Nun warf es heute endlich soweit, direkt nach dem Frühstück - ohne Eier, da der Hühnerschuppen abgesperrt war - ging es los. Aber zuerst suchten wir eine Apotheke auf, denn Gerhard und mich hat eine starke Erkältung heimgesucht.
Die erste Etappe über die Berge mussten wir auf einer alternativen Strecke umfahren, da hoch oben doch noch zu viel Schnee liegt. So kamen wir gut voran und konnten bereits zur späten Mittagsstunde den ersten Teil der Strecke abschliessen. Wir entschlossen uns dann doch noch nach Albanien in Richtung Shkodra auf den Weg zu machen und tauchten in die albanischen Alpen ein. Da die Strecke runter bis zum Shkodra See asphaltiert ist - die SH20, ein Traum - kamen wir an einem kleinen Restaurant an, von dem ich gelesen hatte, das er auch Stellplätze anbietet direkt am See. Kosmo, der Betreiber, ein wirklich sehr sympathischer Gastwirt, zeigte uns die kleine Oase auf der wir unsere drei Zelte aufschlagen konnten - also zwischen dem Restaurant und der Terrasse.
Wir bekamen ein tolles albanisches Abendessen und ich machte mich ans Werk, den Nagel aus meinem Reifen zu entfernen, den ich mir heute eingefahren hatte. Nun muss ich schauen ob der Flicken dicht hält, denn der Nagel hatte einen sehr krummen Verlauf und ich weiß nicht ob die Dichtmasse nun hält. Ich werde es morgen Früh sehen, wenn nicht liegt ja die Stadt Shkodra gleich um die Ecke und hier kenne ich aus einer frühreren Reise eine kleine Motorradwerkstatt, die viel für abenteuerlustige Reisende ermöglicht.
Jetzt schreibe ich diese Zeilen im Dunklen, die Lichter auf der Terrasse sind aus, die Grillen zirpen, die Frösche quarken und endlich weht ein angenehmer warmer Wind über den See.
Morgen geht es in das bekannte Teth Tal, wo ich bereits vor zwei Jahren war und bin gespannt wie weit sie nun die Strecke mit Asphalt überzogen haben. Die Vorbereitungen für den den zukünftigen Tourismus in dieser Gegend sind jedenfalls nicht zu übersehen. Auch bereits heute sah wieder neue, schön hergerichtete Unterkünfte in den albanischen Alpen. Wer also noch etwas von dem Zustand davor erleben möchte, muss sich beeilen, denn lange wird das so nicht bleiben. Nur hoffe ich, dass sie nicht den gleichen Fehler wie in Kroatien begehen, in dem sie jeden möglichen Platz ausbauen um Touristen zu beherbergen.
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