Sonntag, 5. Mai 2024

2024 -ACT - 4.Tag - Von Cuenca nach Jumilla

Die Nacht war doch wieder recht kühl, es ging - aber grenzwertig. Ich spiele schon mit dem Gedanken meine gesamte Campingausrüstung nach Hause zu schicken. Denn anders als von mir vorgestellt, ist ein Campieren in der Wildnis hier nicht möglich. Ich denke mal zum Schutz der Wälder, denn auf meinen Strecken bis heute bin ich bereits durch einige verbrannte Wälder gefahren. Kein Wunder bei der Dürre hier. Wie oft bin ich heute wieder über Brücken gefahren mit einem Hinweisschild auf den Fluss. Nur wenn ich nach links oder rechts schaute, da war kein Fluss mehr, höchstens noch ein Rinnsal. Entsprechend sind auch hier die Off-Road Pisten, staubig und trocken. Zum anderen gibt es wohl in Spanien nur noch wenige Campingplätze im Landesinneren, vermehrt kommen die Camper-Stellplätze, die zur freien Verfügung stehen, vor. Doch dort gibt es weder Toiletten noch Duschen, nur mal ab und zu eine Wasserquelle, wobei das Wasser nicht zum Trinken geeignet ist. Kein Wunder, denn häufig steht den Gemeinden nur noch entsalzendes Meerwasser zur Verfügung. Daher meine Gedanken zu meiner "Übernachtung im Freien"!

Für den Campingplatz in Cuenca hatte ich einige Kilometer auf mich genommen, so musste ich erst mal heute Morgen, ich war spät dran erst gegen 09:30, ca. 100km wieder in Richtung TET fahren, nach Mira. Dort stieg ich wieder ein und war bisher der TET doch etwas eintönig, umso mehr wahr ich heute extrem begeistert als es zu einem verstecken Stausee ging, es war sogar noch Wasser drin.

Über eine enge Straße ging es tief nach untern zur Staumauer und siehe da, durch einen Tunnel kam man über die Staumauer an die andere Seite. Der Tunnel war nicht beleuchtet, ich schaute erst mal rechts und links ob ich irgendein Verbotsschild übersehen hatte, aber bis auf ein paar Fledermäuse, die ich wohl aufschreckte mit meinem Licht, war nichts zu sehen. Also durch und auf die andere Seite. Zum Glück war dort der steile Anstieg hoch halbwegs asphaltiert. Auf der Hälfte traf ich auf eine 5-köpfige Gruppe Franzosen, die ebenso auf dem TET unterwegs waren, aber mit leichtem Gepäck. Schnell kam ein Gespräch auf, denn sie konnten auch englisch – Respekt für die Franzosen. 2 von ihnen machten sich aufgrund einer notwendigen Reparatur auf den Rückweg, die anderen drei fuhren in meine Richtung. Und so kam es immer wieder auf den nächsten Kilometern, dass wir uns trafen. Denn so wie sie bin ich ja nicht nur auf dem TET unterwegs sondern kürze manche Passagen ab, um etwas Zeit zu sparen oder sie mir für mein Können oder auch Gewicht zu anspruchsvoll sind – noch ein Grund warum ich eigentlich morgen gleich zu Post hier in Jumilla gehen sollte (morgen ist ja zum Glück Montag). 

Insgesamt waren es dann heute wieder über 300km, und davon bestimmt die Hälfte off-Road. Entsprechend schmerzen meine Füße, zumal die Stiefel neu sind und noch eingetragen werden müssen – ob das eine gute Idee wahr? 

Es gab heute drei Stellen, an denen ich merkte wie schnell man Fehler machen kann. Einmal schaute ich zu lange auf meine Anzeige, welche Art von Fahrmodus ich gerade aktiviert hatte und schwups war ich im Graben vom Schotterweg – nichts passiert – ich kam wieder heil raus, Augen zu und durch. Das zweite Mal auf einem Feldweg. Obwohl hier der Weg absolut fest und hart ist, gibt es doch mal hin und wieder Stellen mit Sand. Da rutschte mir das Vorderrad weg in der Rechtskurve, aber auch nichts passiert, ich konnte sie wieder auffangen. Das dritte Mal als ich über eine steilen Anstieg oben an der Kante ankam und dort nur loses Geröll lag, da rutsche das Vorderrad wieder bedenklich zur Seite. Was ich aber damit sagen will ist, das es immer wieder zu Fehler kommt, ich mir sie aber bewusst noch mal durch den Kopf gehen lasse und meine Schlüsse daraus ziehe: 1. Wenn du etwas kontrollieren, einstellen willst, halte an. 2. Gehe mehr mit deinem Körper nach vorne und belaste das Vorderrad. Und für morgen bin ich wieder ein Stück weiter als am ersten Tag (siehe dazu meinen Umfaller).

Ich bin natürlich heute im Hotel und genieße diesen Umstand sehr. Abends in die Stadt gehen und in einem Restaurant ein paar Tapas essen – heute Mittag gab es auch bereits solche – mit vielen lauten Spaniern.

So das war es dann für heute, den Bericht von gestern stelle ich ja auch gleich noch online sobald ich im Hotelzimmer bin. 

Gute Nacht – ich glaube, ich fahre Morgen zur Post.

Und hier wieder die Tour vom heutigen Tag und ein paar Fotos:
https://www.relive.cc/view/vXvLyWAAD1O












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