Ich konnte einfach nicht wiederstehen! Da sitze ich im Cafe/Bar neben meinem Hotel und bestelle auf perfektem Spanisch mein Frühstück, da entdecke ich, dass keine 10 Meter neben mir ein Post Office ist. Ich also dahin und versucht zu erklären was ich vorhabe: Meine Campingausrüstung nach Deutschland zu versenden. Nachdem das geklärt war dauert es lange bei mir bis ich begriff, dass ich die Teile bitte ins Office bringen solle und nicht wie mir bekannt ich einen Karton einfach kaufen kann, den ich aufgeben könnte. Also zurück zum Hotel, meine Campingausrüstung in einen großen Müllbeutel verstaut und damit zurück zum Office. Mittlerweile war eine ordentliche Schlange am Schalter, also so wie bei uns zu Hause. Sicherlich hatte ich dazu beigetragen bei meinem ersten Besuch. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, gehen nun 2 Pakete zu mir nach Hause – danke Daniel dass du diese in Empfang nimmst.
Ich war mir noch nicht so ganz sicher ob das nun eine gute Entscheidung war. Aber seien wir doch mal ehrlich, eigentlich brauche ich die Ausrüstung nur für die ersten 3.000 km. Danach werden sowieso nur Unterkünfte gebucht, sei es das ich längere Zeit an einem Ort bin oder mit Tom durch die Pyrenäen wandere, und hier auch kein Camping angesagt ist. Das einzige was ich dann nicht machen kann ist, dass ich den Westalpen oben am Berg in den alten Forts campieren kann. Aber das wird mir wahrscheinlich auch noch zu kalt sein, das habe ich ja bereits gemerkt die letzten 2 Male auf ca. 1.000m Höhe. Auch musste ich nun feststellen, dass es in Spanien Unterkünfte gibt, die nicht weit weg sind von den Kosten eines Campingplatzes. So habe ich nun keinen Stress mit dem ganzen Geraffel von Zeltaufbau bis Abbau und den 15kg mehr für einen Spaß, den ich leider hier in Spanien so nicht erleben werde und erlebt hatte. Da denke ich gerne an meine letztjährige Balkan Tour zurück, so richtig Spaß macht mir das Campen auch nur in Gesellschaft mir den richtigen Leuten, und die hatte ich!
So kam ich erst gegen 11.30 los. Grauer Himmel und ich wollte also so schnell wie möglich zum TET. Nachdem ich die 50 km bis dahin gefahren bin und mein Navi sagte: "Willkommen am Ziel" stellte ich fest, ich bin in die falsche Richtung gefahren war. Na toll, also wieder die Strecke zurück, das wollte ich nicht. So entschied ich mich heute auf den TET zu verzichten und dafür eine Tour durch das Gebiet "Parque Natural de las Sierras de Carzola" zu machen. Ok, 50km hin, 50km zurück und dann noch 270km durch den Naturpark, ja das geht. Was ich aber nicht wusste war, dass die Strecke durch den Nationalpark eigentlich eine Anreihung von Kurven ist und dies auf schmalsten Strecken bis hin zu Passstraßen, wo ich auf einer Baustelle am Ende von ca. 30km raus kam. Aber Spanier sind nett, der Hauptmann der Baustellenarbeiter führte mich durch die Baustelle und zeigte mir eine Umfahrung. Und um eine Erfahrung bin ich nun wieder reicher, denn wenn auch dieses Hin-und Hergefahre am ersten Abschnitt nervte, umso berauschter war ich bei den Ausblicken im National Park. Auch fing ich bereits nun nach dem 5.Tag an mich wieder selbst zu unterhalten, auch mal mit einem Esel und mit den von mir aufgeschreckten Waldameisen, wobei mir der Gedanke kam, ob nicht eine dieser Ameisen eventuell Casanova sein könnte (siehe das Buch "Kama einer Ameise").
So wurde die Fahrt länger und länger. Ich kam dann erst gegen 20:00 Uhr in dem kleinen Hotel in Carzola an. Was für ein netter Spanier, er gab mir erst mal ein Bier aus, gab mir den Schlüssel und sagte: Frühstück von 06.30 bis 12.00 – wau, das habe ich noch nie erlebt!
Schnell umgezogen, den Berg hinauf
in die Altstadt und zum einzigen Lokal, einer Pizzeria, etwas essen gegangen.
Nach einer schlechten Pizza, das sollten die Spanier lieber lassen, wieder zurück
ins Hotel und als einziger Gast an die Theke. Als ich noch einen Cognac bestellte,
schenkte er mir ein halbes Glas ein und das vom feinsten Carlos. Dazu noch ein
tolles Klappmesser mit Holzgriff und das alles zusammen mit einem zweiten Bier
für 12€. Was soll ich sagen, das hätte ich auf einem Campingplatz so nicht
erlebt.
Und Morgen? Da geht es zurück auf den TET – sofern ich die Himmelsrichtung richtig lesen kann.
Und hier wieder die Tour vom heutigen Tag und ein paar Fotos:
| Wonach sieht dieser Fels aus, mir kamen ein paar Ideen dazu - was meint ihr? Gerne in den Kommentaren posten |
| Einmail tauschen? |
Könnte ein Backenzahn sein? Oder Afrika??
AntwortenLöschenLieben Dank für deinen Bericht und Fotos, macht Spaß dir zu folgen…lieben Gruß Anne und …Camping wird überbewertet 😘
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