortenLöschenAber da fehlt noch das Zelt bei schlechtem Wetter…