Samstag, 5. Juni 2021

2021 - Sommer Tour Dolomiten & Zillertal - Tag 5: Pässe im Süd-Osten - mit einem unglücklichem Ausgang

Nun schreibe ich den gestrigen Tag nieder, fiel Spaß macht mir dies nicht. Denn der Tag hatte keinen schönen Ausgang - aber der Reihe nach. Da nun dies unser letzter Tag in den Dolomiten und morgen es dann ins Zillertal gehen sollte, Thomas wollte mit seinem Motorrad über den Brenner fahren, sollte die Runde kleiner ausfallen. Zwar "nur" 250 km aber dafür über schöne Pässe im Süd-Osten. Über Passo Lavazè, Manghen, Brocon, Rollo und das Sella Joch sollte es gehen.

Wir hatten auch Glück mit dem Wetter, die Sonne schien und mit uns waren einige andere Motorradfahrer unterwegs. Besonders der Pass Manghen ist eine Herausforderung da er sich zum Schluss auf kleinen Straßen in engen Kehren den Berg heraufwindet. Aber wir hatten ja nun schon Übung und meisterten den Anstieg. Am Pass Brocon, den hatte ich von meiner letzten Tour noch gut in Erinnerung - bei strömenden Regen hoch um dann oben zu erfahren, das die Abfahrt gesperrt ist - kamen wir gegen 12:00 an. Auf solchen Touren trifft man oft dieselben Fahrer und so sagte man uns, wenn wir einen Espresso trinken wollen, sollten wir uns sputen.Denn nur von 12:00 - 13:00 in der Mittagspause der Italiener sei der Pass bergab zu befahren - mal Glück gehabt.

Weiter ging es in Richtung Passo Rollo, eine Mittagspause eingelegt, und die Wolken zogen sich so langsam zu einem Gewitter zusammen. Und dann passierte es, das was keiner haben möchte, in einer leichten Linkskurve konnte Thomas sein Motorrad nicht mehr kontrollieren, zum Glück bei geringer Geschwindigkeit, und fuhr rechts ab von der Straße auf einen Grashügel, dahinter ein kleiner Stellpatz. Ich bemerkte, dass etwas nicht stimmte, denn ich fuhr auch mit geringer Geschwindigkeit und dennoch fing mein Headset, mit dem ich und Thomas gekoppelt waren, an zu piepen. Ich ahnte nichts Gutes, drehte um und sah ihn am Straßenrand; fluchend über sich selber und sein Missgeschick. Aber ihm fehlte zum Glück nichts, nur sein Motorrad hatte ordentliche Schrammen und Einbrüche an der rechten Verkleidung und leider war das Ventil am Kupplungsdrucknehmer abgebrochen. Eine Weiterfahrt in diesem Zustand war nicht möglich. Nach kurzer Überlegung unserer Optionen entschieden wir uns das Motorrad stehen zu lassen, mit meinem zum Hotel zu fahren und das Auto mit dem Anhänger zu holen und wieder zurück zu kommen. So fuhr ich also das erste Mal mit meinem Bruder als Sozius in den Bergen und musste mich höllisch konzentrieren, zumal mir der Schrecken auch noch in den Knochen saß.

Nach insgesamt 3 Stunden mit hin- & herfahren, aufladen hatten wir dann das Motorrad am Hotel. Für Thomas stand dann bereits fest, dass für ihn der Reise hier nun zu Ende ist und er nun am nächsten Tag mit dem Zug die Heimreise antritt. Ich nehme das Motorrad mit nach Siegburg und dann werden wir weitersehen ob dort eine Reparatur machbar ist oder Thomas das Motorrad mit einem Hänger abholt. Die Stimmung besserte sich langsam zum Abend und dennoch tut es mir Leid um ihn, zumal er ja sich auf das Zillertal gefreut hatte und hier seinen Berliner Kumpel treffen wollte. Aber wie so oft gesagt: Lieber Blech weg als das Leben!

Nun schreibe ich die Zeilen aus dem Landgasthof Gappen in Kramsach, wo wir uns heute mit den anderen treffen wollten. Thomas hatte ich auf der Herfahrt am Hauptbahnhof in Innsbruck abgesetzt und nun sollte er bereits unterwegs sein gen Berlin.

Selbst der Himmel fängt nun an zu weinen, und auch für die nächsten Tage sieht das Wetter nicht gut aus – viel Regen, Blitz und Donner. Mal schauen was daraus wird, ich werde berichten.

 

Und hier noch ein paar letzte Fotos aus Italien – da war noch alles gut









 Heute gibt es keine Tour zum Nachfahren - Unglückstouren veröffentliche ich nicht

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