Freitag, 3. Oktober 2025

Marokko 2025 - 7.Tag - Boumalne Dades

Wir schaffen es wirklich jeden Tag um Punkt 09:00 Uhr auf dem Bike zu sitzen und abzufahren. Wir genießen dann die noch kühlere Morgenluft und die Sicht in den Bergen ist dann ganz klar. Allerdings hatten wir heute bereits nach 30 Minuten eine Höhe von 2900m erreicht und es wurde dann doch noch etwas schattig bei 14 Grad. Aber sobald man wieder vom Berg ist, d.h. hier befindet man sich dann immer noch auf ca. 1800m, wird es deutlich wärmer. Die ersten 80 km waren auf gut ausgebauten Bergstraßen schnell erledigt, wobei zu lange sollte man nicht den Blick von der Fahrtrichtung nehmen, sind es keine Schlaglöcher so sind es dann entgegen kommende Autos. Unser Ziel war es heute den Hohen Atlas einmal von Norden nach Süden zu durchqueren. Wir gingen davon aus das diese Strecke nicht asphaltiert sein sollte, so wurden wir leider enttäuscht, denn die Strecke zum höchsten Pass auf 3005m ist mittlerweile asphaltiert, die Nordseite allerdings schon wieder in einem erbärmlichen Zustand. Aber auf einen Pass vorher konnten wir den Schotter spüren der uns in einen grossen Canyon nach unten führte um dann gleich wieder ganz nach oben zu fahren. Auf dem Weg zu den Pässen lernten wir die Baulust am Straßenbau kennen. Kilometerlang werden hier ganze Berge abgetragen damit neue und breitere Straßen entstehen können. Auch sieht man zunehmend neue Schulen in den Gebieten, die Kinder werden mit Sammeltaxen aus ihren Tälern herangeholt. Aber solange kann die Schule hier nicht gehen, denn um 10:00 stehen sie alle noch davor und bereits gegen Mittag machen sie sich schon wieder auf den Heimweg. Aber ich denke das ist besser als nichts, denn nur so kann das Land langsam wachsen, in dem auf die neue Generation gesetzt wird. Gestern Abend in der Auberge lernten wir einen Spanier kennen, der für eine NGO arbeitet. Er ein Augenarzt und sein Kollege ein Zahnarzt. Beide fahren in die vergessenen Dörfer und behandeln dort die Einwohner, eine allgemeine medizinische Betreuung gibt es hier wohl nicht in Marokko. Ich Frage mich immer wieder von was die Menschen hier in den Bergen leben. Von den Schafen und Ziegen? Viel Grün gibt es hier nicht. Wie oft stehen die Kinder am Straßenrand und machen das Zeichen für Geld, wenn man hier jedem etwas geben würde könnte man direkt nach 3 Tagen nach Hause fahren. Sobald man aber mehr in die touristischen Gebiete kommt, ändert sich das wieder ganz. Dennoch, egal wo man aber ist - im ländlichen oder auch hier beim Tourismus - überall begegnet man einer herzlichen Gastfreundlichkeit.
Ihr merkt, viele Eindrücke die ich nun bereits gesammelt habe, fange ich langsam an zu verarbeiten. Aber das macht eben so eine Reise auch aus, das im Inneren kennenzulernen - auch mit seinen Schattenseiten.
Aber zurück zu unserem Tag. Nach den ganzen Pässen gab es dann noch ein Leckerchen in Sachen Offroad, die alte Straße um den Amejgag Pass führte uns durch einen trockenen Bachlauf und dann später in eine enge Schlucht, anschließend wählten wir dann noch die alte Verbindungsstraße nach Dades. Hier konnten wir uns noch mal richtig austoben, über Steinplatten, dann wieder Sand und Geröll, durch Furchen durch und den Bodenabsenkungen ausweichend, am Ende waren wir nach den 14 km erledigt und freuten uns auf unser Riad mit Garten und Springbrunnen. 
Morgen geht es nach Zagora, dort werden wir einen Ruhetag einlegen, unseren Körper schonen und die Motorräder warten.

Live- Tracker: Marokko
Youtube Video: 2025 Marokko Tag 7







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