Sonntag, 29. Mai 2022

2022 - Ab zu den Schafen - Day 28

Das war heute die Entschädigung für gestern, mit einem Wort: grandios! Noch bei dunklen Wolken, aber ohne Regen, wurde es von Meile zu Meile weiter südlich immer schöner. Gelandet bin ich dann nach 9 Stunden bei Sonnenschein in Donegal.

Fange ich aber mal vom Anfang an. Das Frühstück und auch die Gesellschaft durch Mary und John sowie durch den weiteren jungen Gast namens Wilhelm – ein Ire – war sehr erheiternd. Tolles Frühstück und ein unterhaltsames Gespräch in der Vierer-Runde. Lag es doch an meinem gestrigen Frust, dass ich den Empfang so wie beschrieben empfunden habe? Ich denke schon.

So war ich dennoch schon um 09:00 auf dem Motorrad und steuerte gen Süden. Ich kam an unzähligen Sandstränden vorbei und fuhr zu großartigen Cliffs, an manchen bis ganz hoch gegen ein kleines Entgelt. Ich war voller Freude und musste innerlich oft nur mich bedanken, dass ich das erleben kann.

Es war doch aber ein langer Ritt und so kam ich erst recht spät für mich am B&B in Donegal an. Die Haustür stand offen und ich klingelte, nach dem dritten Mal kam Steve und zeigte mir mein Zimmer – einfach aber ausreichend für eine Nacht. Ich hatte noch ein Dose Bier und so setzte ich mich vor das Haus auf die Bank und genoss erst mal die ersten Züge mit Blick auf die alte Brücke, die nach Donegal führt. Beim Einchecken sah ich eine Zeile im Gästebuch über mir, dass auch eine Maria aus Germany anwesend sein musste. Als eine nett aussehende, blonde Frau kam sprach ich sie an, ob sie Maria ist. Und ja sie war es, sie hatte noch Zeit bis ihr Bus zum nächsten Ort abfuhr und so unterhielten wir uns. Es war sehr schön und auch ihre Neugier, wie ich mit dem Gefühl der Einsamkeit umgehe fand ich schon tiefer als so manche Gespräche zuvor. Auch sie ist oft allein reisend unterwegs und beschäftigt sich mit dieser Frage. Und schon musste sie wieder aufbrechen zum nächsten Ziel, es war eine kurzweilige halbe Stunde. Aber vielleicht meldet sie sich ja über den Blog, ich würde mich freuen.

Den restlichen Abend verbrachte ich beim Italiener gleich um die Ecke, leckeres Essen und genug bis morgen Früh.

Ich hatte doch von den Café-Wagen berichtet. Als ich heute an einem Viewpoint anhielt und einen vor traf, fragte ich die Irin, was das mit den ganzen Wagen hier in Irland auf sich hat. Sie erklärte mir die Entstehung dieser Möglichkeit an schönen Orten eine heißen Kaffee zu trinken: Mit Anfang der Corona Pandemie waren alle Restaurants geschlossen und auch später immer wieder mal zu und auf. Möglichkeiten sich etwas hinzu zu verdienen waren nicht gegeben. Die einzige Art etwas zu erleben war raus in die Natur. Da wurde ein Konzept kommend aus Australien übernommen, die Gründung der Café-Wagen. Alte, ausrangierte Wohnwagen wurden mit dem Notwendigen ausgestattet und später professionalisiert und so hält sich diese neue Form des Kaffee trinken. Auf meine Frage wie es denn mit den Standgebühren aussieht, sagte sie, dass es hier freizügig zugeht. Man bezahlt eine Pauschale und kann sich hinstellen wo man möchte. Wer zuerst komm hat dann den Platz.

Ich fände die Auswahl bei uns auch sehr schön, denke aber aufgrund der Formalitäten, die bei uns notwendig wären, wird das bei uns nicht möglich sein. Dafür sind dann aber unsere Ausflugsziele Lärm befreit, denn jeder Wagen hat einen Diesel betriebenen Strom Aggregat, und der ist schon laut und der Genuss der Stille dahin.

Morgen geht es weiter Richtung Süden, hoffentlich mit Sonne, nach Westport. Da werde ich dann sogar 2 Nächte bleiben.

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende und alles Gute.

Hier die Bilder des Tages und die Tour: https://www.relive.cc/view/vrqDAxW3Vwv









Horn Head



 




Ausblick von einem Golfplatz





Ein Kaffee-Wagen


Die Bucht Mailn Beg


Die höchsten Cliffs von Irland - Slieve League



In Ferne einer der vielen alten Wachtürme für die Abwehr eines Flottenüberfalls der französischen Streitkräfte zu Zeiten von Napoleon




 

 

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