Nachdem wir nun gestern bereits einen Teil vom Track 2 in Albanien gefahren sind, ging es heute nach einem tollen Frühstück, das uns Kosmo pünktlich um 07:30 servierte, los auf den restlichen Teil vom Track 2.
War die Strecke gestern fast nur auf Asphalt, so gab es einige Schotterautobahnen in Richtung Teth Tal. Auf der kleinen Strasse war viel los, Autos und Wohnmobile quälten sich an einander vorbei. Wenn man Glück hatte wie ich, konnte man sich vor solch eine Kolonne setzen. Oben am höchsten Punkt ging es dann nach Teth runter und ab hier sollte es dann nur noch Off-Road weitergehen. War ich doch schon vor 2 Jahren hier so musste ich feststellen, dass die 40 km über Piste zum größten Teil nur noch aus platt gewalzten Schotter besteht. Erst zum Schluss, wenn die Strecke schmaler wird, findet mal größeres Geröll.
Aber nach der langen Zeit auf dieser Piste waren wir dann doch froh endlich am Anfang des Tals angekommen zu sein. Wir dachten nun geht es eigentlich auf Strasse wieder in Richtung Shkodra, aber nein, der Streckenverlauf ging zuerst an einem anderen See vorbei und hier kam wieder richtig Freude auf.
Auf einer kleinen wilden Strecke über Lehm-artigen Boden mit ordentlich Löchern und Wellen, ging es rauf und ab, bis wir an einem Flusslauf kamen. Das Navi zeigte mir an, ich solle mich mehr rechts halten und schon standen wir mitten in einem Bachlauf mit groben Geröll und Kies. Vor mir tat sich eine etwas größere Pfütze auf, aber mit dem Adrenalin in meinem Blut wurde ich übermutig und prüfte nicht ab wie tief das Loch war. Also nahm ich Anlauf und schwups war ich bis zum Tank im Wasser. Was ich nicht gesehen hatte, die gegenüberliegende Kante war recht steil und der Untergrund war aus losem Kies, so dass ich mit dem Motorrad mitten in der Pfütze stecken blieb. In beide Stiefel lief das Wasser, das Motorrad halb versenkt und ich wollte hier nur so schnell als möglich raus. Jens und Gerhard eilten zur Hilfe und gemeinsam schafften wir es den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Ich war bedient, meine Füsse schwammen in meinen Stiefeln und mir war ordentlich warm geworden, da ich das Heck samt der Taschen nach oben drücken musste. Jens und Gerhard machten sich dann auf und suchten einen anderen Weg, und den gab es natürlich!
Ich war froh endlich am Campingplatz, wieder am Shkodra See, anzukommen und beschloss mir hier ein Zimmer zu nehmen. Denn irgendenwie müssen ja die Sachen wieder trocken werden. Jens und Gerhard zelten direkt unter meinem Fenster und ich bin froh das nicht mehr passiert ist.
Ach ja, noch eine gute Nachricht: Mein Flicken am Reifen hält. Heute während der ganzen Fahrt hat der Reifen keine Luft verloren. Vielleicht auch aufgrund meiner guten Tat, dass ich eine Schildkröte, die eine Strasse überqueren wollte, vor dem sicheren Tot gerettet habe.
Morgen legen wir einen Tag Pause ein und erkunden eventuell Shkodra und pflegen unsere Motorräder. Schiesslich soll ja meine noch 7 Wochen durchhalten - die erste Woche ist bereits um.
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