Wie startet ein Tag mal ohne vorgesetztes Frühstück, auch ganz gut. Ich hatte mir am Vortag noch Obst und Joghurt besorgt, machte mir noch einen Instantkaffee und schon packte ich mein Moped. Nur nach ein paar Minuten musste ich bereits in den Schatten, in der Sonne war es kaum auszuhalten.
Nach den ersten freien Kilometern steckte ich aber dann bald an der Küstenstraße in Montenegro im sonntäglichen Verkehr und bemühte mich an die Bucht von Kotor zu gelangen. Hier wollte ich die Fähre nehmen, um weiter in Richtung Norden nach Kroatien zu kommen. Ich machte mir Gedanken wie voll die Fähre sein würde, hätte ich doch vorab ein Ticket buchen sollen? Aber als ich ankam sah ich den Pendelverkehr der Fähren und in kürzester Zeit war ich auf der anderen Seite.
Nach dem Grenzübertritt ging es erstmal auf einer höher gelegen Küstenstraße weiter. Und hier war wieder alles anderes, keine großen Touri-Orte, nur vereinzelt stehen Häuser am Rand - so unterschiedlich kann die Küste an der Adria sein. Für den nächsten Abschnitt in Bosnien fuhr ich bereits recht früh ins Landesinnere, hier fühlte ich mich verloren. Auf einer schmalen Strasse, die durch ein unwirkliches Gelände mit kargen Steinen, bewachsen von Büschen und kleinen Bäumen, ging es ca. 50km entlang. So kam der Gedanke auf, wenn hier was passiert, ist es weit bis in ein Dorf, wo auch Menschen leben. Ja, es gab Dörfer rechts und links des Weges in den Steinen versteckt, aber oft waren diese verlassen, Ruinen zeugten vom einstigen Leben. So fuhr ich mit etwas mehr Obacht hindurch und war froh, als ich die Bundesstraße erreicht hatte.
Die letzten Kilometer dieses Tages brachte ich dann schnell hinter mir, das Thermometer zeigte etwas über 30 Grad an. Angekommen bin ich dann in Neum, dem einzigsten Küstenort von Bosnien. Es ist eine kleine Bucht, nichts los, und so konnte ich mal wieder ein kleines Nachmittagsschläfchen halten.
Die Abende sind nun ja auch gerettet, Deutschland spielt ab heute Abend bei der WM mit und hat ja seinen ersten Sieg eingefahren.
Morgen komme ich dann endlich in Split an, und ich muss euch sagen, ich habe mich noch nie so sehr auf eine Waschmaschine gefreut!
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