Sonntag, 19. Juni 2022

2022 - Ab zu den Schafen - Day 50

 

Bis eben hatte ich eigentlich gar keine Lust einen Bericht zu schreiben. Zu sehr war ich heute gefrustet, hat mich das Fahren angestrengt und die Restaurant Suche am Abend einfach nur noch genervt.

Wie kam es dazu? Maßgeblich der heutige Dauerregen in Mengen, den ich so in den letzten 50 Tagen nicht erlebt habe. Bereits heute Morgen schüttete es wie aus Eimern. Auch das sehr liebevoll zugerichtete Frühstück mit allerlei leckeren Delikatessen, konnte meine Stimmung nicht anheben.

In einer kleinen Regenpause, es regnete nicht allzu stark, packte ich meine sieben Sachen auf das Motorrad und machte mich auf den Weg. Schon kurz danach ging es weiter mit dem Starkregen, die Straßen wurden überspült, durch den Sturm lag viel von den Bäumen auf den Straßen und die Sicht war gleich Null. So kämpfte ich mich gen Osten und hoffte auf Besserung. Nach einiger Zeit hörte es dann auf zu regnen, aber das Licht war wie zur Abendstunde. Dazu kam noch, dass meine Elektrik irgendwie von dem vielen Wasser beeinträchtigt war. Mal ging mein Navi nicht, dann hatte ich beim Anfahren einen Zündungsaussetzer. Aber war doch der Regen eine Erprobung der Wasserdruck Beständigkeit meiner Regenausrüstung, und die war top! Ich denke, das was nass war an mir, war nur durch die Anstrengung entstanden – oder doch Angstschweiß?

Erst als ich dann recht spät in dem Ort mit meinem B&B ankam, wurde es heller und die Elektrik funktionierte auch wieder. Ich musste irgendwie meinen Frust mit einem Bier runter spülen und fuhr zur einzigen Bar ins Dorf. Zum Glück konnte die Kellnerin gut Englisch sprechen, und ich fragte wo man hier Essen gehen könnte. Denn alle Gaststätten in dem Dorf hatten die Corona-Zeit nicht überstanden. Sie versuchte einen Italiener anzurufen, hatte aber keinen Erfolg. Also fuhr ich in das B&B und bei der Begrüßung offerierte man mir bei einer Gaststätte einen Tisch zu reservieren. Auch hier wurde nicht abgenommen, aber ich solle dennoch dort hinfahren, am Sonntag wäre nicht viel los.

Gesagt, getan, ich fuhr hin, das Restaurant war zu! So langsam dämmerte es mir. Denn heute am Sonntag wurde hier in Frankreich die Parlamentswahl durchgeführt  und obwohl nur weniger als 50% wählen gehen wird hier alles geschlossen. Wahrscheinlich die 50% der Wähler die wählen gehen, gehen auch nur am Sonntag essen! Aber ich fand noch ein Restaurant und bekam auch noch einen Tisch. Manche Gesichter kannte ich bereits von der Bar.

Viele Bilder gibt es heute nicht, denn es war einfach zu trüb wie meine Stimmung. Der einzige schöne Moment war heute, als ich mich getraut hatte in die Festungsstadt Saint Malo hineinzufahren. Durch kleine Gasen bahnte ich mir meinen Weg und in dem Gewirr von Einbahnstraßen fand ich ein kleines Café und schnaufte erst mal durch. Die Stadt ist wirklich imposant, hierfür braucht man aber Zeit und die hatte ich nicht, auch war das mit meinem Gepäck & Motorrad nicht gerade günstig. Schon alleine die Parkplatzsuche war abenteuerlich, letztlich stand ich auf einem Bürgersteig und hoffte nur, dass das Motorrad nicht umkippt.

Und hier die paar Bilder und die Tour (an einer Stelle wurde aufgrund der Elektrik Probleme nicht weiter aufgenommen – ihr seht schon wo): https://www.relive.cc/view/vRO7gAn38yO 



Mitten drin in Saint Malo






Sandkistensegler

 

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