Das war ein episches Abenteuer! Die letzen 2 Tage sind wir 170km nur Offroad gefahren, haben dabei von Geröll, Sand über Durchquerung eines ausgetrockenen Sees alles erlebt. Haben die Nacht unter dem Sternenzelt im Freien geschlafen, konnten Einblick in eine Bauernfamilie erhalten und haben die absolute Gastfreundschaft erhalten, inklusive einer Menge Spass und weiteren Einblicken in das marokkanische Leben, besonders als Araber, die hier im Dessert wohnen.
Aber fangen wir mal von vorne an. Gestern wurden wir nun von Abdou und Himi an der Auberge pünktlich abgeholt, unser Gepäck in den Jepp abgelegt und schon ging es nach der Stadt links ab auf eine Piste. Von da an haben wir keine Straßen mehr gesehen, nur noch Spuren von anderen Jepps oder Karawanen. Es ging in eine karge Landschaft hinein und es dauerte erstmal gute 40km bis wir an einer Oase ankamen, in der ein Araber im Dickicht der Palmen wartete und uns einen Tee zur Stärkung gab. Den brauchten wir auch, denn die Hitze war extrem und auch die Überquerung von einzelnen Sandabschnitten. Aber wenn es mal nicht lief waren beide sofort zur Stelle und halfen kräftig mit das Motorrad aus dem Sand zu ziehen. Nach der kleinen Pause ging es weiter zum Lake Iriki, ein See der ca. 40km Durchmesser hat. Da es letztes Jahr nach mehr als 10 Jahren hier geregnet hatte sah man immer wieder einzelne Grassbüchel, ansonsten war die Oberfläche schon wieder so hart wie Beton. Hier konnten wir Gas geben, mit mehr als 80km/h flogen wir über den See bis wir an den Rand kamen wo eine Cousine von Abdou mit ihren Kindern lebt. Hier gab es dann wieder das typische marokkanische Gericht Taschin und wir ruhten uns im Gästehaus aus. Anschließend ging es dann zum anderen Rand des Sees und hier erwarteten uns dann die Sanddünen. Ich glaubte nicht wie hoch die sein können, wie Berge stiegen sie vor uns auf. Aber zu unserem Glück war das Camp für die Nacht bereits nach der ersten Düne, sodass wir recht gut hinkamen. Nach einem Tee ging es per Fuß auf eine hohe Düne und hier saßen Tom und ich die nächsten Stunden und beobachten das Farbenspiel zum Sonnenuntergang. Der etwas stärkere Wind ließ auch nach und im warmen Sand war es wie ein Oase der Wellness. Als es dunkel wurde gingen wir zum Essen, es gab wieder Taschin - ihr könnt euch gar nicht vorstellen in wie vielen Variationen es dieses Gericht gibt - und legten uns anschließend auf eine Matratze vor das Zelt. So beschlossen wir auch die Nacht draussen zu schlafen, um den nun etwas kühleren Wind zu genießen, allerdings hatten wir in unserer Planung nicht berücksichtigt, das wir in dieser Nacht Vollmond haben. So klar und hell habe ich den Mond noch nie gesehen, allerdings war es dann auch so als wäre ständig eine Straßenlaterne an, so dass wir leider den vollen Sternenhimmel nicht sehen konnten. Aber es war schon so alles irgendwie märchenhaft und wir schliefen auch rasch ein.
Der heutige Tag begann dann sehr früh, kurzes waschen über dem Wassertrog, schnelle Wäsche, ein Berber-Omelett und schon waren wir wieder auf der Piste. Der Rückweg war dann auch etwas kürzer und Tom sagte bei einer Pause in einer Oase, er fühle sich ausgelaugt. Die letzten 20km waren dann recht einfach zu erkennen, es gab nur eine Spur, und ich brauste dem Jepp davon. Ich wollte mal wieder richtig Gas geben und kam dann auch recht schnell auf der Strasse an, nur Tom und der Jepp kamen nicht. Es dauerte und als sie kamen sah ich auch warum. Tom war heftig gestürzt und das Windschild hing auf halb sieben, der Sturzbügel war eingedrückt und der rechte Spiegel fehlte.Zum Glück hatte Tom sich nicht verletzt, aber seine Krone hing etwas schief.
So fuhren wir, nachdem wir unser Hotel für diese Nacht bezogen hatten, zur nächsten Tankstelle, ließen unsere Mopeds vom Sand und Staub der letzten Tage befreien und richteten alles wieder am Moped vom Tom soweit es ging. Die Reise kann fortgesetzt werden!
Ab hier geht es dann an die Atlantikküste in 2 Tagen nach Sidi-Ifni, das ist dann unser tiefster Süd-/Westlichster Punkt der Tour, ab da geht es dann nur noch zurück. Tom und ich hatten heute für einen kurzen Augenblick den Gedanken ob wir nicht einfach weiter nach Süden fahren sollten - aber der Gedanke war nur kurzzeitig da, ja wir kommen wieder!
Hier im Riad gibt es Bier, dafür kein gutes WLAN. Daher nur ein paar Fotos, aber unter Live- Tracker: Marokko sind schon viele vorhanden.
Youtube Video: 2025 Marokko Tag 10-12



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