Samstag, 11. Mai 2024

2024 -ACT - 10.Tag - Von Cadiz nach El Rocio

Das war die richtige Entscheidung, nicht nach Sevilla und auch nicht nach Tarifa - wo bin ich gelandet? Lasst mich es so beschreiben, wenn man in das Dorf fährt, denkt man es wäre irgendwo in Mexiko. Die Straßen bestehen aus tiefsten Sand, die Häuser sind höchstens zwei Stockwerke hoch und gegen Abend sind mehr Pferde und Kutschen auf den Straßen als Autos und es gibt Theken für Pferd und Reiter! Ich bin in El Rocio, eine Stadt am Rand des Naturparks El Donana. Ein Vogelschutzgebiet, durch das Schiffe fahren dürfen - Sachen gibt es. 

Jedenfalls bin heute ziemlich weit dem TET gefolgt, und der führte auch dort entlang. Über grobe, kaputte Straßen und zerfahrenen Ackerwegen ging es. Sogar eine Fährfahrt  - über den Rio de Guadalquivir -war heute drin. Bei der war mir sogar etwas mulmig. Denn erstens wurde sie mit Autos voll beladen und zweitens sollte ich mich an den Rand der Fähre stellen. Nun ist diese aber überhaupt nicht vergleichbar mit unseren Rheinfähren, denn zu Boardkante war nicht viel Platz und das Gatter machte auf mich keinen stabilen Eindruck, zumal der Fährmann nur mit dem Bug jeweils am Ufer anlegen kann und dabei in einem Wahnsinns Tempo einmal um 180 Grad dreht. Ich musste auf dem Moped sitzen bleiben und den Seitenständer konnte ich auch nicht ausklappen, so musste ich den Schwung abfangen und hoffte, dass sich das Moped nicht zu stark zur Seite bewegte. Aber alles gut gegangen!

Zurück zu El Rocio, aber wer nun denkt, hier wäre außen herum Wüste, der fehlt. Angrenzend an der Stadt, liegt ein großer See, den ich morgen erkunden möchte. Aus dem steigen nun zur abendlichen Essenszeit - so um 22:00 Uhr - Schwärme von Mücken auf.

Aber bevor ich überhaupt zum Essen kam, ging ich an mehreren Tavernen vorbei und überall wurde musiziert. Die Leute tranken, tanzten und waren alle nur fröhlich. Selbst auf den Verandas der Häuser wurde musiziert mit Gitarre und viel Gesang. Es ist halt Samstag und hier scheint das Dorf so das Wochenende zu feiern. 

Mich fressen gleich dir Mücken auf, aber nicht nur mir geht es so, auch allen anderen. Es wird an jedem Tisch gehauen und geschlagen. Wird Zeit für die Rechnung und dann noch einen kleinen Verdauungsspaziergang durch das Dorf. Es wirkt alles sehr wie aus einer anderen Welt, so stelle ich mir die Pueblos in Mexiko vor. 

Jetzt aber ab in die schöne Pension und den Bericht schreiben.

Morgen, wie gesagt, bleibt das Motorrad kalt – jedenfalls nicht erwärmt vom Fahren, ich denke mal es wird durch die Sonne morgen warm genug. Denn hier sind derzeit über 30 Grad im Schatten. Das war auch der Grund warum ich nicht nach Sevilla gefahren bin, denn dort ist es noch wärmer in der Stadt und bei diesen Temperaturen macht es mir keinen Spaß die Stadt anzuschauen. Da hoffe ich auf mehr Abkühlung wenn ich zu dem See hier gehe.


Und hier wieder die Tour vom heutigen Tag und ein paar Fotos:
https://www.relive.cc/view/v8qV3yByW7v



























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1 Kommentar:

  1. Das sind die Überraschungen, die das Reisen mit dem Motorrad ausmachen! Toller Ort, würde mir auch gefallen…Liebe Grüße Anne

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