Nach einem schnellen Kaffee am Morgen, ging es für mich erst mal zurück auf den letzten Off-Road Abschnitt vom vorherigen Tag, um Tom seinen Koffer zu suchen. Es war frisch aber die Sonne zeigte sich schon und so machte ich mich ohne meinem Gepäck auf die Suche. Als ich in den besagten Trial einbog, war es nun gar nicht so einfach zum einen auf die Strecke zu achten und zum anderen nach dem Koffer Ausschau zu halten. Es ging erst mal über die holprigen Steine nach oben bis zu einer flachen Passage mit den Pfützen, und siehe da kurz davor lag der Koffer auf dem Weg. Innerlich freute ich mich und dachte an Tom, denn er wollte eigentlich schon aufgeben. So schnallte ich den Koffer hinten bei mir drauf und fuhr zügig wieder zum Hostel zurück. Tom konnte es gar nicht glauben, dass ich ihn gefunden hatte. Zu den Taschen selber kann ich nur sagen, dass diese von einem Markenhersteller sind, Lone Riders, die dafür werben mit ihrem System um die Welt reisen zu können. Aber die Befestigung mit dem Schloss ist doch sehr fragwürdig, denn es biegt sich durch die Erschütterungen auf und dann springt die Tasche vom Bügel ab. Ich kannte das bereits von meiner Tour in 2023 durch den Balkan, auch hier hatte zum Schluss nur ein Spanngurt geholfen den Koffer am Bügel festzuhalten.
So kamen wir auch erst um 10.00 Uhr vom Hostel los und wir wussten, es steht uns gleich eine Off-Road Passage bevor. Auch diese hatte es gerade bei der Abfahrt wieder in sich, aber wir sind ja nun bereits geübt! Ziel war jedenfalls für heute Andorra zu erreichen, denn wir hatten bereits eine Ferienwohnung für zwei Nächte gebucht, da es zum einem am Sonntag regnen sollte und wir nach den letzten anstrengenden Tagen auch eine Pause brauchten.
Diese dritte ACT Etappe war angegeben mit mittel bis schwer.
Umso erstaunlicher war es aber dann für uns, als wir auf die erste längere
Auffahrt über eine gut präparierte Schotterpiste in ein Skigebiet fuhren bis
auf ca. 2.300 Meter.
Aber irgendwie muss man ja auch wieder runter vom Berg, und
gerade das Anfahrtsstück nach unten war eine Katastrophe. Enge, steile Kehren,
der Weg mit Steinplatten und matschigen Stellen und dazu war der Weg auch noch
Talwärts geneigt. Auch hier kämpften wir uns durch, ich mit einem Ausrutscher
und natürlich musste der rechte Koffer auf meinen schon lädierten rechten Fuß
fallen. Und warum, weil bei einem Sturz kann es sein, das man an dem Gasgriff noch
leicht zieht und da das Moped aufgrund der Automatik nicht ausgeht schiebt sie
das Gefährt noch ein Stück vorwärts. Das ist der große Nachteil an dieser
Automatik, andere mit einer Kupplung gehen sofort aus.
Krone richten und prüfen was am Fuß anliegt, er war zum Glück nur leicht geprellt, und so ging es weiter. Die Abfahrt wollte und wollte nicht aufhören. Es waren sicherlich gute 20 km um von dem Berg herunterzukommen und Andorra war noch ein gutes Stück entfernt.
Nach einigen Kilometern auf Straße, vorbei an wilden Wasserverläufen und Wasserfällen, kamen wir an den Punkt, um uns zu entscheiden, nehmen wir die Straße hoch nach Andorra oder den bekannten Schmugglerpfad. Es war bereits schon nach 18.00 Uhr und ein 7 km langes und schweres Off-Road Stück hätten wir dann noch vor uns. Zudem war es seit dem Mittag sehr warm und schwül, das Gewitter war überfällig.
Wir wollten es probieren, wenn es trocken und machbar ist,
fahren wir da rauf. Gesagt getan, schon ging es in ein kleines Tal bis zu einem
sehr alten Bergdorf. Auf der Straße, die nicht breiter als ein Auto durch das Tal ging, kamen uns dicke SUV's entgegen, die auch nicht ihre wilde
bergab Fahrt verringerten und uns beinahe von der Straße geworfen hätten. Ab
dem Dorf ging es dann auf eine steile Auffahrt hoch zum "Port de Cabis
Andorra". Da die Strecke trocken war, konnten wir uns durch die Spurrillen
recht gut den Weg suchen und kamen aber oben in knapp 2.400 Meter Höhe fix und
fertig an. Es war dann bereits 19.30 Uhr. Nur diese Strecke würde ich keinem
raten bei schon geringster Nässe zu befahren, denn auch hier ist es eher
getrockneter Lehmboden als Steine.
Schnell ging es dann nach Andorra la Vella, der großen Einkaufscity von Andorra. Nachdem wir endlich den Zugang erhielten zur Ferienwohnung mit drei Schlafzimmern und Dachterrasse, uns frisch gemacht hatten, schafften wir es gerade noch so in einem edlen Restaurant gleich gegenüber etwas essbares zu erhalten.
Heute wird nun gechillt, nachher am Nachmittag gehen wir in die Stadt wenn der Regen aufgehört hat und versuchen für Tom eine neue Motorradhose zu kaufen, denn seine derzeitige hat arg gelitten!
Und hier wieder die Tour vom heutigen Tag und ein paar Fotos:
https://www.relive.cc/view/vrqo5ZJ7RyO
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen