Montag, 23. Mai 2022

2022 - Ab zu den Schafen - Day 23

Heute war der Tag an dem ich Schottland verlassen habe. Nach einem sehr guten englischen Frühstück begab ich mich auf den direkten Weg zum Hafen bei Stranraer, wo ich mit der Fähre nach Irland / Belfast übersetzen wollte. Je weiter südlich ich kam, desto mehr kam die Sonne raus. Schottland verabschiedete sich also von mir von der schönen Seite. Auch wurde die Gegend wieder etwas lieblicher, viel Wald mit sattem Grün. Natürlich war mein direkter Weg nicht auf den großen Bundesstraßen, sondern führte mich über kleine Dörfer und ich erinnerte mich wieder an meine Heimat. Wenn ich das so schreibe bekomme ich schon ein wenig Heimweh.

Wie ich also so über die Dörfer fuhr, wurde ich an einem Bauernhof von einem jungen Mann angehalten. Zuerst dachte ich, jetzt wird er mich ermahnen, dass dies keine öffentliche Straße wäre. Doch stattdessen fragte er mich ob ich kurz 2-3 Minuten warten könnte, denn den Weg vor mir entgegenkommend wäre eine Schafsherde gerade zum Hof unterwegs. Ich stellte mein Motorrad ab und wir sprachen über, was soll es sonst sein, Fußball. Als dann die kleine Herde, ein halbes Dutzend, auf mich zukam und mich erspähte, zögerten sie weiter zu gehen. Ich sprach den Bauernjungen an und meinte die wären immer nervös wenn ich an denen vorbei fahre. Er aber sagte, das wäre jetzt nicht der Grund, denn sie wüssten was mit ihnen passiert: Es waren nur männliche Schafe und sie waren nicht zeugungsfähig, daher sollten sie geschlachtet werden – ohje!

Ohne weitere große Vorkommnisse, dieses Mal hatte ich auch keinen Stopp eingeplant, kam ich überpünktlich am Hafen an. Ich war mit einer der ersten die in der Reihe speziell für Motorräder aufgemacht wurde. Also nicht wie die letzten Male wo ich doch recht einsam am Hafen stand und abseits der Autokolonne gewartet hatte. Es füllte sich und es waren dann doch recht viele Biker dann zum Boarding erschienen. Mittlerweile ist das Auffahren und das Festzurren der Maschine mir bekannt, und keine Hektik bzw. Nervosität kommt bei mir mehr auf – toll, nun bin ich ein alter Hase, der nun auch das perfekt kann.

In der Warteschlange kam ich aber dann wieder mit einigen Iren und sogar mit einem Deutschen, Ronni aus Kassel, ins Gespräch. Er fährt das Modell wie meine nur ca. 30 Jahre älter – ich meine er ist sogar jünger als sein Moped. Die Überfahrt haben wir dann zusammen verbracht und wie ich hat er auf das Bedürfnis solch eine Reise alleine zu planen und durchzuführen. Man ist selbstbestimmt und kann sich seine Tour einteilen wie man möchte und muss sich nicht abstimmen bzw. Kompromisse eingehen. Ich denke, gerade auf so einer Abenteuertour hat das schon seinen Charme.

Was soll ich jetzt nun euch erzählen, Schottland verließ ich bei Sonnenschein und nun ratet was mich bei Ankunft in Belfast erwartete: natürlich Regen. Aber ich hatte noch Glück, das große Ungewitter war bereits abgezogen und so war nur noch ein leichter Nieselregen angesagt. Jetzt bin ich wieder in einem B&B abgestiegen, gleich gegenüber dem von mir ausgewählten Campingplatz hier in Larne. Eigentlich sollte ich ja hier mit der Fähre ankommen, aber da diese ja die P&O Fähre war, hatte ich rechtzeitig die Überfahrt storniert aus den bereits geschilderten Gründen.

Morgen folge ich dem Giant's Causeway in Richtung Nordosten an der Küste entlang  und zurück nach Belfast, dabei die legendären Orte des Rennfahrers Joey Dunlop besuchen.

Es gibt heute nur ein paar wenige Bilder – ich musste ja rechtzeitig ankommen

Tour: https://www.relive.cc/view/vPOpZn2m5Eq

 

Ausgebüchst - ob ich die in Irland auch so antreffe?

Abschied im Sonnenschein

Warten auf die Fähre

...und mit mir viele andere Biker

Adieu Schottland



Ankunft Irland
 
Herzlichst Willkommen lieber Regen - lange nicht gesehen

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