Heute Morgen als um 07:00 der Wecker klingelte, hörte ich bereits das vertraute Rauschen des Regens. Nun gut, dachte ich mir, dann bleibste halt noch etwas liegen. Doch nach dem Frühstück gegen 09:00 kam die Sonne raus, die Straßen waren noch etwas nass. Aber das störte mich erst mal nicht, da ich mir heute beim Tanken ja die Autobahn Vignette holen wollte und direkt nach Innsbruck fuhr. Von da aus ging es dann auf der alten Brenner Straße nach Süden in Richtung Sterzing. Angekommen wieder in Südtirol merkte ich sofort das mediterrane Klima und fühlte mich sofort wieder wohl. Auch die Gegend ist uriger als hier in Tirol, die Straßen kleiner und verspielter, oft sehr schmal aber dafür sehr schön gewunden. Immer wieder bewundere ich die italienische Baukunst beim Straßenbau. Es ging dann zuerst auf den Jaufenpass, die Berggipfel waren wie sauber geputzt. Der Regen der letzten Tage hatte nun zur Folge, dass man eine klare Weitsicht hatte und bis weit in der Ferne die einzelnen Gipfel erkennen konnte.
Von dort aus ging es dann weiter bis nach Meran und dann über eine verspielte kleine Straße im Hochgebirge nach Bozen. Ich staunte nicht schlecht, als mein Navi kurz vor Bozen zwei ganze 360 Grad Turns anzeigte und richtig, auf dem Weg vom Gipfel runter nach Bozen macht die Straße zwei Turms durch die Felsen und man fährt im Kreis ins Tal. Angekommen kurz vor Bozen zog es mich wieder gegen Norden zum Penser Joch, der höchste Punkt mit 2200m auf dieser Tour. Auf den Weg dorthin lernte ich bei einer Pause drei Jungs aus Nürnberg kennen, wir unterhielten uns eine lange Zeit. Wären sie nicht in meine entgegen gesetzte Richtung unterwegs gewesen, wäre ich gerne mit ihnen ein Stück mit gefahren. So trennten wir uns wieder nach unserem angeregten Erfahrungsaustausch über Motorräder, Land und Leute. Auf dem Penser Joch angekommen, sah ich in weiter Ferne dunkle, schwarze Wolken. Ich ahnte da bereits das mich das Unwetter spätesten in Innsbruck erreichen würde und so war es dann auch . Kurz nach dem Brenner Pass machte der Himmel für mich die Schleusen auf und ich beeilte mich zu Hause am Hotel anzukommen.
Im Zimmer angekommen, war ich glücklich diesen Tag erlebt zu haben. Viele neue Eindrücke und ein Gefühl der wohligen Erschöpfung machten sich breit. Pünktlich zum Abendessen war ich dann im Restaurant und konnte meine Erlebnisse mit dem Nachbartisch, ein Motorrad fahrendes Pärchen aus Oberfranken, teilen.
Nun liege ich im Bett und schreibe diese Zeilen und denke an Morgen, mein letzter Tag mit dem Zweirad - es soll nochmal über Pässe gehen. Denn - Hurra - heute kam die Meldung, dass das Timmelsjoch auf hat. Somit werde ich morgen die Gelegenheit haben durch 3m hohe Schneewände fahren zu können.
Und hier wieder ein paar Bilder von meinen heutigen Eindrücken:
Und hier die gefahrene Tour:https://www.relive.cc/view/vQvxBYGej96
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