Wie die Zeit verrennt, erst hatte ich gerade Halbzeit und nun ist schon wieder 1 Woche vorbei. Jetzt sind es nur noch 3 Wochen auf Tour, Heimweh habe ich gar nicht. Aber ich freue mich bereits jetzt schon auf die Zeit in Frankreich, denn dann erlebe ich eine andere Kultur, andere Landschaften. Denn je mehr ich hier auf den Inseln unterwegs bin, fängt es doch an sich alles sehr zu ähneln. Ja, ich weiß, das ist jammern auf hohen Niveau, aber mit der Zeit doch etwas eintönig. Zumal auch das Wetter sich schon wieder von der ganz schlechten Seite zeigt. Seit heute Morgen war es eigentlich nur grau und trüb, die Wolken hingen sehr tief. Zum Glück hatte ich auf meiner Tour nur selten Regen und sogar in Dingle mal Sonnenschein. Aber kaum kam ich zurück in die Region um Killarney war der Landregen wieder da. Aber ab Morgen soll es mehr Sonne geben, mal sehen ob das stimmt. So schnell wie hier habe ich die Anzeige der Wetter-App sich noch nie wechseln sehen.
Da sich nun gegen Norden wenigstens trockenes Wetter abzeichnete, wählte ich heute den nördlichen der drei Ringe der Halbinseln, den Slea Head Drive um Dingle herum. Nun haben auch die Iren am Montag einen freien Tag, sogenannter Bank-Day, so war es auf der Küstenstrasse recht voll. Große Busse quälten sich um die Kurven und verstopften den Verkehrsfluss. So versuchte ich heute Punkte anzusteuern wo diese nicht hin kamen, was mir auch teilweise gelang. An solchen Orten hatte ich dann auch zwei Begegnungen mit älteren Herren. Einmal ein waschechter Ire, der jeden Satz mit "you know" abschloss und der zweite an einem View Point. Ich war noch gar nicht abgestiegen, schon nahm er mein Kennzeichen in Augenschein. Schnell stellte sich heraus, das er gebürtig aus Frankfurt am Main kommt aber schon seit über 50 Jahren in England mit seiner irischen Frau lebt. So bekam ich noch eine schöne Erklärung auf Deutsch was es mit diesem " Brandon Point" im Norden der Halbinsel auf sich hat: Hier war der Punkt an dem sich die Iren von ihren Freunden und Verwandten verabschiedeten, die auf den Schiffen nach Amerika unterwegs waren aufgrund der in den Jahren 1845 - 1849 herrschenden Hungersnot in Irland. Seine Frau sagte:" Dies ist eine sehr bewegender Moment für die Iren hier zu stehen und an diese schlimme Zeit erinnert zu werden". So etwas erfährt man nur von Insidern, auf den vor Ort aufgestellten Tafeln war nichts davon zu lesen.
Auf dem Rückweg fuhr ich noch an das nahe liegende Pub am B&B vorbei. Bei diesem Regen hatte ich auch keine Lust auf das Biker Festival zu gehen, außerdem konnte es nimmer mehr so schön werden wie am vergangenen Freitagabend.
Nun schaue ich gerade UEFA Nations League und habe Mitleid mit der Schweizern. Das Spiel Deutschland gegen Italien hatte ich gestern verpasst, da habe ich schon geschlafen!
Morgen ist Bettenwechsel angesagt und irgendwie muss ich die Zeit von 6 Stunden zwischen Aus-und Einchecken überbrücken. Ich hoffe das Wetter spielt etwas mit und ich kann mein Gepäck noch hier lagern und dann zur passenden Zeit abholen.
Und hier die grauen Bilder und die Tour vom Tag: https://www.relive.cc/view/vDqgM5zr4GO
| Einmal mit dem Moped auf den Strand |
| Dingle |
| Ein Ort abseits der Route |
| Und ab hier Busse |
| ... bis hier her |
| Connor Pass |
| Brandon Point |
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