Oh graus, war das eine Nacht. Anders als gedacht ging die Temperatur auf ca. 3 Grad runter – dafür ist meine Campingausrüstung nicht ausgelegt. Dazu kam noch ein kräftiger Wind, der nochmals den Atem gefrieren ließ. So wurde ich alle 2 Stunden wach , zog mir ein Teil nach dem anderen zusätzlich an, legte mich auf die Rettungsdecke, damit die Kälte nicht von unten mich auskühlen konnte. Ich war dementsprechend schon früh wach. Mit den ersten Sonnenstrahlen stand ich auf so gegen 07:00. Schnell einen warmen Café gemacht, Frühstück fiel aus.
Gegen 09:00 Uhr ging es dann los, kurz hinter dem Campingplatz war der Einstieg in den TET. Es war noch keine anspruchsvolle Strecke, aber das war auch gut so für das Eingewöhnen mit dem ganzen Gepäck. Dann links auf einen Anstieg und in einer leichten Rechtskurve merkte ich, dass mein Navi nicht reagierte und ich hielt spontan an. Fatal, denn zuerst schauen wie der Weg sich neigt und der ging nach rechts weg, da war also das Tal. Und was mache ich, ich stelle beim Anhalten meinen rechten Fuß auf den Boden, nur da war keiner. Somit fiel das Moped in Schräglage und 300 kg kann man nicht halten. Also vorsichtig ablegen und Motor aus. Und dann kam der schwierige Teil, das Aufstellen. Linken Koffer ab und Tasche runter, ab er gegen den Berg aufstellen, keine Chance. Also auf dem rechten Koffer die Maschine drehen und dann ging es – aber auch hier musste ich laute Geräusche von mir geben. Kaum stand sie wieder und mein Kreislauf senkte sich, kam ein Auto abwärts vorbei und erklärte mir die Strecke wäre gesperrt, "Hmm" mal schauen. Der ganze Akt für nichts? Keine 2 Minuten später kam noch ein Auto und ich fragte ob die Strecke gesperrt wäre – nein das ist sie nicht, mit diesem Moped geht das locker.
Was lerne ich daraus: 1. Achte vor den Anhalten wo du dein Bein rausstellst – eigentlich weiß ich das, 2. den Spaniern ist es eigentlich egal wo du langfährst, außer es ist ein Privatweg, jeder hat da seine eigene Meinung.
So ging es erst mal die nächsten Kilometer Off-Road weiter, über staubige Pisten, an ausgetrockneten Bachläufen vorbei. Ich hatte immer noch nicht gefrühstückt bis auf ein Müsliriegel, also hielt ich in einem Dorf, aber hier hatte nur eine Dorfkneipe offen. Also entschied ich mich auf Straße weiter zufahren, denn nur durch die Oliven-Plantagen zu düsen macht auf Dauer auch keinen Spaß. Ich entdeckte, dass es in der Nähe eine Schlucht geben soll in der Nähe von Margalef. Was für ein Spaß, Kurvenräubern vom Feinsten, und dann ging es in die Schlucht. Hier wird heftigst an den steilen Hängen das Klettern erprobt, an senkrechten aber auch an waagerechten Felsen. Es war jedenfalls imposant.
Anschließend erprobte ich noch mal den TET. Zwei Belgier, die ich auf dem Weg schon getroffen hatte, fuhren in dieselbe Richtung. Auf dem TET begegnet man sich immer mindestens zweimal. Es wurde anspruchsvoller, steil rauf und wieder runter. Bis Flix fuhr ich durch und dann konnte ich nicht mehr, mein Magen knurrte laut. Also schnell in eine Tapasbar und ein kleines 2-Gänge Menü bestellt.
Von da an fuhr ich nur noch kleine Straßen bis zu meinem Zielort bei Valjunquera, das Geschiebe durch die Oliven-Plantagen war mir für heute genug. So kam ich in einsame Schluchten und ganz selten kam mir mal ein Fahrzeug entgegen.
Unterwegs entscheid ich mich heute nicht noch mal mich der Kälte auszusetzen und buchte kurzerhand ein Zimmer in einer Bar/Restaurant. Das ist wohl hier in Spanien so üblich, viele dieser Gaststätten haben immer ein paar Zimmer vorrätig. Ich denke mal für die Gäste, die zu stark ins Glas geschaut haben. Hier wird schon ab mittags eigentlich Wein getrunken – ich heute Abend auch, zu meinem nächsten 3-Gang Menü. Nur habe ich einen kurzen Weg ins Zimmer, mal sehen wie viele Gläser es heute werden beim Schreiben dieser Zeilen.
Ob ich morgen wieder TET fahre, werde ich entscheiden wenn ich drauf bin. Er verläuft hier recht nah vorbei. Wenn es wieder so ist wie heute suche ich mir andere Strecken. Wobei eine Strecke schon feststeht "The Silent Route" – mal sehen ob das so ruhig morgen zugeht, es ist dann Samstag und denke die spanischen Mopedfahrer sind morgen unterwegs. Ziel ist morgen so auf Höhe von Valencia anzukommen.
Jetzt genieße ich das Essen und den Wein, buen provecho!
Und hier wieder die Tour vom heutigen Tag und ein paar Fotos:
https://www.relive.cc/view/v7O9GPELjLq
Mit Stausee sogar - ich bin neidisch
AntwortenLöschenHi Großer, fahre immer schön vorsichtig weiter - wir lesen Deine Reiseberichte und halten Kontakt, o.k. LG, Olaf
AntwortenLöschenMoin Stefan, immer munter bleiben, hoffentlich musst Du das Dickschiff nicht so oft aufheben!
AntwortenLöschenAlles Gute zum Vatertag und gute Fahrt
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