Heute war alles richtig! Zuerst meine Entscheidung dem ACT im Off-Road nicht zu folgen und auch nicht eine Unterkunft in der Stadt Torre de Moncorvo zu buchen, sondern statt dessen lieber auf kleinen Straßen durch die Berge in Richtung Norden dem ACT folgend, denn die Passagen in den Gipfeln waren heute alle in den Wolken, und dann auch für heute Abend in einer kleinen Stadt namens Acoreira ein Zimmer zu buchen.
Aber starten wir den Tag von vorne. Nach dem gestrigen Aus-Tag, und den brauchte ich wirklich, denn mein Fuß sah nicht gut aus, und ich war bis auf ein paar Pflegearbeiten am Motorrad auch sonst nicht unterwegs und bis auf den abendlichen Besuch in der nahen Pizzeria, wo ich noch mal Samuel und auch seinen Freund Max getroffen habe, war ich doch recht zeitig im Bett und kurierte mich aus. Auch merkte ich, dass mein Körper mal eine Pause brauchte wie ebenso mein Geist, mal nicht hoch konzentriert die Straße oder den Feldweg befahren zu müssen.
So war es beim Frühstück schon eine lustige Runde, denn als Tischnachbarn hatte ich zwei Engländer. Und wenn die mal anfangen zu quasseln, dann gibt es kein Halten mehr. So kam ich auch etwas später los als gewollt, aber das war auch nicht weiter schlimm, denn die Sonne versteckte sich weiterhin hinter dunklen Wolken und die Temperaturen waren grenzwertig. Aber je weiter ich in den Norden kam, desto wärmer wurde es .Die Sonne zeigte sich und tolle Weitblicke eröffneten sich mir von einem hohen Berg, wiedermal mit vielen Antennen.
Auch tierische Begegnungen blieben nicht aus. Einmal ein Wildferkel, ich weiß nicht wie ich das nennen soll, wenn da so ein kleines schwarzes etwas vor deinem Vorderrad auftaucht, dich fragend anschaut ob du etwa die Wildsau-Mama wärst – ich bin ja auch in total schwarz unterwegs – und dann doch merkt, hier bin ich falsch, oder eine Meute Hunde die dich in einem Dorf jagt, wobei der kleinste todesmutig permanent vor deinem Reifen umherspringt, um deine Fahrt zu verlangsamen damit der große Hund von der Seite dich besser attackieren kann.
So verrannten die Stunden und ich kam in diesem kleinen Dorf an. Meinen ersten Kontakt hatte ich aber dann mit einer Nachbarin von der Pension, die dann auch noch gut Deutsch sprach – sie lebte lange Zeit in Essen, und wie sich später herausstellte so einige aus dem Dorf auch noch – die die eigentliche Vermieterin heranholte und mich in ihrer kleinen Pension herzlichst begrüßte. Auch sie lebte einige Zeit in Frankfurt. Eine Stunde später nach einer kleinen Augenkosmetik, ging es dann zum einzigen Restaurant hier im Dorf, und da, ja da traf ich auf ein belgisches Paar, das mit ihrem Jeep und acht Rennrädern auf dem Weg nach Porto ist. Er macht eine Radreise in den Süden mit seinen nachkommenden Freunden, sie macht Stadtbummel mit ihren nachkommenden Freundinnen. Es war ein lustiger Abend, mit viel Wein, guten Essen und zum Abschluss schenkte uns der Wirt jedem von uns noch eine kleine Flasche von seinem selbst gemachten Grappa – und der ist wirklich gut.
Genau an solchen Tagen und Abenden erlebe ich wie schön und unkompliziert das Leben sein kann. Voller spontaner Zufälle und Herzlichkeit, die manchmal in dem alltäglichen Leben so untergehen können. Gerne mehr davon!
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