Das war heute ein schöner Tag mit einem tollen Ereignis. Nach dem Frühstück ging es los auf eine kleine Spritztour durch das County Cork. Da sich im Inland keine Touristen herumtreiben, die Iren am Vormittag alle in der Kirche sind, waren die Straßen frei. Erst am Nachmittag musste ich gelegentlich mehr aufpassen, da flogen dann Kanonenkugeln. Nicht wirklich, aber in einigen kleinen Dörfern wurden heute auf der Landstraße "Road Bowling" gespielt. Wenn ihr euch fragt, was ist das, hier die Erklärung:
" Irish Road Bowling ist ein einzigartiger Sport, der hauptsächlich in Cork und Armagh gespielt wird. Obwohl es heutzutage in viel mehr Grafschaften in Irland gespielt wird. In gewisser Weise ist es wie Golf auf der Straße. Die Wettkämpfer versuchen, mit möglichst wenigen Würfen eine Metallkugel über einen vorgegebenen Verlauf von Landstraßen zu schleudern. Es stammt aus der Zeit um 1600 in Irland. Wie es heißt, haben die irischen Truppen britische Kanonenkugeln gestohlen und sie in ihre Lager zurückgerollt. Heutzutage wird Irish Road Bowling weltweit gespielt, auch an vielen Orten in den Vereinigten Staaten. "
(Quelle: https://irisharoundtheworld.com/irish-road-bowling/)
Ich sage ja, die Iren sind verrückt, aber nett verrückt!
Je weiter ich südlich kam, steuerte ich mehr und mehr auf die Südküste zu. Kurz vor Baltimore entdeckte ich ein Schiffswrack in der Bucht, mit mir auch ein anderer Motorradfahrer, laut Kennzeichen aus Baden-Baden. Aber weit gefehlt, es war ein Amerikaner namens Tomas aus Maryland, 24 Jahre jung, Lehrer von Beruf und auf Europa Tour. Das Motorrad hatte er sich für eine Woche in Dublin bei einer deutschen Vermietung ausgeliehen, die bringen jedes Jahr zu Mai in Deutschland angemeldete Motorräder nach Irland – und schon wieder irre.
Da wir beide dasselbe Ziel hatten, den Beacon am Buchtende von Baltimore, fuhren wir gemeinsam dahin und verbrachten einige Zeit zusammen. Dann musste er auch schon weiter in Richtung Norden und ich wollte noch den Ausblick auf die Bucht genießen an einem Pub. Auch da hatte ich wieder nette Gespräche mit ein paar Iren. So fuhr ich sicherlich mindestens eine Stunde später in Richtung Norden, als ich dann plötzlich Tomas mit seinem Motorrad am Straßenrand sah. Es war zum Glück nichts passiert, aber er suchte den Weg über den Pass, den ich ihm genannt hatte. Da wir nun beide wieder zusammen waren und in die gleiche Richtung fuhren, bot ich mich als Guide an und so zeigte ich ihm den Pass. Er war mächtig beeindruckt von den grünen Bergen im Inland. Sein Vermieter hatte ihm nämlich nur Touren an der Küste mitgegeben und so konnte ich ihm noch etwas mehr von Irland zeigen. So kam er noch auf ein Getränk mit zu meinem Lieblings-Pub bevor er dann doch weiterziehen musste in Richtung Norden. Da er aber als nächstes zum Wandern / Klettern in die Schweiz fliegt, anschließend nach Rom, bot ich an wenn er mag kann er gerne auf dem Rückweg über Köln fliegen, ein Bett zur Übernachtung habe ich noch frei. Mal sehen ob er sich meldet.
Das war ein schöner Abschluss von meinen Irland Touren. Ich kann jedenfalls behaupten, besonders die südwestliche Ecke ausgiebig erkundet zu haben und kenne mich nun schon ganz passabel hier aus.
Nach Ankunft am B&B schon mal ein paar Sachen zusammen gepackt und auf das Motorrad geschnallt damit ich morgen recht früh starten kann. Mich erwartet dann in England & Frankreich purer Sonnenschein und Temperaturen von über 20 Grad, dem Zelten ab Frankreich steht somit nichts mehr im Weg. Und es gibt dann dort auch keine Midges, die kamen nun in den letzten Tagen vermehrt raus. Als ich eben die Sachen auf lud, stand ich bereits in einer Wolke. Das ist sehr unangenehm, da sie anfangen dich zu beißen. Gut das ich so viel Regen und Wind hatte!
Und hier wieder die Bilder und die Tour von heute: https://www.relive.cc/view/vPOpZozrKRq
| Das Schiffswrack |
| Die Bucht von Baltimore |
| Der " Beacon" |
| Der Pass |
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