Dienstag, 7. Mai 2024

2024 -ACT - 6.Tag - Von Carzola nach Alba

Wie herrlich war das heute Morgen. Runter gehen in die Bar, einen Kaffee trinken und etwas kleines zum Frühstück und schon waren die Sachen auf dem Moped – wie einfach kann das sein. Schon um 09.00 machte ich mich auf den Weg zum TET. Nach ein paar Kurven hatte ich dann bereits den Ausblick auf die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada. An einem schönen Aussichtspunkt hielt ich an und musste meine Erlebnisse per Facetime mit meine Eltern teilen. Und siehe da, sie hatten ihr iPad in der Nähe und so mussten sie mir ca. 30 Minuten zuhören was ich bereits erlebt habe. Geduldig hörten sie mir zu und mir tat es gut mich mitzuteilen, lieben Dank. Als ich weiterfuhr bekam ich ein schlechtes Gewissen, denn ich hatte nicht mal nachgefragt wie es ihnen geht, aber ich denke sie haben Verständnis dafür und wenn sie diese Zeilen lesen, wissen sie, dass mir das zu Herzen ging. 

Nach nicht mal einer halben Stunde Fahrzeit, diesmal hatte ich auch die Richtung bestimmt dreimal geprüft, war ich bereits auf dem TET. Zuerst ging es wieder durch die nun mir längst bekannten Oliven Plantagen, gut für das wieder Einüben auf Schotter. Dann wurde es immer wilder je weiter es in eine sehr karge Landschaft ging, die sich durch irre Felsabbrüche und Formen hervor tat bis, ja bis ich an eine Stelle kam, die steil bergauf ging und die Strecke hinauf zerrissen war von tiefen Furchen und Rillen. Ich probierte ein paar Meter und musste dann aber einsehen, dass dies nichts für mich war. Ich alleine mit dem schweren Bock und ich wusste ja nicht wie weit das so geht. Als ich nun dabei war wieder vorsichtig mit dem Moped nach unten zu rollen, kam mir eine Gruppe Franzosen bergab entgegen. Sie meinten das ginge nur so 2km danach wäre es besser, aber auch 2km können sehr lang sein.
Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit eine Stelle zum Drehen fand und zurückfuhr traf ich wieder auf die Gruppe, die gerade eine Pause im Schatten machten. Die hatte ich auch nötig und so bekam ich die Info, das ich den Canyon umfahren könnte und diese Strecke einfacher wäre aber genauso attraktiv. Ja, sie hatten recht, sie war attraktiv, es waren nämlich die "Villanueva de las Torres – Los Coloraos – eine bizarre Felsen Ansammlung geformt aus Wasserverläufen aus früheren Tagen. So stelle ich mir die Grand Canyons nur in groß vor. Nur mit dem "wesentlich einfacher" hatten sie leicht untertrieben. Denn wenn man in das Tal ganz hinunter fährt, und auch hier einige tiefe Spurrillen aufwies, muss man ja auch wieder auf der anderen Seite hinauf. Da sah es nicht besser aus, als die Stelle als ich heute auf dem TET umdrehte. Zurück ging auch nicht und da die Strecke auch von Autos befahren wird, sind die Rillen so breit und tiefl wie eben nun mal Autoreifen sind. An einer Stelle stand dann kurz vor einer Kurve ein Franzose mit seinem Campervan und kam weder vor noch zurück. Mir wurde angewiesen ich sollte in einer der linken Rillen zum Abhang hin an ihm vorbei, das tat ich auch was aber ein Fehler war. Ich hätte mir mal den Streckenverlauf nach der Kurve ansehen sollen, denn es wurde noch gröber und schwups lag ich auf der Seite. Aber schon war der Franzose da und half mir aufheben und schob mich noch an damit ich aus der Rille wieder rauskam – War es das schlechte Gewissen das er mich in mein Unglück stürzte oder einfach Hilfsbereitschaft? Ich denke das Zweite, ich hätte ja auch selber mal nachschauen können bevor ich losfahre.

Nach dem Canyon ging es dann nur noch zäh über Ackerwege mit groben Gestein, von dem ich aber bald genug hatte. Auch trieb mich meine Unterkunft für heute vorwärts, denn die kleine, nette spanische Pension in einem abgelegenen Dorf hatte mein Interesse geweckt. Ebenso mal etwas früher ankommen als die letzten Tage war auch mal gut. Das ich früh ankam war das eine, aber das ich dann gleich Valentin, einen Mopedfahrer aus Litauen, traf und wir uns angeregt  unterhielten, dazu zwei große Bier, machte dann mein Vorhaben zu Nichte, vor dem Abendessen noch etwas zu ruhen. Aber es war so anregend für uns beide, das wir dann noch zusammen das Abendessen – spanische Hausmannskost – einnahmen. Valentin fährt morgen an das Meer und ich werde in die Wüste Tabernas geschickt – die Kultstätte der Italien Western aus den 60ern mit Terence Hill – wie "Mein Name ist Nobody". Wenn morgen mich keiner mit einem rauchenden Colt von meinem Bike holt, werde ich dann auch irgendwann in der Nähe von Almeria ankommen.

Und hier wieder die Tour vom heutigen Tag und ein paar Fotos:






















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