Montag, 13. Mai 2024

2024 -ACT - 12.Tag - Von El Ricio nach Tavira (Portugal)

Oh man, was für ein langer Tag, nämlich eine Stunde mehr. Das war mir gar nicht bewusst, erst als ich über die Grenze von Spanien nach Portugal fuhr, buchten sich meine Geräte ins neue Netz ein und schwups war der Tag ein Stunde länger, wie schön.

Auch sonst hat alles so geklappt wie ich es mir vorgestellt hatte. Morgens nach einem kleinen Frühstück hatte ich mich auf die Sandpisten raus aus der Stadt El Rocio gemacht. Wenn ich umfalle, sollte das keiner sehen. Aber ich schlängelte mich so einigermaßen über die Piste und dann ganz schnell über die Autobahn in den Norden von Sevilla. Dort wartete bereits Juan auf mich und nach einem kleinen Plausch – Google Translator sei Dank – konnte ich mich in die angrenzende Bar setzen und etwas in der Sonne chillen – es waren bereits um 10.00 Uhr fast 30 Grad. Nach einer Stunde winkte mich Juan herbei und alles war erledigt. Auch hatte er zusätzlich zum neuen Hinterradreifen ein neues Paar Bremsbeläge für hinten eingebaut, das war auch gut so, denn da war nicht mehr viel übrig.

Dann machte ich mich über eine Nebenstrecke auf in Richtung Portugal, nach Tavira. Eine Stadt am Mündungsende des Flusses Gilao. Aber kurz vorher kam ich an dem Endpunkt des ACT Portugals vorbei, hier musste ich natürlich anhalten. Bei Cacela Velha. Ein schöner Ort oben an den Klippen und unter dir weite Strände. Hier traf ich auf zwei Franzosen, die gerade den ACT hinter sich hatten. Alles easy sagten sie. Na mal sehen, ich fahre ihn ja anders herum, von Süd nach Nord, und das kann eine andere Erfahrung sein. Wir werden sehen!

Nach der obligatorischen Augenkosmetik und des Entledigen des Schweißes, ging es runter zur Altstadt. Skurril, hier stehen die schönsten Häuser mit Fliesen verklinkert neben alten Baracken. Es ist teilweise ein merkwürdiges Bild. Der Empfehlung des Vermieters folgend, ging ich abseits des Mainstreams essen in einer kleiner Gasse und hier gab es dann die mir bekannten portugiesischen Herzmuscheln, auch in Italien als Vongule bekannt, wie mein römischer Nachbar am Tisch mir erzählte. Ein kleines Eis zum Abschluss ließ mich schneller wieder hinauf zur Unterkunft kommen, das wirklich sehr ruhig in eine Wohngebiet liegt und einem AirBnB gleicht. Sprich, man bekommt per WhatsApp den Code für das Schlüsselkästchen und kommt in die Wohnung/Zimmer. Neben dem Wasser warteten aber diesmal auch eine kleine Falsche Wein und 2 Bier auf mich als Willkommensgruß, wie nett. Und als ich ankam, kam eine ältere Dame heraus aus dem Haus. In meinem gebrochenen Spanisch fragte ich an, ob es denn möglich sei mein Motorrad in die Einfahrt abzustellen. Sie zeigte nach rechts und links und ich verstand, ich kan es mir aussuchen. Später schrieb der Vermieter, dies wäre die Besitzerin des Hauses. Was für ein Einstand, denn ich stand nur in meiner langen Unterwäsche vor ihr, sie rannte nicht weg, wielleicht ist sie aber auch nicht mehr schnell genug dafür.

Jetzt schreibe ich diese Zeilen auf der Veranda vor meinem Zimmer, um mich herum mauzen die Katzen, eine hatte es sich bereits auf meinem Lammfellkissen auf dem Motorrad gemütlich gemacht, und über mir surrt das Klimagerät für die Kühlung meines Zimmers. So lässt es sich leben.

Morgen geht es dann also auf den ACT Portugal. Ich bin schon ganz gespannt was mich erwarten wird. Jedenfalls die Unterkunft mitten in den Bergen habe ich mir schon mal gesichert. Das heißt, ich muss morgen die Strecke von 245 km zurücklegen – angegeben ist sie als "easy". Ich bin auch 3 Tage vor meiner eigentlichen Planung am Anfang vom ACT, aber das macht nichts. So kann ich mir etwas mehr Zeit geben, denn im Norden von Portugal und Spanien soll es bis Ende dieser Woche regnen, danach wieder Sonnenschein.

Und hier wieder die Tour vom heutigen Tag und ein paar Fotos:
https://www.relive.cc/view/vQvyZ8MpVKO











 




















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