Montag, 1. Juni 2026

2026 - Balkan - Tag 19 - Einmal Athen erfahren

Heute morgen als der Wecker klingelte wollte ich gar nicht aufstehen, die Nacht war von Unterbrechungen gekennzeichnet. Die Musik, ich weiss nicht wie lange sie noch gespielt hat, das letzte Mal als ich auf die Uhr sah war es 01:30, das stickige Zimmer, andauernd die Klimaanlage wollte ich auch nicht laufen lassen, zu mal wer kommt auf die Idee eine Klimaanlage mit Öffnung in Bettrichtung zu installieren. Balkontür auf und wieder zu, irgendwann fand ich in den Schlaf.

So war ich gegen kurz vor 09:00 Uhr beim Frühstück, oder wie man das auch nennen konnte - lieblos ein paar Scheiben Käse und und Wurst hingestellt und etwas Marmelade. Da kann ich auch gleich zelten gehen, wären die Betten nicht immer so gut zu mir. Aber dann machte ich mich auf den Weg zum Reifenhändler. Ich dachte mir, ich werde bestimmt in den Berufsverkehr eintauchen, zu Mal ich einmal quer durch Athen in den Süden musste. Aber es war gar nicht so viel los, das lag daran das heute am 01.Juni hier in Griechenland Pfingstmontag ist, die Schulen geschlossen und weitere größere Unternehmungen. Der Einzelhandel kann das hier halten wie er will, daher war auch mein Reifenhändler heute für mich da.

Der Reifenwechsel ging schnell von der Hand, ich schaute mir den alten Reifen an, den ich ja zu Anfang der Reise gleich flicken musste. Und es war die richtige Entscheidung, der Flicken war zu 90% im Reifen und nicht im Loch - das kam daher da der Nagel sich krumm rein gebohrt hatte und ich schon Mühe hatte beim Flicken überhaupt den Reifen dicht zu bekommen. So wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen bis der Flicken sich gelöst hätte und das wäre dann bestimmt irgendwo in der Pampa passiert. Also alles richtig gemacht, wenn auch ärgerlich um den Reifen.

Beim Früstück hatte ich mir schon überlegt, was ich denn heute dann so in Athen erleben möchte. Auf jedenfall wollte ich einmal hinauf zur Akropolis laufen. Laut Internet wäre dazu die frühe Morgenstunde oder der Nachmittag am besten geeignet, denn tagsüber soll da die Hölle los sein mit den Besuchergruppen. So plante ich mir eine Besichtigungstour durch Athen mit dem Motorrad, nur hinfahren, anschauen und weiterfahren. Am ersten Haltepunkt, an der Akropolis hielt ich direkt unterhalb in einer kleinen Strasse nach einem Parkplatz Ausschau. Am Ende stand ein ein älterer Herr, der mir sagte ich könne ruhig vor seinem Geschäft parken, er passt derweil auf mein Moped auf - wie nett. So ging ich doch noch zum Eingang der Akropolis und war froh über meine Entscheidung erst zu 16:00/17:00 mein Ticket gelöst zu haben. Ein Gedränge am Eingang, an den Toiletten, auf den Stufen hoch zum Tempel, ja das wäre nichts für mich gewesen. So schaute ich mir das bunte Treiben an, Sprachen aus allen Ländern der Welt schwirrten um mich herum, und war froh als ich wieder weg war. Danach ging es zum alten Olympia Stadium, kurz ein Fotostop und weiter ging es auf einen Hügel, der mitten in Athen liegt und ganz oben eine Kirche beherbergt. Von dort aus hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt. 

Bei der anschliessenden Pause nach dem Berg überlegte ich, ob es doch eventuell möglich wäre einen Orthopäden Laden zu finde, der heute geöffnet hat. Ich brauchte dringend andere Einlegesohlen für meine Endurostiefel, denn bei den Neuen haben sie an der Polsterung gespart und nach längerem im Stehenfahren taten mir bis dato immer die Hacken weh. Beim dritten Anlauf klappte es, ich fand im Süden von Athen ein Laden und einen sehr netten Verkäufer, der wie der Zufall es wollte, auch ein Motorradfahrer ist. Nach einem kurzem Plausch und Anprobe hatte ich meine neuen Einlegesohlen, was für eine Wohltat.

Da ich nun schon im Süden war, schaute ich mir den Hafen von Piräus an und verweilte dort bis es Zeit war für den Besuch der Akropolis. Nun, was soll ich sagen, es war leerer als am Vormittag, aber dennoch nicht nach meinem Geschmack. Und was kann man dort oben sehen, eben alte Steine, die wieder aufeinander gestapelt wurden. Denn der eigentliche Tempel ist damals im 15./16.Jahrhundert durch eine Explosion von Pulverfässern, die man dort gelagert hatte, komplett zerstört worden. Von nahen sieht man dann die einzelnen Gerüste, die für die Renovierungen aufgestellt sind. Der Blick aus der Ferne, wie bei meiner Pause nach der Hügelbesteigung, ist wesentlich attraktiver. Also von mir aus nicht ein "must have".

Danach reichte es mir, ich fuhr zum Hotel zurück, erholte mich kurz und fuhr dann zu einem Italiener zum Abendessen. Unter uns, kommt nicht auf den Gedanken in Griechenland zu einem Italiener zu fahren, das Essen war weder italienisch noch griechisch, irgendetwas dazwischen.

Nun ist es schon wieder fast elf Uhr, ich merke wie ich so langsam in meinem Single-Reise-Modus ankomme. Denn meine Gedanken und Worte sprudeln wieder nur so aus mir heraus - ich mache gleich Schluss mit dem Schreiben.

Morgen will ich jedenfalls ganz früh los, am liebsten schon um 08:00 damit ich der Hitze etwas entkommen kann und mir nicht wieder passiert wir Gestern, das mir die Augen zufallen beim Fahren aufgrund der Wärme. So werde ich auch auf Asphalt bleiben bis Sparta, mit dem morgigen Zwischenstop direkt an der Küste in Tolo auf der Insel Pelepones. 

Live-Tracker: Balkan 2026

























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