What a day! So ganz nüchtern schrebie ich diese Zeilen nun nicht mehr, nach 4 kleinen Bier und einen halben Liter Rotwein! Also verzeiht, falls irgendetwas missverständlich rüber kommt.
Aber starten wir doch einfach mal von vorne, dem Morgen ohne Kaffee. Beide Kaffeevollautomaten waren heute Morgen im Hotel defekt. Also war das Frühstück sehr kurz und bereits gegen 08.00 saß ich auf meinem Moped. Es war recht kühl, nur 14 Grad und viel wärmer sollte es im Laufe des Tages auch nicht werden. Aber mir wurde warm, dazu später mehr. Es ging erst mal so weiter wie der Tag gestern aufhörte, über Straßen zwischen den Plantagen entlang und zunehmend auch durch ein riesiges Wasser-/Seengebiet. Wassermangel hat Portugal jedenfalls in dieser Region sicherlich nicht. Die Landschaft änderte sich, die Straßen wurden kurviger und auch die Off-Road Passagen nahmen an Steigung zu, ja bis ich heute auf dem höchsten Gipfel dieser Region ankam auf ca. 650m Höhe, auf dem Berg Ossa. Hier steht eine riesen große Funkanlage, und wenn ich mich nicht täusche waren das alles alte Kurzwellen Sender, vielleicht eine Relaisstation für Funk und Fernsehen. Auch nahm die Anzahl der Burgen zu. Fast jedes Dorf hatte ein Hinweisschild auf ein solches Castle.
So verrann die Zeit und als sich nun mein Magen meldete kehrte ich in einer Ortschaft in ein Restaurant ein. Es gab erst mal Oliven und Käse zur Vorspeise, und ja auf meinen Hauptgang wartete ich ca. 1 Stunde bis mir der Ober mitteilte, dass er die Bestellung hierfür vergessen hatte in der Küche aufzugeben. Aber Käse macht ja auch satt, so fuhr ich los und genoss erstmal die weiten Ausblicke auf die Blumenwiesen – ich hoffe meine zu Hause wächst auch so heran wie diese hier.
Es war nicht mehr weit bis zu meiner heutigen Unterkunft, aber die Off-Road Pisten wurden, obwohl sie nicht steil waren, immer grauseliger. Denn es befanden sich ausgewaschene Rillen längsseits und dazu auch noch oft loser Untergrund wie Sand. So nahm ich an einer leichten Bergabfahrt die linke Spur oben auf, nur diese endete abrupt und ich rutsche in das Tal. Trägheit der Masse bestimmt, folgte mein Motorrad diesen Weg und rutsche über das Tal wieder auf die Oberfläche, nur dafür war der Winkel zu spitz und so verwandelte sich Schwungmasse in Kippmasse. Ich versuchte noch rechtzeitig von meinem Motorrad wegzukommen, nur war mein rechter Stiefel zwischen Moped und Weg eingeklemmt. Aber auch hier folgt das Masseprinzip, mein Körpergewicht ließ mich weiter weg von dem fallenden Motorrad kommen, nur da zog etwas in meinem rechten Sprunggelenk. Gleich nach dem ersten Schreck machte ich ein paar Kniebeugen, um zu prüfen ob etwa im Gelenk, am Wadenbein etwas gebrochen war. Ich kenne das Gefühl noch sehr gut aus meiner letzten Türkeireise, denn als ich dies tat, durchzog ein stechender Schmerz meinen Körper. Zum Glück blieb dieser heute aus, und nachdem die Krone gerichtet war, ging es wieder weiter. Nur ich war ziemlich unsicher, nicht das es mir noch einmal passiert und ich merkte auch wie mein rechtes Fußgelenk anfing sich im Stiefel aus zu dehnen. Aber weiter ging es, eigentlich wollte ich nur noch zur Unterkunft und nachschauen, was los ist. Gedanken wie, muss ich jetzt eventuell meine Reise abbrechen, wie mache ich das usw. gingen mir durch den Kopf und ich konzentrierte mich nicht mehr auf den Weg.
Ich war froh dann endlich die Straße erreicht zu haben und kurze Zeit später war ich am Hotel.
Und wieder stand dasselbe Motorrad mit englischen Kennzeichen von heute Morgen an dem Hotel. Ich lernte noch das Pärchen kennen und unterhielt mich noch eine längere Zeit mit ihnen im hier angrenzenden Strandrestaurante. Sie machen eine On-Roadtour und folgen dem ACT Verlauf so wie ich von Süd nach Norden aber eben auf Straße.
Einbandagiert, Ibu von außen und von innen, sowie eingangs erwähnt Bier und Rotwein lassen die Schmerzen im Fuß erträglich werden. Das Gute ist, ich kann ihn belasten. Ich denke ich habe mir das Fußgelenk massiv geprellt. Wir werden sehen wie es morgen aussieht.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen