War das schön, geschlafen wie ein Murmeltier und erst gegen 08:30 aufgestanden, Frühstück auf der Terrasse mit Blick auf die Ksar. Pünktlich um 10:00 kam Jamal, tradionell angezogen in seinem blauen Berber Umhang. Er soll ein Nachfahre des Stammes Ait Haddou sein, wir glaubten ihn erst mal. In seinem guten Englisch führte er uns zur Altstadt. In seinem Beisein sprach uns auch niemand mehr an, keiner wollte uns etwas verkaufen, jeden begrüsste er mit Handschlag - so langsam glaubten wir ihm dann schon. Wir waren Recht früh dran, die Massen der Touristenbusse sollten erst später eintreffen und so hatten wir die Gassen erst mal fast für uns alleine, zumal Jamal auch kleine Schleichwege kennt. Nach der "Besteigung" der Bergkuppe ging es dann zu einem Teppichladen, wie sollte es auch anders sein. Die Kühle im Innenraum war erst mal angenehm, es wurde Tee gebracht und nach der dritten Aufforderung setzen wir uns auf die für uns bereitgestellten Schemel, dann wurden die Teppiche vor uns ausgebreitet. Schnell erkannte Jamal das er mit mir kein Geld verdienen würde, ich wies mich als Nomade aus, jemand der kaum zu Haus ist und daher den Luxus eines geknüpften Teppichs von Hand nicht braucht, aber zu meiner Verwunderung kam Tom ins Gespräch. Jamal's Angebot für einen sehr schönen Azur blauen Teppich lag bei 600€, schnell merkte er das er zu tief eingestiegen war und wollte sich mit Versandkosten und der Arbeit seiner Mutter - es soll ein Kooperationsbetrieb sein - retten. Aber nicht mit Tom, er blieb stur bei seinem Angebot von 450€ inkl. Versand. Es war ein lustiges und heiteres Feilschen und zum Schluss gab es dann den Handschlag bei 480€ - gut gemacht Tom. Keine Stunde später, Jamal hatte uns verlassen, saßen wir bei einem Snack und Tom erhielt eine Versandbenachrichtigung von UPS. Jetzt muss nur noch der richtige Teppich bei Tom ankommen.
Den Nachmittag haben wir dann mit etwas Schlaf verbracht und sind zur nächsten Autowäsche gefahren. Das war ein Ein-Mann Betrieb, der sorgfältig unsere Mopeds sauber machte und um uns herum scharten sich wieder die Kinder. Aber auf meine Einladung auf mein Moped zu steigen ging keiner ein, etwas scheu - dafür lernte ich von einem Marokkaner wie sie ihre 50ccm Maschinen frisieren damit sie 100km/h fahren - das kenne ich ja von mir selber, hatte damals aber ein japanisches Modell, hier fahren sie kleine Roller aus China.
Gleich gibt es Abendessen, wir haben uns ein Barbecue gewünscht, mal keine Taschin. Und morgen früh geht es dann einmal quer durch den Atlas nach Norden in Richtung Khenifra.
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