Über den gestrigen Tag, die Anfahrt nach Bilbao, gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Gegen 10.00 brach ich auf und mich begleitete den ganzen Tag ein grauer Himmel und ab und zu ein paar Regentropfen. Schnell war die Anfahrt erfolgt, wobei ich zuerst davon ausging nicht vor 17:00 Uhr an der Ferienwohnung erscheinen zu dürfen. Aber im Laufe des Tages erhielt ich eine Nachricht vom Vermieter, dass ich den Zugang auch komplett kontaktlos erhalte. Aber zu nächst machte ich bei Ankunft in Bilbao eine neue Erfahrung. Meine Route zeigte mir an, dass ich eine Fähre zur Überquerung nach Gexto, nördlich von Bilbao, nehmen muss. Als ich dort ankam, ich hatte mir eine Überfahrt mit einer Fähre vorgestellt, konnte ich nicht glauben, was sich die Spanier alles einfallen lassen. Es war eine Art Schwebe-Bahn, hoch oben ein Stahlgerüst an deren Seilenden eine Gondel angebracht ist, auf die ein paar Autos und Fußgänger, Radfahrer Platz haben. Von dem schwebenden Gefühl habe ich nicht viel mitbekommen, eher das ich 10 Cent zu wenig Kleingeld hatte, um den kompletten Betrag in Höhe von 1,55€ zu bezahlen. Aber die nette Kassiererin erließ mir den Restbetrag. Angekommen auf der anderen Seite war ich dann auch schnell an der Ferienwohnung, einmal die Haustürklingel betätigen, wie von Geisterhand öffnete sich die Tür, in den 2 Stock gehen, das Zahlenschloss der Schlüsselbox öffnen und schon war ich in meiner Luxus Ferienwohnung mit 63 qm, mit Wohnzimmer und 2 Schlafzimmern, eines für Tom ab Dienstag.
Die Wohnung liegt mitten in einem normalen Wohngebiet der Spanier und so erlebe ich das alltägliche Leben der Spanier am Sonntag und auch was in der Nachbarwohnung passiert, denn die Wände sind hier wohl aus Pappe. Was mir bereits bei der Fahrt durch die Stadt auffiel, waren die vielen gut ausgebauten Fahrradwege, innerorts überall 30km/h und alle 20 Meter eine Bodenwelle. Dem entsprechend fließt auch geruhsam der Verkehr in der Stadt. Auch die vielen Parks und vielen Spielplätze bewunderte ich, einige davon Überdacht, als Inn-Door Spielplätze. Das nenne ich Liebe zu den Kindern und Familien.
Da nun Sonntag war, ich nicht einkaufen konnte, wollte ich Essen gehen. Aber was ich leider wieder hörte war "lo siento, no el domingo". So musste ich meine Reste räubern und ging früh zu Bett.
Heute Morgen war ich früh auf, denn der Werkstattermin war für heute angesetzt. Wieder bei grauen Himmel, über Nacht hatte es geregnet und die Mücken flüchteten alle in mein Schlafzimmer, war ich pünktlich am Honda Center. Ich kam an, davor eine große Baustelle und schon sprang Endika, mit ihm hatte ich im Vorfeld immer Kontakt gehabt, aus der Tür und zeigte mir an, ich solle mit dem Motorrad an die Rezeption fahren. Irre, auch noch nie so erlebt. Man fährt einfach in den Verkaufsbereich rein und stellt das Motorrad direkt dort ab. Endika ist ein freundlicher und kompetenter Servicemitarbeiter, spricht gut Englisch und schnell war klar was alles gemacht werden soll. Zuerst das Wichtigste, beide Reifen wechseln gegen Off-Road Bereifung, Ölwechsel und die Bremsbeläge vorne tauschen. Gegen 13.30 Uhr sollte ich kommen, dann wäre mein Motorrad fertig, rechtzeitig zu ihrer Mittagspause. Nachdem das alles erledigt war, ging ich den Fluss entlang in Richtung Vorstadt, den Bezirk Lavante, und kam in einer Einkaufsstraße raus. Da ich noch nicht gefrühstückt hatte, ging ich in die erste Bar und nahm eine Kleinigkeit zu mir. Ich fragte mich, was mache ich in den nächsten 4 Stunden? Ok, zur Bank gehen und Bargeld holen und dann? Auf dem Weg zur Bank sah ich dann die Mietfahrräder, schwere E-Bikes aber in einem guten Zustand. Schnell die App heruntergeladen und registriert wollte ich nun per QR-Code das nächste Fahrrad mieten. Aber nix da, bitte erst mal eine Jahresgebühr von 25€ zahlen und dann ausleihen. Ich wusste nicht so recht, soll ich oder ist das nicht doch etwas happig für die nächsten Stunden. Ich wollte schon umkehren, da entschied ich mich das Fahrrad doch zu nehmen und in die Innenstadt hinein nach Bilbao zu fahren.
Ich habe es nicht bereut, wie bei mir zu Hause brauchte ich nur den Kanal zu folgen, mit jedem Meter wurden das Gewusel um mich herum stärker, viele spielende Kinder an der Mauer aber auch auf dem Kanal, in großen Schlauchbooten oder auf großen SUP-Boards.
Bilbao hat nach meiner Ansicht zwei Gesichter, die aber in sich vermischt sind. Auf der einen Seite tolle neue Gebäude mit einer seltenen Architektur, zum anderen immer wieder alte Gebäude integriert. So war das eine kurzweilige Radtour und die Stunden verflogen nur.
Pünktlich zu 13.30 war ich wieder im Honda Center, Moped entgegen genommen und man sagte mir, der Mechaniker hätte auch meine Feststellbremse nachjustiert. Prima, guter Mann und ich fuhr los.
Nach ein paar Kilometern musste ich an einer Steigung halten und zog die Feststellbremse und das war fatal, die Bremse löste sich nicht mehr. Nur mit viel Gewalt konnte ich das Hinterrad zum Bewegen bekommen. Schnell auf den Bürgersteig und nachschauen, ich hatte bis dato mir diese Bremse noch nie richtig angeschaut wie die funktioniert über Seilzug. Aber nach ca. 30 Minuten verstand ich deren Funktion und stellte sie richtig ein, nun geht es wieder. Mir kam der Gedanke auf, hoffentlich hat der Mechaniker den Rest richtig zusammen geschraubt!
Nun ist der Montag auch schon wieder fast um, und morgen geht es auf eine kleine Entdeckungstour an die Küste hier in der Nähe. Denn ich will ja rechtzeitig da sein, wenn Tom mit seinem Motorrad um die Ecke kommt.














Spannend mit der Fähre! LG Anne
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