Dienstag, 9. Juni 2026

2026 - Balkan - Tag 27 - Track 3 vom ACT auch geschafft - angekommen in Karpenisi

Wie versprochen stand bereits um 07:00 mein Frühstück bereit, 3 Spiegeleier später saß ich bereits auf dem Motorrad. Das war echt früh, um 08:00 Uhr war ich schon auf der ersten Piste und es waren angenehme 15 Grad. Die Nebelfetzen vom Regen hingen noch in den Tannen fest und um mich herum erwachte der Wald. Zumal fast alle 100 Meter eine Menge an Bienenkisten standen. Ich machte dann lieber das Visier zu, nicht das sich eine Biene beim Aufwärmen verirrt.

Die Strecke war bis dahin noch nicht anspruchsvoll, eher Pisten, die auch für die Waldarbeiter geeignet waren. Die hatte ich gestern Abend noch kennengelernt, sehen aus wie Wilderer, in ihren zerfetzen, grünen Anzügen. Na jedenfalls sah ich vermehrt handgroßen Kot auf den Wegen und überlegte mir, ob es eventuell hier Bären gibt.

So spulte ich einen Off-Road Kilometer nach dem anderen ab und wartete darauf, dass vor mir der Wildbach auftreten würde. Denn hiervon hatte ich auch schon in einigen YT Videos gesehen, wie sie nur zu Dritt die Motorräder durch bekamen. Und schon stand ich vor dem Bach. Aus meiner Erfahrung vom ACT Albanien und von der letzten Durchquerung wusste ich, erst mal anhalten und alles prüfen. Der Wildbach war die ersten Meter nicht tief, ich sah auch eine Spur, die ich nehmen konnte, nur kurz vor dem gegenüberliegenden Ufer war eine tiefe Senke im Bach und auf dem Grund lagen große, dicke Steine. Oh ha, also legte ich mir einen Plan zurecht. Zuerst mal wieder alles schwere Gepäck runter vom Moped, dann ging es los. Die ersten Meter kam ich gut durch, kurz vor der Senke hielt ich an und nahm mein Herz in die Hand, mit einem kräftigen Gasstoß sprang das Motorrad durch die Senke und ich kam am anderen Ufer zum Stehen - geht doch! Schnell noch das Gepäck geholt, aufgeladen und schon ging es weiter. Die anschliessende Fahrt ging dann viel durch den Wald, wobei die Pfützen des letzten Regens die Tiefe dieser Löcher unscheinbar erschienen liessen. Je kleiner desto gemeiner, und in jeder Pfütze war ein Frosch zu Hause - also fuhr ich jedesmal durch sein Wohnzimmer, Entschuldigung!

Es ging dann hoch hinauf auf ca. 1.700m Höhe, was war das für eine Aussicht! Um mich herum die hohen Berge und ich ganz allein hier oben. Apropos allein, auf der ganzen Strecke ist mir heute kein Einziger entgegen gekommen auf den Pisten.

Ich war dann auch schon wieder gegen 15:30 an meinem Zielort, hier in Karpenisi, angekommen. Die Stadt lebt hier wesentlich mehr, als das was ich bisher gesehen habe hier in den Bergen. So fuhr ich von meiner Ferienwohnung ins Zentrum, aß eine Kleinigkeit und genoss das Leben um mich herum bei einem Becher voll mit schönem, schwarzen Kaffee.

Die Luft hier oben ist ganz klar, der Regen der letzten Tage hat eine enorme Weitsicht erzeugt. Und um mich herum sehe ich nur die Berge. In der Nacht wird es wieder kühl, d.h. ich stehe morgen wieder ganz früh auf, damit ich diese schöne Morgenluft spüren kann.

Live-Tracker: Balkan 2026

















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