Dienstag, 18. Juni 2024

2024 -ACT - 48.Tag - Von Dronero nach Guillaumis

Was für ein schöner Abschluss vom Tag. Ich bin am zeitigen Nachmittag in einem Privatzimmer untergekommen, habe meine eigene Terrasse direkt am Garten. Die Vermieter sind grandios, zum einem ist Alain ein toller Gastgeber, geht auf jeden Wunsch ein und bietet mir nun zum vierten Mal ein kleines Bier an, seine Frau Andrea fragte ob sie meine Wäsche waschen könnte – was für ein Service!

Aber bevor ich hierher kam hatte ich einige Irrwege, aber auch ein paar schöne Dinge erlebt. Angefangen vom heutigen tollen Frühstück in dem Hotel, und dann machte ich mich auf zum ersten Pass.

Aber ich ahnte es schon, ich sah an der Straße die roten Schilder und das hieß nichts Gutes. Auf dem Weg zum Pass traf ich wieder auf den australischen Weltenbummler, den ich gestern noch an der LKS kennengelernt hatte. Er hatte versucht den Pass zu fahren, musste aber aufgeben aufgrund von zu viel Schnee. So waren dann auch meine beiden Off-Road Pisten über die Kammstraßen hinfällig, denn diese waren ebenso nicht geöffnet. Es scheint so, aufgrund des vielen Schnees im Winter haben die Westalpen Pässe zum größten Teil erst zu Ende Juni auf, sofern es über 2.400 Meter Höhe geht.

So fuhr ich nach Frankreich rein, in den "Parc national de Mercantour". Hier sollte es tolle Schluchten geben. Aber auch hier wurde dann aufgrund eines Feuers die Weiterfahrt verhindert. Der Polizist meinte, ich solle weit in den Süden fahren auf die Bundesstraße, um das Gebiet zu umfahren.

Aber er kennt mich ja nicht, schon nach wenigen Kilometern sah ich ein Brücke über den Wildwasserlauf, der voll bis oben hin mit Schmelzwasser ist, und fuhr eine kleine Straße in die Berge hinauf. Ein Bauarbeiter sagte mir unterwegs, ja die Strecke wäre passierbar und so fuhr ich wieder auf die mir am liebsten kleinen Bergstraßen mit engen Kehren und steilen Abhängen. Am Ende der Umfahrung wartete dann unverhofft noch ein Highlight auf mich, die Schlucht "Gorges du Cains", an der ich ohne die Umfahrung nicht vorbei gekommen wäre. Eine Schlucht, denkt man sich mal das Grün weg, die vom Mars sein könnte. Rote Schiffersteine, teilweise sehr lose, ragen gen Himmel auf. In meine Fahrtrichtung war nichts los, denn all die vielen Motorradfahrer standen noch an der Sperrung und warteten darauf, dass sie wieder aufgemacht wird.

Apropos Motorräder, die Anzahl solcher ist heute um ein vieles gestiegen. Es scheint so, als wären nun alle in Richtung Westalpen unterwegs. Das gefällt mir nun überhaupt nicht, aber ich werde diese nun nicht vermeiden können auf meinem Weg nach Norden, denn die einzig schöne Route auf der auch zurzeit die meisten Pässe offen sind, ist die Route de Grand Alps.

Morgen möchte ich jedenfalls Oulx erreichen, eine Stadt in den Alpen auf der Höhe von Turin. Hier möchte ich dann das angekündigte schlechte Wetter aussitzen. 

Und hier wieder die Tour vom heutigen Tag und ein paar Fotos:
















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