Das war also der 3.Tag, nach 380 km kam ich an mein alternatives Ziel um 19:00 an – am Campingplatz von Cuenca.
Aber erst mal von Anfang an:
Pünktlich war ich heute Morgen auf. Die Nacht war ruhig und mir war warm. Zusammenpacken und einen Cafe Americano und ein Stück Kuchen später saß ich bereits auf dem Motorrad und keine 5 Minuten nach Abfahrt war ich bereits am Einstieg zum TET. Und der ging gleich so richtig los. Ich merkte noch wie verkrampft ich war und spätestens als es einen langen, steilen, mit Geröll und großen Steine übersäten Hang bergab ging, drehte ich um und suchte mir eine Alternative zu diesem Trial. Schnell war ich dann auf dem TET wieder und ab dann kam große Freude auf. Breite Schotterwege , auch steil bergauf und ab, aber alles machbar. So wurde ich mit dem Gerät unter mir immer vertrauter und die Geschwindigkeiten nahmen zu.
Ich erinnert mich noch mal was ich im letzten Training auf dem Enduro Treffen gelernt hatte: Schön locker auf dem Moped stehen, nicht den Tank einklemmen - eigentlich so hatte ich das mal woanders gelernt – und schon ging es flott voran.
Die Gegend heute war sehr abwechslungsreich, mal quer durch landwirtschaftliche Gegenden, dann in Schluchten hinein, auf eine Anhöhe und zu guter Letzt oben auf einem Berggrat in 1500m Höhe quer durch Felder von blühenden Ginster und Lavendel. Was mir ja nicht bewustt war bis heute, Spanien liegt ja abseits der Küste eigentlich auf einem Hochplateau, also man bewegt sich immer auf ca. 500-800m über Meereshöhe. Dementsprechend sind dann die Schluchten tief hier.
Dann nahm ich noch die "Route of Silence", eine bei den einheimischen Fahrern beliebte Strecke. Hier waren dann auch die von mir vermuteten Motorräder, alle versammelten sich immer wieder an der entsprechenden Wahrzeichen an der Strecke.
So hatte ich bereits 140km zum größten Teil offroad zurückgelegt und mein Magen meldete sich. Da ich aber irgendwo in der Pampa war, und nirgends ein Restaurant zu finden war, suchte ich mir in einem Dorf eine kleine Bank im Schatten und machte dort Brotzeit. Wie es der Zufall wollte war noch ein Motorradfahrer mit seiner Harley da. Wieder ein Spanier und er sprach ein paar Brocken englisch. Ich suchte mir schon zu dieser Zeit mein Ziel für den heutigen Tag aus, doch fand ich nirgends auf der Strecke einen geeigneten Campingplatz. So riet mir der Spanier, ich sollte weiter westlich fahren nach Cuenca, die Strecke dahin wäre ein Traum. Und recht sollte er behalten, ein Aussicht jagte die andere, mal durch schmale Straßen in den Felsen gehauen über Gegenden mit Türmen aus roten Steinen und zu meinem höchsten Punkt auf 1800m.
Es waren etwas über 200km bis zum Ziel und mein Navi schickte mich über Kurven und noch mal Kurven. Es wurde später als ich angenommen hatte, aber gegen 19:00 war ich dann an der Rezi vom Campingplatz, noch rechtzeitig geschafft bevor die Schranke zu bleibt.
Um 21:00 Uhr geht die Sonne unter, also schnell mein Nachtlager aufbauen und mir das erste Mal etwas selber Kochen. Es gab Nudel mit gebratenen Speck, Parmesan und Pesto und dazu zwei Bier. Das reicht bis morgen.
Den Bericht von heute werde ich aber erst morgen Abend online stellen können, da es hier kein Internet gibt. Morgen werde ich mir wahrscheinlich wieder ein Zimmer nehmen. So im Wechsel gefällt mir das. Auch das ich nur die erste Tageshälfte offroad fahre und dann zum Nachmittag hin schöne Straßen durch herrliche Gegenden mir aussuche. So komme ich gut voran und kann Strecke machen, habe aber auch den offroad Spaß wenn ich morgens fit bin.
Zum TET muss ich allerdings morgen 100km wieder anfahren, d.h. ich werde erst später einsteigen. Eventuell mache ich das dann morgen mal anders herum.
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