Nun sitze ich auf der Dachterrasse vom Riad, höre den Wasserfall rauschen, geniesse den Blick auf die gegenüberliegende Hügel und merke wie warm es jetzt noch ist um 19:00. Dabei war es heute Morgen doch recht frisch als wir losgefahren sind, dafür hatte man aber wieder eine tolle Fernsicht. Die letzten Tage war es doch eher dunstig, ja die Regenzeit kündigt sich so langsam an. Und Regen wird hier ganz dringend benötigt, es hat seit dem Frühjahr nicht mehr geregnet und der Winter war sehr mild. So fuhren wir noch einmal in den Atlas hinein und folgten dem Tal, das bereits zu früheren Zeiten als Karawanen-Strasse von Timbuktu nach Marrakesch benutzt wurde. Dabei stiegen wir wieder bis auf 2.500m hinauf und kamen letztlich an der Nordflanke wieder an. War die Gegend vorher ein Genuss, so wurde mir übel als wir dann wieder in eine zugemüllte Gegend kamen. Es war bereits Mittag und wir waren schon 4 Stunden unterwegs. Aber nirgends konnte man eine Pause machen. Entweder gab es bis auf einen Kiosk im Dorf kein Möglichkeit einzukehren, oder wenn mal ein schattiges Plätzchen am Straßenrand auftauchte, saßen viele Kinder dort, die uns in Scharen dann umringten und doch sehr übergriffig wurden. So fuhren wir immer weiter, bis ein kleines Café auftauchte, wir hier wenigsten eine Tee bekamen und nur Süsses. Gerade das wird hier von den Kindern in Mengen vertilgt, dabei konnten wir beobachten wie sie einfach anschließend die Verpackung auf die Straße warfen. Es ist nicht überall so, einige Kilometer weiter im nächsten Tal waren die Straßen einigermaßen sauber, wir sahen sogar einen Mann wie er Müll aus dem Straßengraben sammelte.
Das heutige Riad liegt wieder in einem touristischen Zentrum, eigentlich an einem schönen Wasserfall mit ca. 100 m Höhe, aber als ich den besuchte musste ich mit Erschrecken feststellen, wie auch hier alles mit Müll überlagert ist und unten am Wasserfall zu beiden Seiten hunderte von Stühlen auf zig Terrassen aufgestellt sind - auch so kann man die Natur kaputt machen. Hier auf der Terrasse bekommt man davon nichts mit, und wenn man den Rest ausblendet ist das ein schöner Fleck zum Ausruhen.
Jetzt haben wir nur noch 750km bis Tanger, diese teilen wir auf die nächsten drei Tage auf. Am Samstag Morgen geht unsere Fähre nach Tarifa, am Nachmittag möchten wir dann in Malaga am Lager sein und hier wartet dann Ralf auf unsere Motorräder, die er dann gleich auflädt. Aber noch haben wir drei Tage und wollen die genießen. Wenigsten ist kein Regen angesagt wie auf der Hinreise.
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