Auch heute Morgen wurde ich von den Gastgebern herzlichst begrüßt und gleich ein Kaffe und etwas zu Essen wurde angeboten - obwohl das gar nicht in der Übernachtung vorgesehen war.
Dennoch konnte ich mich dann recht zeitig aufmachen und konnte bereits gegen 08:30 auf der Straße sein. Schnell etwas einkaufen für den Tag und schon ging es los in das Land, wo einst Winnetou zu Hause war - ja nicht so ganz, es ist mehr das Land, die Region in dem die Karl May Filme gedreht wurden.
So ging es auf unzähligen Schotterpisten durch das Gestrüb, rechts und links war nicht so viel zu sehen ausser die hohen Berge. Das war auch gut so, denn frischer Schotter, teilweise wieder so tief und fein, das mein Vorderrad einsank, manchmal faustgroße Steine, füllten die Rinnen auf der Piste - also schön aufpassen!
So verstrich die Zeit, ich kam an einem See heraus, der von kleinen Wasserfällen gespeist wurde und hier gab es auch ein Lokal. Es war bereits kurz vor Mittag und hatte noch kein Frühstück, aber anstelle eines Omelettes gab es dann Ćevapčići. Davon zerrte ich den Rest des Tages!
Ich kam an den Bergen an und wählte die einfachere Route hoch, denn auf der anderen wäre es alleine zu riskant gewesen. Als ich in die Pass-Straße einbog, stand eine ältere Dame mit ihrem VW-Camper vor einer Schranke, und meinte oben gäbe es Bauarbeiten. So sollte ich doch den harten Trial nehmen müssen? Aber sie meinte, probieren sie es doch, ja mensch, daran hatte ich in diesem Moment gar nicht gedacht. So umfuhr ich die Schranke, und was soll ich sagen, auf der ganzen Strecke war keine einzigste Baustelle. Am liebsten wäre ich umgedreht und hätte das der netten älteren Dame gesagt. So kam ich an der Gedenkstätte an und war echt enttäuscht. Bis auf eine kleine Kapelle und einer Mauer mit einer Gedenktafel war da nichts zu sehen. So stellte ich mir dann vor, wie hier oben Winnetou, Häuptling der Apachen, und Old Shatterhand sich trafen und ihre Blutsbruderschaft knüpften.
Schnell war aber der Gedanke wieder verworfen, denn auch hier war die Straße voll mit frischem Schotter. Doch kam ich dann schneller voran als ich dachte, machte noch irgendwo im Nirgendwo eine kleine Pause auf der Wiese eines leer stehenden Hauses, und war bereits um 15:30 an der Unterkunft in Karlobag, eines ganz kleines Dorf an der Adria, wo die Zeit des Tourismus noch nicht Einzug gehalten hat.
Hier lernte ich dann den Österreicher Gerald kennen, auch ein Mopedfahrer, sowie einen aus Fulda, auch mit Moped. So viele in einer Unterkunft zusammen hatte ich seit Albanien nicht mehr. Etwas Smalltalk, aber mehr kam auch nicht zustande.
Morgen mache ich eine kleine Tour über den Veliki Alan Pass. Es soll eine tolle Piste sein mit grandiosen Tunnel- und Felspassagen, aber Nichst anspruchsvolles. Wir werden wie immer sehen!
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