Das war also der Einstieg in den ACT Portugal. Und so wie ich vermutet hatte, ist es was anderes die Strecke von Süd nach Nord zu fahren. Denn zugleich ging es erstmal über viele Hügelketten stetig bergauf, mit teilweise anspruchsvollen Anstiegen, die vom Untergrund her sehr lose waren. Oft werden diese Sektionen gerne anders herum gefahren, also bergab. Denn wenn bei solchen Anstiegen das Hinterrad wegrutscht, ist das eine sehr heikle Angelegenheit. Denn mal soeben an einem steilen Anstieg das Motorrad aufheben ist nicht so einfach alleine.
Aber wie ich feststellen musste, habe ich nun bereits einige Erfahrungen wieder mehr gesammelt und auch der neue grobstollige Reifen biss sich in dem Weg fest und verhalf mir damit zu einer permanenten Bewegung nach oben. Auch das Motorrad ist echt der Hammer, wie ein Traktor tuckert sie und zieht uns beide nach oben und das ist das Schöne an der Automatik, sie kann nie ausgehen!
Auch das ich bereits gegen 08.00 gestartet war, hatte sein Vorteil. Denn so waren es gerademal 16 Grad im Hinterland und angenehm kühl bei dieser Anstrengung.
Etwas Besonderes gab es dann noch auf dieser Strecke: Es war der alte Tagebau bei Sao Domingos. Eine alte Mine zum Gewinn von Schwefel. Es war gespenstig was für Ruinen dort stehen, auch wie die ganze Landschaft außen herum in einer bräunlichen Farbe eingehüllt ist. Jedenfalls der damalige Betreiber hat bei der Schließung sich nicht um den Rückbau gekümmert und so ist das ein Ort der das Grundwasser in der ganzen Umgebung erheblich verschmutzt. In Deutschland gäbe es das so nicht, auch nicht, das jeder in dieses Gebiet fahren darf. Es war schon etwas beunruhigend neben diesen alten, zerfallenen Gebäuden zu stehen. Ich dachte mir, der ACT wurde vor ca. 7 Jahren erstellt, und auf den Videos dazu sehen die Gebäude so aus wie heute – also wird ja nun gerade heute nicht alles zusammenfallen.
Die Landschaft hier im Hinterland von Portugal ist doch eher flach, wenn man mal von der Küste hochgefahren ist. Ich kam mir eher wie in der Prärie von Utah vor. Auch viel Landwirtschaft wird hier nicht mehr betrieben. So bin ich durch viele verlassene Dörfer gefahren und bis auf einen Hund, der mich jagte, waren dann auch keine weiteren zu sehen.
So war ich doch recht frühzeitig am Etappen Ende vom ersten Tag in Moura angekommen, habe mir ein Zimmer im Stadthotel genommen und erkundet, ob es hier irgendetwas zu sehen gibt. Nix, rein gar nichts, die Straßen waren bereits um 19.00 Uhr wie leer gefegt. Von draußen höre ich nur leise den Wind und ab und zu mal einen Hund bellen, eine Katze mauzen. Das wird eine geruhsame Nacht. Denn oft in den spanischen Dörfern, so hatte ich das jedenfalls erlebt, geben nachts die Hunde Vollgas und bellen sich gegenseitig in Rage.
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