Ja, Möwen schlafen auch in der Nacht, so war es für mich eine ruhige Nacht!
So ging ich ausgeruht in den Tag und startete meine Tour in Richtung Lands End, liegt am äußersten südwestlichen Zipfel von England. Als Hin-Tour wollte ich an der westlichen Küste fahren, morgen geht es dann über die südliche Küste zurück nach Plymouth. Aber so ganz wie in Schottland oder Irland fährt man hier nicht an der Küste, sondern, auch wenn ich kleine Straßen gesucht habe, meistens verlaufen sie etwas von der Küste abgesetzt im Inneren. Kommt man mal an das Wasser, dann ist es eine Bucht und hier war ich dann doch sehr enttäuscht. Denn die meisten Buchten, sobald ein Sandstrand vorhanden ist, sind für den Massentourismus ausgelegt, teilweise kam ich mir vor wie an der Adria. Ich sprach heute auch mit einem jungen Engländer und ich fragte ob die Engländer heute auch einen Feiertag hätten, denn es kam mir doch recht voll vor. Aber er sagte, nein, es ist ein ganz normaler Arbeitstag. Wenn hier Wochenende oder Ferienzeit ist, liegen die Badegäste dicht an dicht in den Buchten – gut dass ich hier nicht zum Wochenende unterwegs bin. Denn auch die Straßen waren voller und die Engländer fahren hier sehr vorsichtig. Ich musste das ein oder andere Mal aufpassen, dass ich nicht beim Fahren umfalle.
So hatte die Tour doch länger gedauert als angenommen und ich kam erst zum späten Nachmittag im Hostel an. Ich konnte mir aber noch in der Küche eine Pizza bestellen und beschloss nach dem Essen noch einen kleinen Verdauungsspaziergang zu machen. Und hier war es dann absolut leer, der schmale Pfad vom Hostel führte mich direkt in eine Bucht und ich kam am Coast Path raus. Das ist der Küsten-Wanderweg, der hier einmal rund um die Südspitze verläuft. Bei untergehender Sonne ging ich dann den Pfad ein Stück an der Küste entlang und bin froh, dass ich mich dazu noch entschlossen hatte.
Nun liege ich auf dem Bett in meinem Zimmer und draußen ist gerade Randale angesagt. Eine Schulklasse aus Österreich ist nach mir angekommen und sie stehen nun vor dem Sanitärhaus und machen ihre Spielchen. Leider liegt mein Zimmer genau gegenüber, aber ich denke auch Schulkinder müssen mal schlafen - wie die Möwen!
Morgen Abend geht es dann bereits mit der Fähre zurück auf's Festland. Je näher der 24.06. rückt, freue ich mich auf mein Zuhause. Ich hatte heute mal nachgeschaut wie lang eine direkte Rückfahrt wäre vom Hafen in Roscoff, Frankreich nach Siegburg. Es wären etwa 1000 km und 10 Stunden Autobahnfahrt. Nein danke, das tue ich mir nicht an.
Mal schauen ob ich morgen dazu komme einen Bericht zu schreiben. Es kann sein, wie auf vielen anderen Fähren auch – insgesamt habe ich nun mit der morgigen Überfahrt bereits 6 Fahrten durchgeführt – ich keinen Internetzugang habe.
Hier nun noch die Tour und die Bilder: https://www.relive.cc/view/vmqXNAmdJoO
| Ein typischer Hafen an der Küste |
| Ein enormer Tidenhub, ca. 6m |
| Typische Bucht im Westen |
| ... und auch mal leer |
| Lands End |
| Küstenspaziergang bei Sonnenuntergang |
| Die Küste ist hier durchzogen von alten Minen, also Vorsicht ist geboten |
| Leider nicht mein Hostel |
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