Sonntag, 21. Juni 2026

2026 - Balkan - Tag 39 - Durch kühle Wälder nach Tolmin - leider mit einem erschreckenden Erlebnis

Ihr habt euch eventuell schon gewundert, dass von mir gestern kein Bericht kam. Aber ich war am Abend fix und fertig. Warum, das schreibe ich gleich, aber zuerst mal wie der Tag startete. Früh ging es wieder los. Im Schatten der Bäume wurde gepackt und nach kurzer Fahrt kam ich bereits an die Grenze von Slowenien. Kein Pass vorzeigen, einfach durchfahren und schon wurde die Gegend wieder eine andere. Viel Wald und immer wieder durch enge, kleine Täler ging es viel über gut ausgebaute Schotterpisten. Quer durch Wälder sind hier Nebenstraßen, die bei uns in Deutschland verboten wären zu befahren. Die Kühle in den dunklen Wäldern tat gut, denn sobald man ins Freie kam, merkte ich die Hitze. 

So ging es eine Weile lang, bis ich an eine kleine Schutzhütte kam, an der Bänke und Tische standen. Das lud zu einer Mittagspause ein. Mal wieder den Gaskocher raus holen, einen Kaffe machen und belegte Brote essen. Es ging weiter auf diesen Pisten, bis ich an einer Kreuzung im Wald links abbiegen musste. Dahinter kam gleich eine weitere links Kurve und ich fuhr nicht direkt am rechten Pistenrand, ein junger Kerl kam mit enormer Geschwindigleit auf mich zu, ich sah sein Entsetzen und er wahrscheinlich meines. Trotz Vollbremsung und dem Versuch, das jeder nach rechts auswich, berührten sich unsere Motorräder. Franz, so heisst der Fahrer, stürzte in den Hang und ich viel nachts rechts auf den Wegesrand. Franz war einklemmt, sein dahinter fahrender Freund Dejan kam zur Hilfe und wir beide befreiten Franz. Zum Glück bis auf ein paar Schrammen war ihm nichts passiert, mir auch auch nicht - nur ein verstauchter Daumen. Aber aus seinem linken Motordeckel schoss das Öl heraus. Ich muss wohl mit meinem Motorrad irgendwie den Aludeckel vom Kupplungsgehäuse getroffen haben. Anschliessend hoben wir mein Motorrad auf und ich musste feststellen, das ich vorne keine Luft mehr hatte. Franz und Dejan kümmerten sich sofort um mich, ruften Freunde an, die recht schnell kamen mit einem starken Luftkompressor, denn ich hatte die Vermutung durch den Aufprall wäre der Reifen zu stark gepresst worden. Aber leider war das nicht der Fall. Ich hatte über einen größeren Bereich mehrere Löcher im Mantel und diese konnte ich nicht flicken. Nach einigen hin und her, bot sich ein Freund von Franz an, den Reifen mit nach Hause zu nehmen und von innen zu flicken. Ok, das wäre eine Chance. Also fuhr er mit seinem Van davon, samt Franz's kaputten Motorrad und wir warteten ab. Derweil prüfte ich die Gabel und das Lenkkopf, konnte aber keinen weiteren Schaden feststellen. Auch fragte ich Franz, warum er kein Nummernschild hat am Motorrad. Er meinte, er hätte es gerade verloren ;-) Auch sein Kumpel Dejan fuhr ein Trial-Bike, nicht für die Strasse zugelassen. Daher waren die beiden wahrscheinlich so zugänglich zu mir, denn sie wollten sicherlich vermeiden, dass ich die Polizei rufe. Aber was hätte das gebracht ausser Ärger für uns alle. Franz's Kumpel kam zurück und der Reifen war geflickt. Nach dem Einbau geleiteten sie mich noch zur Straße, da ich sehen wollte, ob ich irgendetwas merke an der Lenkung . Aber nichts war, bis auf den defekten Reifen war alles in Ordnung.

So trennten sich unsere Wege und ich fuhr direkt nach Tolmin zur Unterkunft. Nach dem Schreck musste ich erst mal zur Ruhe kommen, etwas Essen und Trinken. Ja, und als ich dann mich ins Bett legte, schlief ich einfach ein. Also, überfiel mich die wahre Müdigkeit nach der ganzen Anspannung. Ich überlegte mir noch, ob ich den Reifen nicht gleich mit wechseln sollte, denn wer weiß wie lange der Flicken hält. Und da ich sowie so einen Termin für heute beim Reifenhändler hatte, wäre das eine gute Gelegenheit.

Live-Tracker: Balkan 2026







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