Das war heute ein sehr anstrengender Tag. Ich liege nun mit Muskelkrämpfen im Bett und muss mich echt anstrengen diese Zeilen noch zu schreiben.
Aber fangen wir doch von vorne an. Ich wachte bereits gegen 06.30 auf und eine plötzliche Unruhe kam in mir auf. Ich wollte unbedingt wissen, ist es nun draußen wolkig, nebelig oder scheint gar die Sonne. Als ich den Vorhang beiseite zog, strahlte der Himmel in blau!
Also nichts wie los und gegen 08:45 Uhr saß ich bereits auf dem Moped. Ich fuhr dann zum südlichsten Punkt der LKS und siehe da, die Schranke zum Trial stand offen.
Und es wurde zunehmend anstrengend, heftig ging es steil bergauf über große und kleine Steine, Felsentreppen, und das auf einem nicht gerade sehr breiten Weg. Die nächsten 20km kosteten mich viel Kraft, aber bei jedem Halt war der tolle Ausblick eine Entschädigung für die Mühen. Nach unzähligen Steigungen und Serpentinen war ich dann endlich am Pass Tanarello in 2.050 Meter Höhe angekommen. Bis zur Einstiegs Hütte für den nördlichen Teil, für den man ein Ticket benötigt, ich hatte mir ja schon eines online besorgt, zog sich die Strecke noch etwas hin.
Auf diesem Weg traf ich Roland, einen 67 jährigen Motorradfahrer mit seiner 20 Jahre alten BMW.
Wir fuhren gemeinsam zur Hütte und als wir ankamen, war die Schranke geschlossen und der Schrankenwärter erklärte uns, dass die nördliche Strecke erst am 22.Juni auf macht, da es noch ein Schneefeld gibt, das noch nicht beseitigt wurde.
Ich konnte es nicht glauben, warum konnte ich mir ein Ticket dann online ziehen? Wenn die Schranke zubleibt, muss ich den ganzen Weg von heute und gestern zurückfahren. Ich versuchte den Wärter zu überzeugen, dass dies keine Option für mich wäre, auch nicht für Roland. So machte er nach einigen hin und her die Schranke auf und bat uns um allerhöchste Vorsicht.
Es war atemberaubend hier oben zu fahren, das satte Grün in den Hägen, die bizarren Felsformationen, die viel Murmeltier, die sich hinter den Steinen verstecken, aber auch sahen wir noch einige Schneefelder in den Hängen. Die ersten Kilometer gingen flott, dann wurde es zunehmend technischer und anstrengender, und wir fragten uns, wann kommt die Stelle mit dem Schnee. Es kamen uns drei Motorradfahrer entgegen, die ich anhielt und nachfragte. Sie meinten, nicht mehr weit und dann kommt eine Stelle von 20 Metern, die man aber mit beherzten Gas geben locker durchfahren kann.
Und dann kam diese Stelle, nun es waren keine 20 sondern eher 200 Meter und es ging steil bergauf. Wir überlegten und als dann auch noch Roland sagte, wie es um seine technischen Fähigkeiten im Off-Road bestellt sei, ließ dies meine Hoffnung schwinden. Aber wir nahmen dann doch die Herausforderung an und ohne Gepäck konnten wir mein Moped über das Eis und Schneefeld nach oben bekommen.
Derweil kamen zwei Mountainbiker an und sagten, hinter der nächsten Kehre wären noch weitere Schneefelder. Bevor wir also das zweite Motorrad hoch holten, fuhr ich los und schaute mir den Streckenverlauf für die nächsten Kilometer an. Und siehe da, es waren keine mehr vorhanden. Also zurück und dann ging es mit der schweren BMW den Hang hinauf. Auch das schafften wir und dann noch mal jeder drei Mal rauf und wieder runter, um das Gepäck zu holen.
Mein Fuß fing an zu schmerzen und mir ging dann irgendwann auch die Luft aus. Aber vor einem 67-jährigen wollte ich mir keine Blöße geben!
Es ging weiter und weiter hinauf und immer tiefer ins Gebirge. Nun rächte sich die geringe Erfahrung bei Roland und ich musste dann drei Mal wieder den Hang herunter laufen, jedes Mal ca. 100-200 Meter und ihm helfen beim Aufstellen seines Motorrades. Dann wieder den Hang hoch laufen und innerlich verabschiedete ich mich dann irgendwann von meinem Plan am heutigen Tag noch meine Strecke zu schaffen. Ich wollte Roland nun in dieser Situation auch nicht alleine lassen, und so geleitete ich ihn bis zum Ende der Strecke. Angekommen in Piermont gingen dann die nächsten alkoholfreien Biere auch auf ihn.
Dann noch rasch über die schnellste Verbindung in mein Hotel in Dronero und hier kam ich noch gerade rechtzeitig zum Essen an gegen 19.30 Uhr. So war das ein langer Tag und daher werde ich mir überlegen, wie ich die nächsten 2 Tage hier in dieser Gegend verbringe. Jedenfalls will ich am Mittwochabend in Oulx sein und dort 2 Nächte verbringen. Zum einen weil ab Mittwochnachmittag bis Freitag viel Regen angesagt ist und zum anderen ich dann mal wieder etwas Pause brauche nach dem ganzen Off-Roadfahren. Aber morgen geht es noch mal auf eine Strecke die mich hoch oben in den Bergen auf einen Kamm bringt mit hoffentlich wieder so toller Aussicht wie heute.
....ich hätte ja auch gerne mal die Schneefelder gesehen! ;-) lg. k.k.
AntwortenLöschenWerde ich nachreichen :-)
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