Sonntag, 5. Oktober 2025

Marokko 2025 - 8.Tag - Zagora

Wir hatten uns ja entschieden unseren Ruhetag nicht in Dades sondern in Zagora zu verbringen, so fuhren wir also heute bereits weiter in Richtung Süden auf die letzten Ausläufer des Atlagebirges zu. Das Gebirge hier im Süden ist in Wellen angelegt, sprich nach einem Pass kommt erst Mal eine ca. 40-50 km breite Hochebene bevor es wieder über die nächste Gebirgskette geht. Diese Ebenen sind karg, bestehen aus Stein und Geröll und wachsen tut hier gar nichts. Am nächsten Pass fanden wir ganz oben eine Auberge mit einem tollen Ausblick, ich meinte wir wären irgendwo in Amerika, so zerrissen war das Gebirge.
Anschließend kamen wir immer weiter runter und das erste Mal seit Tagen auf unter 1000m und schon stieg die Hitze auf bis zu 37 Grad. Wir kamen ins schwitzen, zu mal wir auf einer Schotterpiste ganze 30km eine Ebene durchquerten wo nur einzelne Bäume mal hier und da Schatten spendeten. Wir waren froh die Straße zu erreicht zu haben und fuhren die letzen Kilometer nach Zagora. Hier war nun die Landschaft ganz anders, immer wieder waren Palmen-Oasen rechts und links, der Boden besteht aus festem Sand und wir hatten den ersten Eindruck was uns in der Wüste erwarten würde. Auch unsere ersten freilaufenden Dromedare erblickten wir. In den Palmen- Oasen erkannten wir Überreste von Getreide und anderen Pflanzen, aber bis zum kommenden April wächst hier nichts mehr. Hier kann nur ein Mal im Jahr geerntet werden, danach ist alles ausgetrocknet. Jetzt um Mitternacht haben wir immer noch 25 Grad!
So freuten wir uns auf den Pool vom Riad und es tat gut ein kühles Bad zu nehmen. Auch gingen wir heute zum ersten Mal in eine Stadt, aßen dort - mal sehen ob es uns bekommt - und gingen noch etwas die Hauptstraße herunter. Ich fühlte mich stets beobachtet, aber bis auf ein paar Male wurden wir eigentlich in Frieden gelassen. Erschreckend war dann aber die Situation als ein Tuareg, groß, schlank in seinem Gewand uns in Deutsch ansprach. Sehr geschmeidigt verwickelte er uns in ein Gespräch, bis er dann uns in seinen Laden mit seiner Handwerkskunst einlud. Da war dann für uns Schluss, wir lehnten ab und verabschiedeten uns. Insgesamt sehr freundlich. Anders war es mit dem Typen der uns am Nachmittag bei der Einfahrt in die Stadt zum Hotel auf seinem Roller verfolgte und uns am Hotel abpasste und eine Motorradwäsche samt Kettenwartung und Reifenservice aufschwatze. Wir sagten wir kommen gerne Morgen und als wir heute Abend zu einer anderen Werkstatt gingen, weil ich nach einem möglichen Reifenservice in Agadir fragen will, passte er uns wieder ab und beschwerte sich was wir denn in dieser Werkstatt suchten und nicht bei seiner. Diese Diskussion endete nicht freundlich.

Morgen ist Freizeit angesagt, Aufstehen wann jeder mag, nichts ist geplant. Wir müssen nur das Hotel wechseln, dieses für heute war nur eine Notlösung, da das andere so spontan keine Zimmer mehr für heute frei hatte. Aber das andere Hotel liegt etwas außerhalb und wir hoffen dort auch etwas mehr Ruhe zu finden als hier in der Stadt.

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