Heute musste ich die wunderschöne und gemütliche Unterkunft in Split verlassen. Ich hatte mir aber zum Packen einen Schattenplatz vor dem Haus reserviert, denn es waren bereits ca. 25 Grad um 08:00 morgens. Die ersten Kilometer, ca. 50km, gingen über Asphalt und so konnte ich noch den Fahrtwind zur Kühlung spüren. Laut Navi sollte ich bereits um 11:00 an meinen Zielort in Knin ankommen, ich dachte nur "wie bekomme ich die Zeit um bis zum Check-In ab 14:00!" Aber da wusste ich noch nicht was auf mich zukam!
So ging es dann ab Kilometer 80 der restlichen Strecke auf den Schotter, erst moderat, aber je weiter ich mich in die Höhe schraubte wurde es immer kniffliger. Steile Anstiege und Abstiege mit groben Steinen, Treppenstufen aus Steinen, Matsch und Wasserlachen, wo ich nie genau wusste wie tief sie waren. Wenn es ging umfuhr ich sie lieber. So verstrich Stunde um Stunde, kein Mensch, kein Fahrzeug weit und breit, und dann auf einmal klapperte es links unter mir. Ich dachte nur: "Hoffentlich ist nicht der Schalthebel abgebrochen" - ich hatte mehrere Male mit dem Bodenschutz aufgesetzt - aber zum Glück war es "nur" der Seitenständer. Ich hielt an und schaute mir das Dilemma an. Am Seitenständer war die Schraube zur Aufnahme der Feder abgebrochen und die Feder war nicht mehr da. So ging ich die letzten 200m zurück und hoffte, das ich die Feder wieder finde. Aber erst beim Zurücklaufen entdeckte ich sie und war glücklich sie gefunden zu haben, denn irgendwie wäre das sicherlich zu reparieren, nur die Feder musste vorhanden sein.
Als Notlösung nahm ich einen Spanngurt und ab dann musste ich nach jedem Aufstieg mich nach unten bücken und den Gurt an der Fussraste einhacken - da wird man auf alle Fälle wieder sehr gelenkig!
Am "Blauen Auge" - ein kleiner See mit einer enormen Tiefe bestehend aus einer Felsspalte - traf ich den Kroaten wieder vom Svetje Jure, dem Guide einer Reisegruppe. Er erkannte mich und ich teilte ihm mein Missgeschick mit. Er gab mir zwei Telefonnummern, aus Knin und Zadar, hier sollte ich mal Nachfragen wegen Hilfe zur Reparatur.
So fuhr ich die nächsten Pisten etwas behutsamer, denn bei starken Erschütterungen sprang mir der Spanngurte immer wieder mal von der Fussraste ab. So kam ich noch zu meinem Highlight des Tages: Das Panzerschlachtfeld aus den 90er Jahren des Balkankrieges. Zum Glück sah ich das Schild über die Minenwarnung erst als ich wieder herausfuhr - aber ich hatte sowie so nicht vor die Wege zu den Panzern zu verlassen.
So kam ich dann doch erst gegen 16:30 an meiner Unterkunft an, zuvor versuchte ich noch in Knin den Kontakt zur Hilfe ausfindig zu machen, aber leider konnte er mir nicht helfen. So blieb nur noch der Kontakt in Zadar, und dies hiess für morgen einen Umweg von zusätzlich 200km zu machen.
Als ich eincheckte in der Unterkunft war auch die kroatische Verwandtschaft aus Amerika da und es stellte sich heraus, das der Schwager von Beruf Automechaniker ist. Kurzerhand ging er in die Garage, suchte das passende Werkzeug und keine halbe Stunde später war der Seitenständer repariert und eine Schraube hielt die Feder fest. Er ist mein Hero!
Morgen kann ich also dann ganz entspannt nach Karlobag an der Küste fahren über den ACT Track 3 - aber wie ich es nun weiss, es kann auch sehr anstrengend werden.
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