Heute war es dann soweit, ich kam zurück auf das Festland und somit wieder in den Rechtsverkehr. Kurze Anmerkung: Bei der ersten Abbiegung heute nach links war ich natürlich auf der falschen Seite, aber ein mir entgegenkommendes Fahrzeug machte mich darauf aufmerksam!
Pünktlich legte die Fähre in Roscoff an und nach einer gefühlten Ewigkeit war ich dann auch durch die Passkontrolle. Ich hatte bereits das B&B für heute Abend angeschrieben, wie es aussähe mit einem verfrühten Check-In. Es kam eine positive Nachricht zurück, ich könne bereits an 15:00 Uhr einchecken, prima! Ich probierte als allererstes wieder kleine Nebenstrecken aus, und auch auf den Hauptstraßen war kaum Verkehr. So kam ich doch recht zügig voran, und das hatte ich mir bereits im Vorfeld gedacht. So lernte ich erst mal die französische Mentalität kennen, sei es beim Autofahren, recht zügig unterwegs, weniger Geduld und Blinker kennen sie meistens nicht, oder auch ihre etwas schroffere Art etwas abzulehnen, wie ein Mittagstisch ohne Vorbestellung. Hierbei sei angemerkt, dass die Restaurants nur recht kurz zu Mittag offen haben bis ca. 14:00 Uhr und dann erst am Abend ab 19:00 Uhr wieder öffnen – und ohne Tischbestellung läuft hier gar nichts.
So kam ich auch in meine erste richtige Stadt in der Bretagne. Da ich zum Frühstück auf der Fähre mich bereits angepasst hatte, es gab nur einen Kaffee und ein Croissant, suchte ich eine Bar auf. Es war bereits nach 10:00 Uhr und ich fand dann auch eine, Franzosen trinken bereits am Vormittag ihr Bier. Leider gab es hier nichts zu Essen. Daher ging ich schnell rüber zu einem Bäcker und holte mir ein frisch belegtes Baguette und als ich zurück kam, saß doch tatsächlich der Radfahrer, den ich an der Fähre kennengelernt hatte, in derselben Bar – was für ein Zufall. Er kommt aus Holland, heißt Bartz und ist 68 Jahre alt und begibt sich gerade nach einer Radumrundung von Südengland auf den Heimweg, und das sind dann nur mal soeben ca. 800 km. Respekt!
Wir hatten viel Spaß zusammen und unterhielten uns in einer sehr entspannten Art, vergaßen beide dabei die Zeit und dann kam auch mal der Abschied. Er nahm eine Abkürzung zur Küste, ich ging über die Küstenstraße nach Norden. Dabei war es erstaunlich, welch Ereignis hier die Ebbe ausübt. Denn hier hat die Ebbe ein Niedrigwasser von minus 13m, d.h., ganze Klippen liegen im Trockenen und die Küste sieht teilweise aus wie eine Mondlandschaft.
An so einer besagten Küstenstraße glaubte ich nicht meinen Augen zu trauen. Wer stand da vor mir am Straßenrand, natürlich Bartz. Wir lachten beide herzlichst, nachdem ich neben ihm anhielt. Wir haben ja beide die gleiche Richtung, mal sehen wer von uns beiden zuerst an der französischen Grenze im Osten ankommt, scherzten wir beide!
So war es dann eine kurzweilige Fahrt und kurz vor 16:00 Uhr kam ich am B&B an. Ich wurde von einem belgischen Paar herzlichst empfangen mit einem belgischen Bier, das verursachte natürlich bei erstmal ein Karussell im Kopf, und dann ging ich zur Küste, um mir die Mondlandschaft genauer anzuschauen. Aber wie in den anderen Länder vorher auch, schlug das Wetter um. Ein starker Wind kam auf, peitschte mir den Sand ins Gesicht und dunkle Wolken zogen heran. Schnell ins B&B zurück, warten auf meine Zeit im Restaurant, die liebe Gastgeberin hatte mir ein Tisch bestellt, und dann, ja dann das erste richtig gut schmeckende Essenserlebnis nach 7 Wochen!! Fisch mit Salat, zum Abschluss ein wenig Käse und dazu einen gut schmeckenden Rotwein – ich war der König von Frankreich, jedenfalls gefühlt!
Ergo, hat man einen Tisch kann man hier in Frankreich richtig gut essen!
Morgen geht es weiter gen Osten, muss ja Bartz einholen – wer weiß wie viele Kilometer er bereits Vorsprung hat.
In diesem Sinne – wohl gelaunt mit mir drei Gläser Rotwein – hier die Bilder und die Tour von heute: https://www.relive.cc/view/v4OGRLDemmv
| Auf dem Weg in die Bretagne |
| Morlaix |
| Ein Schiffsfriedhof |
| Noch ist das Wasser da! |
| So langsam kommt die Ebbe |
| Mondlandschaft |
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