Heute Morgen beim Frühstück fühlte ich
mich wie ein König. An meinem eigenen großen Tisch mit Blick auf den Garten
wurde von Alain ein reichlich gedeckter Tisch mit lauter leckeren Sachen mir
angeboten. Trotz allem war ich bereits kurz nach 08:00 Uhr on the Road, der
Grandes de Alpes.
Den Anfang machte dann der Col de la Cayolle, mit einer Höhe
von 2.300 Meter. Hier war ich so früh noch ganz alleine unterwegs, die
Motorräder anderer Gäste standen noch alle vor den Gasthäusern. Nach der
Abfahrt ging es dann zum Col de la Bonette, mit einer Höhe von 2.715 Metern. Er
ist der höchste zu befahrende Pass, aber nur wenn der Berggipfel umrundet
werden kann. Dann kommt man auf 2.860 Meter. Leider war dies noch nicht
möglich, zu viel Schnee lag noch hier oben.
Es war dennoch mein höchster Pass auf der Reise, da der Col
de I'Iseran (2.764m) aufgrund eines Lawinenabgangs derzeit geschlossen ist.
Dann ging es weiter zum Col de Vars (2.109m) und ich traf,
so meinte ich, auf zwei Niederländer. Aber es waren Italiener, die mit einem
niederländischen Kennzeichen unterwegs sind, da sie in den Niederlanden leben
und jeder eine Vrouw hat. Es war lustig sich mit beiden auf Englisch zu
unterhalten, auch wollten sie wissen woher ich die ganzen Off-Road Abenteuer
kenne.
Den Abschluss der heutigen Pässe Tour machte dann der Col d'Izoard
(2.360m). Hier war dann richtig viel los, Campervans und Radfahrer quälten sie
die Straße hinauf. Und zu guter Letzt schickte mich mein Navi noch per Off-Road Piste über ein Ski-Gebiet. Das war die Entschädigung dafür , dass ich leider nach den anderen beiden Kammstrassen (Maira-Stura und Varaita-Maira) nun auch nicht die San-Giorio-Susa-Asietta Kammstraße befahren kann aufgrund von Lawinenabgängen und zu viel Schnee.
Na, dann habe ich jedenfalls einen Grund noch Mal hierher zu kommen!
Ich kam dann bereits gegen 15:30 Uhr an meinem Hotel in Oulx an, denn es nahte das erste Gewitter, also beeilte ich mich. Check-In war möglich von 15:00-20:00 Uhr, so laut Aushang und Booking.com, nur leider war da keiner. Ich rief an und eine nette Stimme sagte, sie wäre in acht Minuten da. Ok, kein Problem, aber kurze Zeit später kam ein Mann aus der Hoteltür, gähnte laut und zog erst mal seine Hand aus der Hose. Auf eine Begrüßung per Handschlag verzichtete ich. Auch als ich ihn was fragte, grummelte er nur " non capisce". Was für eine nette Begrüßung! Da bekam ich mit wie er beim Telefonieren meine Zimmer Nummer sagte, 206. Er führte mich ins Hotel und wusste nun überhaupt nicht wo dieses Zimmer zu finden ist, ich zeigte es ihm. Dann kam die nächste Hürde für ihn: Die Tür ist über einen Zahlenschloss zu öffnen, auch das bekam er nicht hin. Auch dies zeigte ich ihm. Ich war glücklich endlich in meinem Zimmer zu sein und die Tür hinter mir zu schließen, um möglichst großen Abstand zu diesem Kerl zu bekommen. Einige Zeit später stand dann die Hotelinhaberin vor meiner Tür und entschuldigte sich, dass sie nicht vor Ort war, sie steckte in einem Stau fest – ok, ich will das mal glauben. Ich bin hier wohl auch der einzigste Gast im Hotel, tagsüber scheinen hier die Bauarbeiter von der Straße nur zu essen. Alles etwas unheimlich hier.
Meine Entscheidung eine Nacht länger hier zu bleiben, leider
mit einer Baustelle vor der Tür, war aber richtig, denn bis Freitag wird es hier nur noch regnen. Auch wird sich
das schlechte Wetter in den Alpen festsetzen, also auch über der Schweiz. Daher
plane ich gerade meine Heimreise etwas um und werde mich weiter westlich
halten, über die Haut-Jura – westlich von Lausanne. Vielleicht ergibt sich die
Gelegenheit einen ehemaligen Arbeitskollegen und seine Frau zu besuchen, die hier
leben und die ich vor ca. 5 Jahren mit einem Freund auf einer Motorradtour zu Letzt
besuchte.
https://www.relive.cc/view/vLqexRnAnR6
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