Montag, 15. Juni 2026

2026 - Balkan - Tag 33 - Endlich in Split angekommen

Der heutige Tag startete mit einer Überraschung. Ich hatte mir bereits überlegt, dass ich nach der Ankunft in Split erstmal das Moped sauber machen muss, denn der Dreck aus Griechenland haftete noch als eine Art Patina an allen Ecken und Kanten. Aber wie es der Zufall so will, ein bosnischer Landsmann, der in Eckernförde lebt, war auch im Hotel, angereist mit seinem Can-Am Spider - unter uns, ein Fahrzeug, das ich mir auch vorstellen könnte, wenn ich nicht mehr auf ein Moped steigen kann. Sei's drum, na jedenfalls fragte er ob ich nicht mein Moped putzen möchte, gleich hier ums Eck gäbe es eine Self-Service Waschanlage. Da ich aber keine bosnische Währung bei mir hatte, lud er mich dazu ein und brachte mich dort hin - seine Oma wohnt gleich ums Eck.

So ging es dann mit einem einigermaßen sauberen Moped schon zur Grenze nach Kroatien. Zwar musste ich dann hier etwas warten, da Reisebusse voll mit Asiaten vor mir dran waren, aber es war zum Glück noch nicht so heiß. 

Erstes Zwischenziel war der Sveti Jure, ein Gipfel mit ca. 1.700m Höhe direkt an der Küste. Angekommen hiess es erstmal 15€ bezahlen für die Auffahrt, die aber wirklich lohnenswert ist. Über enge Serpentinen und schmalen Passagen wo einem ausser Autos auch Pferde entgegen kommen können, ging es hoch hinauf zu erst zum Skywalk - ein Brückengeländer das als ein Bogen vor der Bergkante aufgespannt ist und man läuft auf Glasplatten über den freien Abhang des Berges - als ich fragte wer mit mir ein Jumping Spiel machen möchte, meldete sich keiner! Leider war dann die Auffahrt bis zum Gipfel gesperrt aufgrund von Sanierungsarbeiten auf der Strecke, selbst als Motorradfahrer käme man nicht durch. Na ja, schade drum aber dieses Abenteuer hatte ich bereist einige Kilometer zuvor. Schon bei der Anfahrt nach Makarska war es mir komisch vorgekommen, das ich kein einzigstes Fahrzeug mehr traf. Ich hatte wohl ein Zeichen übersehen, das darauf hinwies, diese Strasse endet in einer Sackgasse aufgrund von Arbeiten am Felsen. Als ich an der letzten Betonmauer ankam, schaute ich welche Alternativen es noch gäben könnte, aber es gab keine. Entweder liess ich den Sveti Jure aus oder ich fahre die gesamte Strecke zurück, und das waren etliche Kilometer. So beschloss ich einfach durchzufahren und zu schauen wie weit es für mich gehen würde. Ich kam an einer Klippe an, an der gerade Netze gespannt wurden über den Felsen, um Steinschlag auf die Straße zu verhindern. Ein Bauarbeiter kam auf mich zu und sagte, ich könne hier durchfahren, seitlich am Kran hin zur Kante, wo es steil nach unten ging, solle aber noch warten bis der Kranführer mir ein Zeichen gibt. Es dauerte etwas denn sie waren gerade dabei ein neues Netz über den Hang auszurollen und ich war erstaunt wie mühselig das ist. Ein Mitarbeiter war permanent dabei die Rolle am Hang gegen das Verhaken zu sichern und musste waghalsig hin und her springen am Hang. Aber nach einer gefühlten Ewigkeit konnte ich durchfahren und kam am Sveti Jure an.

Nach der Besichtigung des Berges ging es dann in einem lustigen Wechsel zwischen Küste und Hinterland bis nach Split zu meiner Ferienwohnung. Und ich muss sagen, als ich die sah war ich so happy, das ich gleich nach einer Verlängerung gefragt habe. Aber leider sind sie schon ausgebucht, so kann ich "nur" 2 Nächte hier hierbleiben. 

Morgen geht es dann zum Reifenhändler, schaue mir etwas Split an und mache ansonsten gar nichts - denn meine Wäsche habe ich bereits heute gewaschen und herrlich wie sie wieder riecht!

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