Ihr habt es ja mit bekommen, ich habe wirklich 2 Tage das Motorrad nicht bewegt. Die Ruhe tat mir gut, tagsüber waren auch alle Gäste ausser Haus, auf Wanderung oder am Mountainbiken - wie es so eben üblich ist bei Frosch. Ich lag den ersten Tag nur auf der faulen Haut, mal am Strand, konnte mir ja den Liegestuhl aussuchen, mal bei mir im Zimmer zum Nachmittag und habe eigentlich nichts anderes getan, als zu schlafen. Am zweiten Tag war ich schon wieder aktiver, ging am Strand auf Wanderung und wie es ja sein muss mit etwas Abenteuer, sprich ich musste eine Flussmündung durchqueren und wusste nicht wie tief sie war - danach wusste ich es, ca. hüfthoch. Auch dieser Tag ging schnell vorbei.
In dem ganzen Dorf ist nichts los, ein kleiner Hafen, ein oder zwei Tavernen, ansonsten absolute Stille. Wer also gerne mal für eine Woche absolut entspannen möchte und dazu noch ein famoses Frühstücks- und Abendbuffet erleben möchte, dem kann ich diese Frosch Destination nur empfehlen. Zur Irena, der Hotelbesitzerin, hatte ich ich einen ganz besonderen Draht. Wir unterhielten uns lange über die Zukunft, was das Leben uns noch bieten wird, und wie wir es beeinflussen können - auch sie will nun nach 25 Jahren Gastronomie, im Sommer am Strand, für den Winter hat sie ein Gasthaus in den Bergen, nun kürzer treten und die Welt erleben. So war es es ein schönes Gespräch und ihre Herzlichkeit zeigte sie mir dann heute Morgen, in dem sie mir kleine Präsente übergab - einen goldenen Stein, eine Bio-Salbe für meine Muskeln und einen Schlüsselanhänger mit meiner Zimmer Nummer. Ich glaube, sie wollte, dass ich mich an sie erinnere!
So ging es dann heute Morgen, nach einem kleinen Frühstück, bereits um 08:30 los. Ich machte mich auf den Weg in den Norden der Insel, für mich zum Startpunkt vom ACT Griechenland - sprich Offroad die nächsten 5 Tage. Dabei überraschte mich mein Navi schon wieder, desöfteren bog er auf Wege, die aber letztlich reine Schotterpisten oder sogar steile Abfahrten von einem Bergkamm in ein vergessenes Tal waren. Aber mit Vorsicht und Bedacht meisterte ich die Strecken und so baute ich langsam auch Vertrauen zu meinem neuen Hinterradreifen auf im Gelände. Es war eine gute Übung für die kommenden Tage. Ich fuhr noch an der antiken Stadt Messene vorbei, eine der etwas jüngeren Ausgrabunsgstätten, und war erstaunt wie groß das Areal ist. Auch konnte ich mitten durch die alten Stadtmauer hindurchfahren. Nur betreten wollte ich die Stadt nicht mit all meiner Motorradkluft.
Angekommen bereits am Nachmittag nach ca. 250km herrlicher Berg-und Talfahrt, bin ich in Kalavryta. Eine kleine Stadt im Norden von Peleponnes mitten in den Bergen. Die Pension, in der ich nun für heute mein Zimmer habe, ist nah am Stadtkern aber auch weit genug weg, da hier heute Abend ein Stadtfest statttfindet. Die Begrüßung bei der Ankunft viel daher recht kurz aus, da sich die Wirtin noch in traditionelle Gewänder werfen musste, aber um so mehr kümmerte sich die Hauskatze um mich.
Nach den ganzen Strandtagen ist es jedenfalls wieder eine Wohltat hier den Bergen zu sein. Nachts gehen die Temperaturen noch auf 14 Grad runter.
Ach ja, beinahe hätte ich jetzt vergessen etwas zu erzählen, das mir heute während der Fahrt auffiel. Kurz vor dem Ziel, am Anstieg zum letzten Pass, machte ich eine kurze Pause am Strassenrand. Eine Gruppe von italienischen Motorradfahrern kam an mir vorbei. Bis auf auf ein Handzeichen zur Begrüßung kam ansonsten kein Kommentar oder die Frage, wie: " Alles ok?" Ein paar Minuten später kamen dann zwei Griechen auf ihren Rollern den Berg hinunter, und sie fragten ob alles ok sei. Das war natürlich der Fall, aber denn noch bestätigt das mir mal wieder, das gerade italienische Motorradfahrer keinerlei Solidarität mit anderen Artgenossen haben - echt traurig!
Morgen geht es dann wie gesagt auf den ACT, in Richtung Festland nach Nafpaktos. Es sind nur 110km aber davon sind 65% nur Off-Road und teilweise soll es etwa schwerer sein. Hoffen wir mal, sollte ich Hilfe benötigen, lass es kein Italiener sein, der vorbei kommt.
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