Es viel mir nicht leicht das Studio "My Rooms" heute morgen zu verlassen. Selten so einen Komfort für so wenig Geld erlebt. Aber ich will ja südwärts, also Sachen packen und los ging es. Zuerst an der Küste entlang, was für herrliche Ausblicke und die Morgenluft war noch angenehm kühl.
Ziel war es für heute, die Fähre bei Glyfa um 16:00 zu erreichen. So bog ich nach der Küstenfahrt ins Landesinnere ein und mein Navi schickte mich auf einen merkwürdigen Weg. Zuerst eine kleine Bachdurchfahrt, dann an einem Bauernhof vorbei, bevor es dann in den Oliven Hainen plötzlich immer steiler bergauf ging. Hier war seit Ewigkeiten keiner lang gefahren. So vergass ich die goldene Regel, erst schauen, dann fahren und schon befand ich mich auf einem steilen Anstieg, die Dornen der Gebüsche wollten mich aufhalten und nur auf der rechten Seite des Weges war eine Spur, links eine tiefe Auswaschung. War ich die letzten Tage in solch einem Gelände ohne Gepäck unterwegs, so musste ich leider feststellen wie sich 35kg Zuladung hier anfüllten. Ich hatte nicht genug Speed um ganz oben anzukommen und blieb auf halber Strecke stehen, und mit voll durchgezogener Vorderrad Bremse zog mich das Gewicht nach unten. Und es passierte was passieren muss, ich landete in der linken tiefen Spur und hatte kein Halt mehr, das Motorrad legte sich kopfüber in die Rinne. Also Gepäck runter soweit möglich und das Motorrad um 180 Grad nach untern drehen, so dass die Räder in der Rinne waren und ich weniger Kraft aufwenden musste die Maschine aufzurichten. Es war eine schweisstreibende Arbeit und nach einer gefühlten Ewigkeit kam ich an der Strasse wieder an. Nach diesem Erlebnis traute ich meinen Navi nicht mehr und suchte mir die Wege selber in Richtung der Fährstelle.
Ich bekam die Fähre bereits um 15:00 Uhr und eine halbe Stunde später war ich schon übergesetzt. Gleich am Hafen hatte ich mir ein Zimmer genommen. Die Begrüßung durch einen älteren Herren war merkwürdig, zuerst zeigte er mir den Stellplatz für das Motorrad und anschliessend war er verschwunden. Bis dann endlich der eigentliche Vermieter aus dem Nachbargebäude kam und mir mein Zimmer zeigte. Es ist wohl eher eine Privatwohnung, zum Gegensatz zu meinen Erfahrungen aus den letzten Übernachtungen eher unterste Kategorie. Aber es ist ja nur für eine Nacht. Dafür ging ich noch eine Runde durch den Ort spazieren und musste feststellen, auch hier nagt der Zahn der Zeit. Viele Häuser sind verwildert, Bauruinen zeugen von einer Idee auch hier Tourismus aufzubauen, was aber wohl nicht funktioniert hat. Aber dennoch fand ich nach einem kleinem Nickerchen - das erste Mal auf dieser Reise - eine kleine Taverne, in der es sehr gutes Abendessen gab.
Morgen werde ich ich versuchen die Insel auf beiden Seiten zu erkunden.Die Westseite, eher Familien freundlich wegen der Sandstrände und auch die Ostseite, eher rauher mit steilen Klippen. Ziel ist es jedenfalls so nah an Athen zu kommen, so dass ich am Montag den Reifenwechsel durchführen kann.
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